Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Historischer Machtwechsel möglich

Hohe Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg

Die Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg (v.l.) Winfried Kretschmann (Die Grünen), Nils Schmid (SPD) und Stefan Mappus (CDU). (dapd)
Die Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg (v.l.) Winfried Kretschmann (Die Grünen), Nils Schmid (SPD) und Stefan Mappus (CDU). (dapd)

In Baden-Württemberg sind heute 7,8 Millionen Wähler aufgerufen, einen neuen Landtag in Stuttgart zu wählen. 30,7 Prozent der Bürger gaben bis zum frühen Nachmittag bereits ihre Stimme ab. Die jüngsten Umfragen prognostizieren einen Regierungswechsel.

Bisher regierte im "Ländle" immer ein CDU-Ministerpräsident. Doch das könnte sich ändern. Die Wahlbeteiligung ist höher als vor fünf Jahren. Bis zum frühen Nachmittag gaben bereits 30,7 Prozent der Bürger ihre Stimme ab.

In den letzten sechs Jahrzehnten war der Ministerpräsident Baden-Württembergs immer ein CDU-Mann. Die letzte Umfrage des ARD-DeutschlandTrends ergab eine knappe Mehrheit für einen Regierungswechsel und die Abwahl von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU).

Denn in der Sonntagsfrage erreicht die CDU nur 39 Prozent (-3) der Stimmen. Die SPD kommt unverändert auf 22 Prozent. Die Grünen liegen bei 24 Prozent (+3). Die FDP mit 5,5 (-0,5) Prozent und die Linkspartei mit 4,5 (+0,5) Prozent müssen um den Einzug in den Landtag in Stuttgart bangen. Auf ähnliche Zahlen kommt das ZDF-Politbarometer. Somit bestünde nach diesen Umfragen eine Mehrheit für eine rot-grüne Koalition. Sowohl Ministerpräsident Mappus als auch Grünen-Chef Winfried Kretschmann schlossen eine gemeinsame Koaltion bereits aus.

Neben Ministerpräsident Mappus von der CDU geht Justizminister Ulrich Goll für die Liberalen ins Rennen. SPD und Grüne kämpfen mit ihren Spitzenkandidaten Nils Schmid und Winfried Kretschmann für einen Regierungswechsel. Für die Linkspartei, die das erste Mal für den Stuttgarter Landtag aufgestellt ist, gehen Roland Hammund und Marta Aparico ins Rennen. Insgesamt sind 19 Parteien zur Wahl zugelassen.

Mappus verliert im Direktvergleich

Im Februar 2010 hatte Mappus das Amt des Ministerpräsidenten von Günther Oettinger übernommen, der als EU-Kommmissar nach Brüssel berufen wurde. Somit stellt sich der Ministerpräsident erstmals einem Wählervotum. Im direkten Vergleich mit Grünen-Chef Winfried Kretschmann kämen beide Kandidaten laut DeutschlandTrend auf 39 Prozent der Stimmen. Im Falle einer Direktwahl zwischen Mappus und Nils Schmid von der SPD würden sich 37 Prozent für den Amtsinhaber Mappus und 39 Prozent für SPD-Chef Schmid entscheiden.

Stuttgart 21 und Atompolitik

Die zwei dominanten Themen im Wahlkampf waren das Bahnprojekt Stuttgart 21 und die Atompolitik. Bei beiden Themen konnte Mappus nicht bei allen Wählern punkten. Bei Stuttgart 21 unterschätzte er lange den Widerstand gegen die Tieferlegung des Bahnhofs, bis es am 30. September 2010 zur Eskalation mit Pfefferspray und Wasserwerfern kam.

Beim Thema Atompolitik machte er zuerst mit dem Anteilskauf am Energiekonzern EnBW von sich reden, seit der Atomkatastrophe in Japan und dem Kraftwerksmoratorium der Bundesregierung verliert die schwarz-gelbe Regierung in Stuttgart beim Thema Atompolitik an Vertrauen. Auf 68 Prozent der Befragten wirke die Haltung der Bundesregierung zum Thema Atomkraft wie ein Wahlkampfmanöver, ergab die Umfrage des DeutschlandTrends.

