Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Hochwasser drückt massiv auf Deiche

Weitere Evakuierungen im Osten

Soldaten der Bundeswehr auf einem Damm bei Osterholz (picture alliance / dpa / Jens Wolf)
Soldaten der Bundeswehr auf einem Damm bei Osterholz (picture alliance / dpa / Jens Wolf)

Der Norden Deutschlands kämpft weiter gegen die Fluten, in Sachsen-Anhalt werden erneut Menschen in Sicherheit gebracht. In den meisten Hochwasserregionen sinken zwar die Pegelstände. Sorgen bereiten aber nach wie vor die aufgeweichten Deiche.

<p>Die Spitze des Hochwassers hat Sachsen-Anhalt verlassen, trotzdem bleibt die Lage in Teilen des Landes dramatisch, <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/06/13/dlf_20130613_0625_d6b91b45.mp3" title="Bericht unseres Korrespondenten André Paul im Deutschlandfunk (MP3-Audio)">wie unser Korrespondent André Paul berichtet</a>. Nach dem Deichbruch an der Elbe bei Fischbeck stehen mehr als 1000 Quadratkilometer in Sachsen-Anhalt unter Wasser. Das ist eine Fläche, die fast halb so groß wie das Saarland ist. Weitere 150 Bewohner der Ortschaft Wust mussten evakuiert werden. Der Deichbruch in Fischbeck bei Stendal konnte bisher nicht geschlossen werden. Laut den Behörden riss die Strömung die Sandsäcke mit, die von Bundeswehr-Hubschraubern abgeworfen worden waren. Eingeschlossene Bürger wurden mit Hubschraubern, Booten und Amphibienfahrzeugen befreit. Insgesamt 8.000 Menschen im Landkreis Stendal sollten ihre Häuser verlassen.<br /><br /></p><p><strong>Behinderungen auf ICE-Strecken</strong></p><p>Durch den Deichbruch in Fischbeck sind noch immer mehrere ICE-Strecken der Bahn nicht befahrbar. Die Elbbrücke bei Schönhausen bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die Bahn rechnet mit Schäden an dem Bauwerk auf der ICE-Strecke Berlin - Hannover. Auch im Süden kam es etwa auf der Strecke Berlin - Frankfurt/Main weiterhin zu Behinderungen. Das Bundesverkehrsministerium ließ auch den Flugverkehr über den Hochwassergebieten vorerst einschränken - wegen schaulustiger Hobbypiloten sind in den betroffenen Regionen in Bayern und im Korridor Dresden/Hamburg nur noch Flüge der Einsatzkräfte zugelassen.<br /><br />Das Hochwasser fließt nun weiter Richtung Brandenburg und Norddeutschland. Ein eilig errichteter rund 3,5 Kilometer langer Notdeich im Havelland soll nun als Schutz gegen das Wasser dienen, das seit dem Bruch des Elbdeichs bei Fischbeck ins Hinterland strömt. Andernorts sinken oder stagnieren die Pegelstände mittlerweile. Auch in Magdeburg entspannt sich die Lage weiter. <br /><br /><div><img src="http://www.dradio.de/images/95891/infografik/landscape/" width="400" alt="Alt-Text" border="0" /><span style="font-size: 0.8em" class="bildunterschrift"></span>Hochwasser an der Elbe (Stand: 12.06.2013)</div><br /></p><p><strong>Vorsichtige Aufatmen in Brandenburg</strong></p><p><papaya:media src="e1b0e77c79e557a02b51a0bed58fd6a0" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Die Eisenbahnbrücke im Landkreis Stendal wurde wegen Gefahr für die Brückenpfeiler gesperrt. Zugreisende müssen mit mehrstündigen Verspätungen rechnen." popup="yes" />"Bislang ist uns alles erspart geblieben, was in anderen Ländern die Wahrnehmung bestimmt hat", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erleichtert in Potsdam. Während andere Regionen überflutet sind, blieb Brandenburg bislang verschont. Der befürchtete Pegel von über acht Metern wurde nicht erreicht. Dies ist vor allem der Flutung der Polder geschuldet. Entschärft wurde die Situation in Brandenburg aber auch durch Deichbrüche in Nachbarländern. Zudem hilft bislang ein Eisenbahndamm, das Land vor dem Wasser zu schützen. Die Eisenbahnbrücke bei Hämerten bleibt deswegen auch weiter gesperrt. Außerdem sind mehrere ICE-Strecken der Bahn weiter lahmgelegt. Wie lange dies dauern wird, ist noch nicht absehbar. Auch mehrere Straßen sind gesperrt.