Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Hurrikan Sandy nimmt Fahrt auf

Hundertausende Amerikaner sind bereits ohne Strom

Hurrikane Sandy über den USA (picture alliance / dpa -  Noaa / Handout)
Hurrikane Sandy über den USA (picture alliance / dpa - Noaa / Handout)

Bereits vor seinem Aufprall auf das US-Festland hat der Hurrikan mit Überflutungen und massiven Stromausfällen katastrophale Zustände ausgelöst. Rund eine halbe Million Menschen mussten ihre Häuser verlassen, Notunterkünfte wurden eingerichtet, Schulen und Behörden sind geschlossen.

"Sandy" wird nach Berechnungen von Metereologen gegen Mitternacht (MEZ) das Festland der US-Ostküste erreichen. In den Küstenstädten brachten sich bereits Hunderttausende Anwohner aus den ufernahen Regionen in Sicherheit. Der nahende Wirbelsturm bringt das öffentliche Leben an der US-Ostküste zum Stillstand: Tausende Geschäfte öffneten nicht, Busse und Bahnen blieben vielerorts in den Depots, Flugverbindungen wurden gestrichen. In den Metropolen New York und Washington stand der Nahverkehr komplett still.

Bundesstaaten erklären Notstand

In einem Supermarkt an der Upper East Side, New York, leeren sich die Regale (picture alliance / dpa / Christina Horsten)In einem Supermarkt an der Upper East Side, New York, leeren sich die Regale (picture alliance / dpa / Christina Horsten)In zehn Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen, darunter New York, Massachusetts, Maryland und in der Hauptstadt Washington. Schon seit dem Wochenende hatte sich die Bevölkerung mit Hamsterkäufen auf den Sturm vorbereitet. In vielen Geschäften sind Notfallprodukte wie Batterien, Taschenlampen und Lebensmittelkonserven ausverkauft, berichtet unser Korrespondent Marcus Pindur.

Bürgermeister Michael Bloomberg warnte die New Yorker davor, den Sturm auf die leichte Schulter zu nehmen: "Sie könnten essen oder ins Kino gehen. Aber denken Sie daran: Es ist gefährlich da draußen. Vielleicht ist das einfach ein guter Tag, vor dem Fernsehen zu sitzen und ein Sandwich zu essen." Der Hinweis, zu Hause zu bleiben, gelte aber nicht für die Menschen im Evakuierungsgebiet. Dazu zählen die niedriger gelegenen Stadtteile im Süden Manhattans.

Auch für Inseln vor New York sowie für die Bewohner von Inseln vor New Jerseys Küste wie Long Beach Island gab es Evakuierungsbefehle. Vielerorts wurden Klassenräume zu Notunterkünften.

Wall Street geschlossen

Zum ersten Mal seit 27 Jahren blieb die Wall Street wegen eines Sturms komplett geschlossen. An allen US-Aktienmärkten fiel zum Wochenauftakt wegen des Hurrikans der Handel aus. Die Wall Street bleibt auch noch morgen geschlossen. In Deutschland machte sich der Supersturm im Aktienhandel bereits negativ bemerkbar: Die Versicherungswerte Münchener Rück, Allianz und Hannover.

Obama: "Ich bin zuversichtlich, dass wir bereit sind"

US-Präsident Barack Obama während eines Briefings zum Hurrikan Sandy (picture alliance / dpa / Dennis Brack)US-Präsident Barack Obama während eines Briefings zum Hurrikan Sandy (picture alliance / dpa / Dennis Brack)US-Präsident Barack Obama hat die Bevölkerung an der Atlantikküste eindringlich aufgerufen, zum eigenen Schutz vor Hurrikan "Sandy" strikt den Anweisungen der Behörden zu folgen: "Dies wird ein großer und mächtiger Sturm." Der Präsident versicherte, dass alles Mögliche zur Vorbereitung auf den Hurrikan getan worden sei. "Ich bin zuversichtlich, dass wir bereit sind. Wir werden das zusammen überstehen." Angesichts des Ausmaßes des Sturmes werde es aber eine Weile dauern, bis sich die Lage wieder normalisieren werde.

Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl hatte er ebenso wie sein Herausforderer Mitt Romney den Wahlkampf unterbrochen.