Ein weiteres Thema im Wahlkampf sei der Regierungsstil gewesen, wie Michael Brandt im Deutschlandfunk berichtete. Winfried Kretschmann, Grünen-Chef, spreche von einer "perfiden Kampagne" gegen seine Person. Er werfe Mappus vor, falsche Informationen über seinen Gesundheitszustand im Wahlkampf kolportiert zu haben. SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid bezeichne Mappus' Regierungsstil als "selbstherrlich und arrogant", so Brandt weiter.

In Baden-Württemberg wird entgegen vieler anderer Bundesländer nur eine Stimme für die 120 Landtagsmandate abgegeben. Die Wahlbeteiligung von 53,5 Prozent bei der letzten Wahl vor fünf Jahren dürfte steigen.

Mehr zum Thema:
Interview der Woche mit Stefan Mappus
Interview der Woche mit Winfried Kretschmann

Im Deutschlandfunk und im Deutschlandradio Kultur können sie folgende Wahlsondersendungen am Sonntag 27. März 2011 hören:

18:00 Uhr bis 20:00 Uhr: Deutschlandfunk aktuell - Der Wahlabend
23:05 Uhr bis 23:57 Uhr: Deutschlandfunk - Sendung "Das war der Tag"

17:55 Uhr bis 19:00 Uhr: Deutschlandradio Kultur Ortszeit - Wahlstudio zu den Landtagswahlen
22:30 Uhr bis 23:00 Uhr: Deutschlandradio Kultur Ortszeit - Wahlstudio zu den Landtagswahlen

Hören Sie unser Programm im Livestream.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 02:05 Uhr Sternzeit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Cate Blanchett: "Der Moment der Wahrheit"Star ohne Paparazzi

Die Schauspielerin Cate Blanchett  (picture alliance / dpa / Frédéric Dugit)

In ihrem neuen Film "Der Moment der Wahrheit" spielt Cate Blanchett eine investigative Journalistin. Anna Wollner hat mit der zweifachen Oscarpreisträgerin, über den Film und das Leben als Star gesprochen.

Chinas ExpansionskursDer Konflikt im Südchinesischen Meer

Pag-asa Island ist von den Philippinen besetzt. Die Ansprüche im Südchinesischen Meer sind umstritten. (picture alliance / dpa / Maxppp)

Mehrere Staaten erheben Anspruch auf das Südchinesische Meer. Seitdem China dort Atolle aufschüttet und militärische Einrichtungen baut, steigt das Konfliktpotenzial. Die USA betrachten das Meer als neuralgischen Punkt.

Szenen aus einer beunruhigten WeltLeben im Ausnahmezustand

Eine Frau hält den Kopf in den Händen. (imago / Science Photo Library)

Die Echtzeit präsentiert Szenen aus einer beunruhigten Welt: Was bedeutet es etwa, im Ausnahmezustand zu leben? Damit ist keine Wertung gemeint, sagen die, um die es in der Echtzeit geht. Sie machen einfach das Beste daraus.

NeurologieDie Macht der Musik

Musik hören und Musik machen ist nicht nur schön, sondern es verändert uns auch. Unter anderem kann Musik uns schlauer und kooperativer machen. Musik regt sogar neuroplastische Veränderungen in unserem Gehirn an.

Arbeitsbedingungen an TheaternSchauspieler am Limit

Blick in einen leeren Theatersaal mit geschlossenem Vorhang. (dpa/picture alliance/Stefan Sauer)

"Es ist Zeit für eine Theaterreform", fordert Lisa Jopt, Schauspielerin und Mitbegründerin des "Ensemble Netzwerk". Die Initiative will bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechtere Bezahlung für Schauspieler und Theatermacher durchsetzen.

Zustand der Linken"Rot-Rot-Grün steht 2017 nicht zur Debatte"

Der Politologe Eckhard Jesse in seinem Haus in Niederbobritzsch bei Freiberg (dpa / picture alliance / Wolfgang Thieme)

Ein rot-rot-grüner Kanzlerkandidat sei aus Sicht der Linkspartei eine "Schnapsidee", sagte der Politikwissenschaftler Eckhard Jesse im Deutschlandfunk. Das müsse auch Gregor Gysi akzeptieren. Die Wählerschaft der Partei sei dabei zum Teil nicht links - und dadurch verliere die Partei Stimmen an die AfD.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Parteitag  Die Linke will ihren außenpolitischen Kurs bestimmen | mehr

Kulturnachrichten

Schauspieler Giorgio Albertazzi gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Mehr-Jahres-Studie  Kann Handystrahlung Krebs erzeugen? | mehr