<br /><br /></p><p><strong>Brandenburgs SPD: Investition in Deichbau hat sich gelohnt</strong></p><p>Brandenburgs Landesregierung sieht sich in ihrem Vorgehen bestätigt. "Die Investitionen in den Deichbau und in die Retentionsflächen haben sich gelohnt", meinte Umweltministerin Anita Tack (Linke). Rund 10 000 Hektar Polderflächen stehen in der Mark zur Verfügung, seit 1997 hat das Land rund 400 Millionen Euro für den Hochwasserschutz investiert. Hinzu komme die hohe Professionalität der Krisenstäbe in den Kommunen, betonte Platzeck.<br /><br /><Schleswig-Holstein blickt auf die Elbe&lt;/h4>Das Hochwasser wälzt sich weiter mit aller Macht durch Ost- und Norddeutschland. Auch wenn Zeichen der Entspannung in Sicht sind, werden die Aufräumarbeiten noch Wochen dauern. Vor allem in Schleswig-Holstein blicken die Menschen jetzt gebannt auf die Elbe. In Mecklenburg-Vorpommern erreichte sie ihren bisherigen Höchststand. <br /><br />Wie unsere Korrespondentin Nicole Buchmann berichtet, erhöhen 15 Schichten Sandsäcke den Deich nahe dem Örtchen Heiddorf auf 8,10 Meter. Das Wasser <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/06/12/drk_20130612_0633_5218b689.mp3" title="Nicole Buchmann - Deutschlandradio Kultur - Ortszeit - 12.06.2013 (MP3-Audio)">der Elde sickert hier durch die Säcke </a> auf die Straße. Provisorisch errichtete Pumpstationen sollen die Ortschaft vor den Fluten schützen. Der Krisenstarb ist in großer Sorge.<br /><br />Nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch dürfte die Flutkatastrophe einen volkswirtschaftlichen Schaden von insgesamt etwa zwölf Milliarden Euro verursacht haben. In der Politik begann eine Debatte über die Finanzierung der Milliardenschäden und den Ausbau des Hochwasserschutzes.<br /><br /><br /><em>Aktuelle Entwicklungen zum Hochwasser auf Twitter:</em><br /><br /><a class="twitter-timeline" href="https:twitter.com/search?q=%23Hochwasser" data-widget-id="344349846632800256">Tweets über "#Hochwasser"</a><br /><script>!function(d,s,id){var js,fjs=d.getElementsByTagName(s)[0],p=/^http:///.test(d.location)?'http':'https';if(!d.getElementById(id)){js=d.createElement(s);js.id=id;js.src=p+":platform.twitter.com/widgets.js";fjs.parentNode.insertBefore(js,fjs);}}(document,"script","twitter-wjs");</script><br /><br /><em>Mehr Informationen auf dradio.de:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253505" text="Elbhochwasser: Umleitungen im ICE-Verkehr" alternative_text="Elbhochwasser: Umleitungen im ICE-Verkehr" /><br />Dammbruch nahe Stendal - Bahnbrücke gesperrt<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="249427" text="&quot;Da, wo es darauf ankommt, arbeitet man hervorragend zusammen&quot;" alternative_text="&quot;Da, wo es darauf ankommt, arbeitet man hervorragend zusammen&quot;" /><br />Niedersächsischer Innenminister Boris Pistorius sieht keine Probleme bei der Kooperation im Hochwasserschutz<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="248987" text="Sandsäcke schleppen statt Bücher lesen" alternative_text="Sandsäcke schleppen statt Bücher lesen" /><br />Hochschulen bitten ihre Studierenden um Hilfe im Kampf gegen das Hochwasser</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:30 Uhr Zwischentöne

