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"Ich gehörte zu drei Minderheiten"

Ivan Nagel: Eine Autobiografie in sechs Gesprächen

Ivan Nagel, Theaterwissenschaftler, Intendant, Publizist, ist am Ostermontag 2012 gestorben. (picture alliance / dpa - Kay Nietfeld)
Ivan Nagel, Theaterwissenschaftler, Intendant, Publizist, ist am Ostermontag 2012 gestorben. (picture alliance / dpa - Kay Nietfeld)

Manche Leben sind nicht nur als Einzelschicksal unverwechselbar, sondern auch, weil sie eng verwoben sind mit der Kulturgeschichte einer ganzen Epoche. Ein solches Leben ist das Ivan Nagels. 1931 in Budapest geboren, ist Nagel vielen als Schauspielhaus-Intendant oder als Autor einer brillanten Studie über Mozart in Erinnerung. Doch damit sind die Facetten dieses Lebens längst nicht erschöpft.

Ivan Nagel ist am Ostermontag 2012 gestorben. Kurz vor seinem Tod erzählte Ivan Nagel erstmals ausführlich aus seinem Leben. So entstand eine Autobiografie in sechs Gesprächen mit Jens Malte Fischer (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Wolfgang Hagen (Deutschlandradio Kultur). Nach und nach wird in diesen sechs Stunden eine intellektuelle Physiognomie erkennbar – durch die Erlebnisse, Gedanken und Geschichten, von denen Ivan Nagel erzählt.

Davon, wie er als Jugendlicher die Zeit von Judenverfolgung und Holocaust überlebte. Wie er 1944 Wilhelm Furtwänglers Aufführung von Beethovens "Fünfter" beiwohnte, kurz vor dem Einmarsch der Deutschen in Ungarn. Nagel erzählt auch von den Bedingungen, unter denen sich Homosexualität in den 50er-Jahren leben ließ; und von der Frage, warum die größten männlichen Menschenkenner – Leonardo da Vinci, Michelangelo, Shakespeare – Männer liebten.

Natürlich erzählt er von seiner Zeit am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und davon, wie sich die zerklüftete Berliner Bühnenlandschaft nach 1989 neu ordnen ließ. Und nicht zuletzt denkt er darüber nach, dass der Mensch vor allem ein lernendes Wesen ist.

Deutschlandradio Kultur
8. bis 13. April • 0:05
Werkstatt

Die Beiträge im Überblick:

Sonntag, 8.4.2012
0.05 Uhr
Der Dirigent Wilhelm Furtwängler während einer Pressekonferenze in London 1948 (AP)Wilhelm Furtwängler (AP)"Wir trinken Kaffee, deshalb sind wir klüger"
Der Theaterwissenschaftler Ivan Nagel über sein Leben (Teil 1/6)
Im ersten Teil erzählt Ivan Nagel unter anderem davon, wie der Dirigent Wilhelm Furtwängler Beethovens fünfte Symphonie in Ungarn aufführte: und zwar 1944, in unmittelbarem Zusammenhang zum Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Ungarn.



Montag, 9.4.
0.05 Uhr
Streicher bei einer Orchesterprobe (Deutschlandradio - Bettina Straub)Orchesterprobe (Deutschlandradio - Bettina Straub)"... der Beweis, dass es etwas Besseres gibt"
Der Theaterwissenschaftler Ivan Nagel über sein Leben (Teil 2/6)
Im zweiten Teil erläutert Nagel, warum ihm die Musik eigentlich näher steht als Theater oder bildende Kunst.





Dienstag, 10.4.
0.05 Uhr
Der Philosoph Theodor W. Adorno auf einem Archivbild vom 10. Sept. 1968 (AP Archiv)Der Philosoph Theodor W. Adorno (AP Archiv)"Diese Brillantfeuerwerke aus Frankfurt!"
Der Theaterwissenschaftler Ivan Nagel über sein Leben (Teil 3/6)
Im dritten Teil schildert Ivan Nagel seine intellektuellen Anfänge: Lektüren von Walter Benjamin und Carl Schmitt, Ernst Bloch und Georg Lukács, Beziehungen mit Peter Szondi, Reinhart Koselleck und Theodor W. Adorno.




Mittwoch, 11.4.
0.05 Uhr
Michelangelos "David" in Florenz (AP Archiv)Michelangelos "David" in Florenz (AP Archiv)"Ich gehörte zu drei Minderheiten"
Der Theaterwissenschaftler Ivan Nagel über sein Leben (Teil 4/6)
Im vierten Teil geht unter anderem um die Frage, warum die größten Menschenkenner - Leonardo da Vinci, Michelangelo, Shakespeare - ausgerechnet Männer liebten.



Donnerstag, 12.4.
0.05 Uhr
Erwachsenenbildung (Stock.XCHNG / Gokhan Okur)Erwachsenenbildung (Stock.XCHNG / Gokhan Okur)"Der Mensch ist kein Wissender, sondern ein Lernender"
Der Theaterwissenschaftler Ivan Nagel über sein Leben (Teil 5/6)
Im fünften Teil erläutert Nagel seine These, dass der "homo sapiens" gar nicht existiert, sondern als "homo discens" aus dem Lernen nicht heraus kommt.




Freitag, 13.4.
0.05 Uhr
Am Tag nach der Öffnung am 9. November 1989 steigen Menschen auf die Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor in Berlin. (AP)Nach der Maueröffnung befand sich die deutsche Theaterlandschaft im Umbruch. (AP)Absprung im richtigen Moment
Der Theaterwissenschaftler Ivan Nagel über sein Leben (Teil 6/6)
Im letzten Teil schildert Ivan Nagel, wie sich nach dem Mauerfall 1989 die Bühnenlandschaft in Deutschland neu ordnen musste.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

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