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Hochwasser, Brände und Erdrutsche

Flasbarth: Menschheit muss sich auf extreme Wetterlagen einstellen

Hilfe für die Flutopfer in Pakistan (AP)
Hilfe für die Flutopfer in Pakistan (AP)

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, rechnet mit einer Zunahme von extremen Wetterereignissen. Die Menschheit werde sich auf Katastrophen wie das Hochwasser in Pakistan oder die Brände in Russland einstellen müssen, sagte Flasbarth den in Dortmund erscheinenden "Ruhr Nachrichten".

Je weiter die globale Erwärmung voranschreite, umso größer sei die Gefahr, dass Situationen entstünden, die die Anpassungsfähigkeit der Gesellschaften fordern oder auch übersteigen könnten.

Umweltbundesamt fordert Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels

Kamele traben auf einem ausgetrockneten Flussbett außerhalb von Aralsk in Kasachstan. (AP)Dürre in Kasachstan (AP) Immer wieder weist der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, auf die Notwendigkeit einer Strategie zur Abfederung der Folgen des Klimawandels hin. Man müsse sowohl den Klimaschutz voranbringen als sich auch auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten, sagte Flasbarth zu möglichen Zielen des UNO-Gipfels im mexikanischen Cancun im kommenden November. "Das, was wir in Cancun brauchen, ist ein Durchbruch, die zwei Grad einzuhalten, und das ist schwierig genug", betont Flasbarth.

Auch Klimaforscher Mojib Latif betont, wir müssten uns in den nächsten Jahrzehnten mit Wetterextremen anfreunden. "Wir erwarten in Folge der globalen Erwärmung, dass sich einfach Wetterextreme weltweit häufen. Insofern ist das, was wir im Moment erleben, ob es in Pakistan ist, in Russland, oder auch in Ostdeutschland, schon so etwas wie die Blaupause für das, womit wir uns in der Zukunft anfreunden müssen."

Wärmere Luftmassen können mehr Wasser aufnehmen. Dadurch nehmen Extremniederschläge in einem wärmeren Klima zu, erklärt Professor Stefan Rahnstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.(Audio zum Nachhören)

Die schwersten Waldbrände der russischen Geschichte

Spuren der Verwüstung 180 km südöstlich von Moskau (AP)Spuren der Verwüstung 180 km südöstlich von Moskau (AP) Mit Blick auf die Lage in Russland fügte Flasbarth hinzu, Anlass zur Sorge gebe die Belastung der Bevölkerung durch Luftschadstoffe. In Moskau sei die Konzentration von Staub und Kohlenmonoxid teilweise höher gewesen als während der Smog-Episoden der 80er-Jahre im Ruhrgebiet.

Ein Vertreter des Zivilschutzministeriums in Moskau teilte unterdessen mit, die Waldbrände in den radioaktiv verseuchten Gebieten Russlands hätten bisher keine erhöhten Strahlenwerte verursacht. So gebe es beispielsweise in der stark kontaminierten Region Brjansk keine Veränderung im Vergleich zu den Messungen des Vorjahres. Unabhängige Angaben für die betroffenen Gebiete liegen allerdings nicht vor.

Pakistan: Auch Deutschland stockt Mittel für Flut-Opfer auf

Die Flutopfer sind auf die Verteilung von Nahrungsmitteln angewiesen (AP)Die Flutopfer sind auf die Verteilung von Nahrungsmitteln angewiesen (AP) Die Bundesregierung stockt ihre Hilfe für die pakistanischen Flutopfer auf zehn Millionen Euro auf. Der Spendenappell der Vereinten Nationen bestätige, wie groß das Ausmaß der Schäden durch die Flutkatastrophe inzwischen sei, sagte ein Sprecher in Berlin. - Nach Angaben der UNO werden allein in den kommenden drei Monaten rund 460 Millionen Dollar benötigt, um den dringendsten Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden. UNO-Sprecher Giuliano wies zudem auf riesige Schäden für die pakistanische Landwirtschaft hin. Sie gingen vermutlich in die Milliarden.

Spendenkontenübersicht auf ard.de für Pakistan-Flut

Der ständige Vertreter Pakistans bei den Vereinten Nationen, Haroon, rechnet damit, dass fast 5000 Dörfer durch die Wassermassen völlig zerstört wurden. Nach letzten Schätzungen kamen bei der Flutkatastrophe mehr als 1800 Menschen ums Leben, etwa 14 Millionen sind von den Überschwemmungen betroffen.

Wasser, Essen, Kleidung - es fehlt an allem in Pakistan. Mindestens sechs Millionen Menschen leiden schier unvorstellbare Not, der Arzt der Hilfsorganisation "humedica", Toni Großhauser, spricht von einer Überschwemmung gigantischen Ausmaßes.


Weitere Links bei dradio.de:


Interview mit Klaus Töpfer: Kein Durchbruch zu erwarten - Ehemaliger Leiter des UN-Umweltprogramms UNEP zum Klimagipfel in Cancún (DKultur)

Umwelt und Verbraucher: Erde in höchster Gefahr - Französisches Schwarzbuch listet Umweltschäden auf

Umwelt und Verbraucher: Umdenken erforderlich - Umweltschützer fordern Konsequenzen aus der Ölkatastrophe

Forschung Aktuell: Feurige Gefahr - Bedrohen die Waldbrände die Atomanlage Majak?

Interview: "Bagatellisieren kann man das keinesfalls" - Strahlenbiologe über Brände in der Nähe radioaktiv verseuchter Gebiete in Russland (DLF)

Forschung Aktuell: Die Katastrophensucher - Münchener Rückversicherung dokumentiert seit Jahrzehnten Naturkatastrophen

Interview: "Langfristig nehmen die Naturkatastrophen zu" - Experte der Munich Re: Klimawandel ist nicht mehr zu stoppen

Hintergrund: Von der Wüste bedroht - Das mauretanische Weltkulturerbe von Chinguetti

Interview: "Wir brauchen einfach mehr Wissen" - Über Wege, besser mit Naturkatastrophen und Krisen umzugehen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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