Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Historisches Stadtarchiv in Köln eingestürzt

Ehemaliger Abteilungsleiter: Katastrophe war absehbar

Rettungskräfte stehen neben dem kollabierten Gebäude des ehemaligen Stadtarchivs in Köln. (AP)
Rettungskräfte stehen neben dem kollabierten Gebäude des ehemaligen Stadtarchivs in Köln. (AP)

In Köln ist das Historische Stadtarchiv eingestürzt. Nach Angaben der Feuerwehr gab es mindestens einen Leichtverletzten. Auch Nachbargebäude wurden schwer beschädigt. Der ehemalige Abteilungsleiter des Archivs, Eberhard Illner, sagte, der Einsturz sei absehbar gewesen, da es zuvor Warnungen gegeben habe.

Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Gebäude des Stadtarchivs befanden, war zunächst unklar. Drei Personen galten als vermisst. Das Archiv war zum Zeitpunkt des Einsturzes für den Publikumsverkehr geöffnet.

Das Gebäude ist nach Angaben eines Feuerwehrsprechers auf eine Straße gestürzt, auf der sich eine U-Bahn-Baustelle befand. Die Decke der U-Bahn-Baustelle sei eingebrochen. Ob der Einsturz durch den U-Bahn-Bau ausgelöst wurde war zunächst unklar.

Polizeisprecher Wolfgang Baldes sagte der Nachrichtenagentur AP: "Am Unglückshaus sieht es aus wie nach einem Erdbeben." Die Trümmer bedeckten nach seinen Worten eine Strecke von 50 bis 70 Metern. Feuerwehr und Polizei waren mit Hunderten Einsatzkräften im Großeinsatz.

Eberhard Illner, langjähriger Abteilungsleiter des Stadtarchivs, bezeichnete das Unglück als "erschütternd". Die komplette Überlieferung der Stadt Köln von 1000 Jahren sei betroffen, darunter Ratsprotokolle und Hanseurkunden, sagte Illner im Deutschlandradio Kultur. Zudem sei ein großes Kultur- und bedeutendes Architekturarchiv zerstört worden.

Illner bezeichnete die Katastrophe als "absehbar" und machte die U-Bahn-Bauarbeiten vor dem Gebäude verantwortlich. Es habe noch in der vergangenen Woche Hinweise auf erhebliche Senkungsrisse gegeben, die auch an die öffentlichen Stellen weitergeleitet worden seien.

Im Historischen Stadtarchiv von Köln ist eine der umfangreichsten Dokumentensammlungen Deutschlands untergebracht. Unter anderem wird dort auch Material aus den Nachlässen von Jacques Offenbach und Heinrich Böll aufbewahrt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Freispiel

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Konföderation von Israel und Palästina"Eine Zukunft kann es nur gemeinsam geben"

Ein Grenzzaun in der Nähe der palästinensischen Stadt Beit Jala (Sabine Adler )

"Zwei Staaten - ein Heimatland" heißt eine Initiative von Israelis, die für eine Konföderation von Israel und Palästina kämpft. In echten Begegnungen lernen beide Seiten, das Recht auf Heimat des anderen anzuerkennen.

Dobrindt zur Regierungsbildung"Ich will diese Große Koalition mit der SPD"

Alexander Dobrindt telefoniert, im Hintergrund der Schriftzug CSU auf blauem Hintergrund. (dpa / Sven Hoppe)

Alexander Dobrindt begrüßt die Bereitschaft der SPD zu Sondierungsgesprächen für eine Große Koalition. Nun gehe es darum, ein Zukunftsprojekt für Deutschland zu beschreiben, sagte der CSU-Politiker im Dlf. Allerdings sei er sich nicht sicher, ob die SPD wirklich die Kraft dazu habe.

Philosophischer WochenkommentarEin Lob der Weltflucht

Ein Mann steht auf einem Steg am Gardasee in Italien, in Lazise. (imago/Westend 61)

Für Realitätsverweigerer hat Arnd Pollmann Verständnis: Sie zeichneten sich aus durch ihren Willen zur Abwesenheit. Auch wenn sie oft passiv und weltabgewandt erschienen, ihre utopischen Tagträume hätten das Potenzial ganze Welten zum Einsturz zu bringen.

InformationsgewinnungWozu noch Bibliotheken?

Blick in die Bibliothek mit Büchern auf Borden, stuckverzierten Wänden, Durchgängen und einer Empore (imago / Jürgen Ritter)

Als Informationsquelle ist das Internet schnell, vernetzt und für jeden zugänglich. Bibliotheken stehen hingegen für Dauer, Ordnung und Konzentration. Doch welchen Wert haben diese Eigenschaften im 21. Jahrhundert? Eine Spurensuche im Netz und in altehrwürdigen Gemäuern.

Schriftsteller und ihre PseudonymeDie Lizenz zur Lüge

Tippen auf einer alten Schreibmaschine (imago / Busse )

Pseudonyme sind wie kleine Menschen. Es ist gefährlich, Namen zu erfinden – ein Name lebt", schrieb Kurt Tucholsky, der unter anderem als Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel Texte veröffentlichte. Wozu dieses Versteckspiel vieler Autoren hinter Pseudonymen?

Vor 25 Jahren gestorbenGünther Anders - ein konservativer Revolutionär

Günther Anders (links) erhält bekommt 13. September 1983 den Theodor W. Adorno-Preis der Stadt Frankfurt überreicht  (picture-alliance / dpa / UPI)

Er war überzeugter Pazifist, Philosoph und Schriftsteller: Günther Anders. Von den Nazis vertrieben, protestierte er aus dem US-Exil gegen den Einsatz der Atombombe. Zurück in Europa kämpfte Anders gegen den Vietnamkrieg, initiierte die Anti-Atom-Bewegung und kritisierte die Folgen der Technologie.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Erdogan  Türkei wird Botschaft in Ost-Jerusalem eröffnen | mehr

Kulturnachrichten

Verleihung des Europäischen Theaterpreises | mehr

 

| mehr