Sandy ist ein Supersturm

"Sandy" gehört zu den wohl größten Wirbelstürmen über dem Atlantik seit Beginn der Messungen. Vom Auge des Sturms bis zu seinen entferntesten Ausläufern liegen mehr als 800 Kilometer - ein enormes Ausmaß, für das Sandy als einmalig eingestuft wird. In der Karibik starben wegen des Wirbelsturms 67 Menschen. Meteorologen rechnen mit sintflutartigen Regenfälle mit bis zu 30 Zentimetern Niederschlag. In den Höhenzügen kann bis knapp ein Meter Schnee fallen. Der Wirbelsturm soll nach den Berechnungen Montagnacht nahe der Casino-Stadt Atlantic City auf die US-Küste treffen.

Allein die Sturmschäden könnten sich nach Ansicht von Fachleuten auf etwa drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) belaufen.

Mehr zum Thema bei dradio:

Die Kosten der Naturkatastrophen - Schäden auf neuem Rekordwert
Angst vor Sandy - gleich mehrere Faktoren machen den Wirbelsturm so gefährlich
"Wir sind sicher" vor Hurrikans - Kieler Klimaforscher hält einen Sturm wie Sandy in Deutschland für ausgeschlossen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:10 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 07:40 Uhr Interview

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

FlüchtlingskriseBrauchen wir mehr Europa?

Flüchtlinge am Budapester Ostbahnhof Keleti (02.09.2015). (dpa / picture-alliance / Kyodo)

Hunderttausende Flüchtlinge strömen in die EU, vor allem in Länder wie Deutschland und Schweden. Alle Versuche, über eine Quotenregelung eine faire Verteilung der hilfesuchenden Menschen auf die EU-Länder zu finden, sind bislang gescheitert.

Pestizid GlyphosatEin verwirrender Kampf um die Wahrheit

Ein Landwirt fährt mit einer Dünger- und Pestizidspritze über ein Feld mit jungem Getreide nahe Neuranft im Oderbruch (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Mit Pflanzenschutzmitteln sparen Bauern viel Zeit und steigern die Erträge der Felder. Der weltweit bedeutendste Inhaltsstoff ist Glyphosat: 725.000 Tonnen wurden allein 2012 davon versprüht. Aber es gibt Zweifel an der Unbedenklichkeit des Pestizids.

100 Jahre Franz Josef StraußDie bayerischen "FJS-Festspiele"

Franz Josef Strauß auf dem Münchner Oktoberfest 1979 (picture alliance / dpa / Foto: Istvan Bajzat )

Vielen gilt der Ex-CSU-Chef Franz Josef Strauß als Staatsmann und Ikone. Selbst sein früherer politischer Gegner Helmut Schmidt findet heute lobende Worte für ihn. Die bayerische Opposition macht dabei nicht mit und boykottiert die "FJS-Festspiele" zu seinem 100. Geburtstag.

HamburgFlüchtlinge an der Uni

Studenten verfolgen eine Vorlesung. ( picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Sie sind jung, qualifiziert und lernbereit: Viele junge Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, möchten studieren oder ihr im Ausland begonnenes Studium hierzulande beenden. Rund 400 solcher Studierenden erwartet die Uni Hamburg in diesem Jahr.

Gifte in BabykostDie Rache der Natur

(picture alliance / dpa / Fernando Salazar )

Die EU ruft ihre Mitgliedstaaten auf, ihre Lebensmittel auf Tropan-Alkaloide zu untersuchen. Es handelt sich dabei um starke Arzneistoffe, die bereits in bedenklichen Konzentrationen in Babykost angetroffen wurden. Udo Pollmer erklärt die Hintergründe.

Medizin Genforscher tüfteln an Herzinfarkt-Impfung

Computergrafik eines Herzinfarkts (imago/Science Photo Library)

Als "Crispr-Cas" bezeichnen Mediziner und Biologen eine Art Werkzeugkasten zur Manipulation von Genen. Letztere lassen sich damit gezielt zerschneiden und sogar reparieren. So könnte auch eigentlich Unmögliches möglich werden - zum Beispiel eine Impfung gegen den Herzinfarkt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ungarn  Zweitausend Flüchtlinge erreichen bereits österreichische Grenze | mehr

Kulturnachrichten

17 Meter hohe Skultpur vor EZB aufgestellt | mehr

Wissensnachrichten

Zukunftsprojekt  A9 bei München wird für selbstfahrende Autos ausgebaut | mehr