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Hungersnot: Ostafrika hofft auf schnelle Hilfe

UNO plant Luftbrücke nach Somalia

Ein hungerndes somalisches Kind in der Grenzstadt Dolo (picture alliance / dpa - Siegfried Modola)
Ein hungerndes somalisches Kind in der Grenzstadt Dolo (picture alliance / dpa - Siegfried Modola)

Bis zu zwölf Millionen Menschen sind in Somalia, Kenia, Dschibuti oder Äthiopien von Hunger und Tod bedroht. Mehr als 500.000 Mädchen und Jungen sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF so geschwächt, dass nur eine sofortige Behandlung ihr Leben retten kann.

Im Süden Somalias ist die Gesamtsituation prekär: Neben Versorgungsengpässen leiden die Menschen seit Jahrzehnten unter Krieg und Auseinandersetzungen. Radikal-islamische Milizen erschweren den Einsatz internationaler Hilfsorganisationen. Geld und Lebensmittel stehen zwar zur Verfügung, erreichen die hungernde Bevölkerung aber nur unzureichend. Möglicherweise sollen jetzt die ersten Flüge mit Hilfslieferungen nach Somalia starten. Wie mehrere Nachrichtenagenturen berichten, bereitet die UNO derzeit eine Luftbrücke vor.

Kritik am Verhalten der westlichen Staaten

Auf die Katastrophe im Osten Afrikas hätte man sich längst einstellen können, kritisiert Misereor-Vorsitzender Josef Sayer im Deutschlandfunk das Verhalten der Staaten. Seit dem letzten Jahr sei der Regen um 50 Prozent zurückgegangen, die Folgen damit absehbar gewesen.

Statt einmaliger Aufwendungen fordert der Vorstandsvorsitzende von Misereor langfristige Programme im Kampf gegen den Hunger. Dazu möchte Sayer auch die Banken stärker einbinden. Ihnen sei in ihrer Krise ja auch geholfen worden. Über eine Transaktionsteuer könnte eine Landwirtschaft gefördert werden, die auch unter schwierigen Bedingungen ausreichend Erträge ermögliche.

Oft finden die Menschen in der kenianischen Region Turkana nur noch bittere Wildfrüchte, die Kaum Nährwerte haben (Lucy Murunga, World Vision)Oft finden die Menschen in der kenianischen Region Turkana nur noch bittere Wildfrüchte, die kaum Nährwerte haben (Lucy Murunga, World Vision)Markus Löning, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, hat dagegen Vorwürfe zurückgewiesen, die Politik reagiere zu langsam auf die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika. Die Bundesregierung habe ihre Soforthilfe nochmals aufgestockt. Die Hälfte der international benötigten zwei Milliarden Dollar stehe bereits zur Verfügung. Es liege nicht an der Höhe der Mittel, dass die Hilfe vor Ort nicht ankomme. Zum einen überrasche das Ausmaß der Katastrophe, zum anderen erschwerten islamistische Rebellen nach wie vor die Arbeit der Organisationen. Zur Lösung des Problems schließe er auch nicht aus, den Islamisten auf Verhandlungsebene entgegenzukommen, um dafür im Gegenzug soviel Menschen wie möglich zu retten.

Die Lage am Horn von Afrika spitzt sich zu

Auf der gestrigen Krisensitzung der Welternährungsorganisation in Rom wurde ein schnelles Handeln gefordert. Auch Ursula Langkamp von der Welthungerhilfe drängt auf eine rasche Umsetzung der Hilfsmaßnahmen für die Hungernden in Ostafrika. In einem zweiten Schritt seien langfristige Strategien für die Landwirtschaft und zur politischen Stabilisierung Afrikas notwendig.

Mehr zum Thema: Für Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann muss der politische Druck auf das von Milizen beherrschte Somalia wachsen, um der Hungerkatastrophe Herr zu werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

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