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:05 Uhr Religionen

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

CDU debattiert über Doppelpass"Integration macht sich nicht an Staatsbürgerschaft fest"

Bundeskanzlerin Merkel stellt sich gegen den Partei-Beschluss der CDU-Basis, die doppelte Staatsbürgerschaft abzuschaffen. Jurist Sükrü Uslucan hält die Debatte für polemisch und dem politischen Druck geschuldet, der durch die AfD auf der CDU lastet.

Sehen und gefahren werdenTaxi

Der US-Schauspieler Robert de Niro als Travis Bickle im Film "Taxi Driver" von Martin Scorsese aus dem Jahr 1976 (imago/United Archives)

Das Wort selbst ist so international wie seine Verwendung. Optisch bietet es allerdings eine schöne Vielfalt – von den quietschgelben New Yorker Taxis über die dicken, alten Black Cabs in London bis hin zu den hierzulande noch zahlreich umherfahrenden Limousinen mit Stern.

RE: Das Kapital (5/6)Sahra Wagenknecht über das Ende des Kapitalismus

Sarah Wagenknecht vor rotem Hintergrund. (imago/Metodi Popow)

Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht beleuchtet die historische Tendenz des Kapitalismus. Für die bekennende Marxistin ist spätestens heute die Zeit gekommen, sich vom Kapitalismus abzuwenden. Für den fünften Teil der Sendereihe hat sie sich erneut über das Monumentalwerk "Das Kapital" gebeugt.

Bosnien und Herzegowina2025 Verhandlungsauftakt für EU-Beitritt?

Mladen Ivanic, Mitglied des Dreier-Staatspräsidium von Bosnien und Herzegowina (dpa picture alliance/ Michael Kappeler)

Bosnien und Herzegowina könnte ab 2025 ernsthaft über einen EU Beitritt verhandeln. Einen früheren Verhandlungsauftakt hält der amtierende Vorsitzende des Präsidiums von Bosnien und Herzegowina, Mladen Ivanic, für unrealistisch. Ein EU Beitritt für sein Land jedoch die einzige Alternative.

Wildtiere in NotRettung in letzter Sekunde

Fast wäre ein Gullydeckel dem kleinen Eichhörnchen zum Verhängnis geworden. Es wollte durch eines der Löcher schlümpfen und hing fest. Zum Glück informierte eine Frau die Wildtierretter, die das völlig entkräftete Tier im letzten Moment noch befreien konnten.

VenezuelaGesundheitssystem vor dem Kollaps

Der kleine Isaai Camacho (v.r.) wartet mit seiner Mutter am 20.06.2016 am Kinderkrankenhaus «Jorge Lizarraga» der Stadt Valencia in Venezuela (Südamerika) auf eine Behandlung.  (dpa / picture-alliance / Georg Ismar)

Leere Klinik-Apotheken, durchgelegene Betten und marode Gebäude - das staatliche Gesundheitssystem in Venezuela ist völlig am Boden. Die Opposition wirft Präsident Nicolás Maduro vor, den Bürgern die Unterstützung von ausländischen Hilfsorganisationen zu verweigern. Er fürchte um das Image des Landes.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Italien  Außenminister Gentiloni mit Regierungsbildung beauftragt | mehr

Kulturnachrichten

Fundamentalisten stoppen offenbar Auftritt von Komiker  | mehr

Wissensnachrichten

Deutsches Kulturerbe  Ostfriesische Teekultur, Skat und Hebammen gehören dazu | mehr