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Hollandes heikle Mission Merkel

Frankreichs neuer Präsident besucht Deutschland

François Hollande: Europäischer Fiskalpakt sollte neu verhandelt werden  (picture alliance / dpa Ian Langsdon)
François Hollande: Europäischer Fiskalpakt sollte neu verhandelt werden (picture alliance / dpa Ian Langsdon)

Der neue französische Präsident François Hollande wird heute zu seinem ersten Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin reisen. Das Gespräch soll nach offiziellen Angaben dem Kennenlernen dienen. Während des Wahlkampfs in Frankreich hatte sich die Kanzlerin noch geweigert, den Sozialisten zu empfangen.

François Hollande wird am Abend von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Berliner Kanzleramt empfangen. Der Begrüßung mit militärischen Ehren schließt sich ein erstes Kennenlerngespräch an, wie Merkels Sprecher Steffen Seibert sagte. Beide Seiten waren im Vorfeld des Treffens darum bemüht, die Erwartungen an die Begegnung zu dämpfen. Seibert sagte in Berlin, dies sei kein Gipfel der Entscheidungen. Große Beschlüsse werden daher nicht erwartet. Wichtigstes Thema dürfte am Abend dennoch die Euro-Krise sein. Hollande hatte im Wahlkampf gefordert, den europäischen Fiskalpakt neu zu verhandeln. Er will den Fiskalpakt mit seinen harten Sparauflagen um eine Wachstumsinitiative ergänzen. Dazu ist auch Merkel grundsätzlich bereit, sie will aber keine teuren Konjunkturprogramme auflegen.

Gernot Erler, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, ist zuversichtlich, dass nach Überwindung der Anfangsprobleme in der Zusammenarbeit "alles möglich" sei. Erler sagte im Deutschlandradio Kultur, es gebe einen ungeheuren Druck von außen, dass dieser deutsch-französische Motor wieder anlaufe. Zudem kritisierte er Bundeskanzlerin Merkel dafür, dass sie die deutsch-französischen Beziehungen durch einseitige Parteinahme für Nicolas Sarkozy während des Wahlkampfs belastet habe.

Nur wenige Stunden vor der Reise nach Berlin tritt der 57-Jährige im Elysée-Palast offiziell die Nachfolge des bisherigen Präsidenten Nicolas Sarkozy an. Hollande ist nach François Mitterrand erst der zweite sozialistische Präsident in der Geschichte Frankreichs. Anschließend will Hollande den künftigen Premierminister vorstellen. Als Favorit gilt der Sozialist Jean-Marc Ayrault.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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