Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Immer mehr Kinder leben in Slums

Unicef stellt Jahresbericht vor

Bedürfnisse und Rechte von Kindern werden in wenig entwickelten Ländern "systematisch übersehen", kritisiert Unicef. (AP)
Bedürfnisse und Rechte von Kindern werden in wenig entwickelten Ländern "systematisch übersehen", kritisiert Unicef. (AP)

Die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen weltweit - rund eine Milliarde - leben in Städten. Jedes dritte Kind wird in einem Slum groß, berichtet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef in seinem Jahresreport. Die UNO will derweil die Rechte von Kindern stärken. Sie sollen künftig bei den Vereinten Nationen Klagen einreichen dürfen.

Überbevölkerung und Unsicherheit, das sind die Kennzeichen der Slums, in denen Millionen Kinder leben müssen. Oft sind sie unterernährt und haben keinen Zugang zu Schulen und Gesundheitsversorgung, berichtet Unicef. In den Metropolen der Entwicklungsländer würden 30 bis 50 Prozent der Neugeborenen nicht einmal registriert, existieren offiziell also gar nicht.

"Städte werden für immer mehr Kinder zu Orten der Armut", sagt der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. Viele Kinder sind allein unterwegs, leben als Lumpensammler oder Schuhputzer auf der Straße, werden missbraucht, verkauft oder schließen sich Banden an.

Kinder erhalten Klagerecht bei der UNO

Kinder und Jugendliche sollen künftig ihre Rechte bei den Vereinten Nationen einklagen können. Das ist der Kern eines Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention, das in Genf von 18 Staaten unterzeichnet wurde. Es tritt in Kraft, sobald es von zehn Staaten ratifiziert worden ist. Dann können Kinder bei einem UN-Kinderrechtsausschuss klagen, wenn in ihrem Heimatland der Rechtsweg ausgeschöpft ist. Hat die Beschwerde Erfolg, können die Vereinten Nationen dem betreffenden Staat Empfehlungen aussprechen, wie der Fall zu lösen ist. Auch ein Untersuchungsverfahren gegen das Land ist möglich.

Für Deutschland unterschrieb in Genf Familienministerin Kristina Schröder das Dokument. "Es ist ein Signal auch an andere Staaten, dass Deutschland bei der Unterzeichnung dieses Protokolls eine Vorreiterrolle einnimmt", erklärte die CDU-Politikerin. Sie kündigte an, dass die Ratifizierung in Deutschland möglichst schnell abgeschlossen werden solle.

Die Kinderrechtskonvention stammt aus dem Jahr 1989. Sie garantiert ein Recht auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung. 193 Staaten haben die Charta ratifiziert. Bereits in Kraft getreten sind zwei Zusatzprotokolle. Sie verbieten Kinderhandel und den Einsatz von Kindersoldaten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:48 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:30 Uhr Zwischentöne

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:05 Uhr Religionen

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 12:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Vinyl-Box: "The Beatles: The Christmas Records"Weihnachtsgrüße der Beatles

Die Beatles 1967 (imago/ZUMA/Keystone)

Von 1963 bis 1969 verschickten die Beatles an die Mitglieder ihres Fanclubs Weihnachtsbotschaften, die die Bandgeschichte erzählen: vier junge Musiker starten voller Elan, haben überraschend Erfolg und werden sich schließlich fremd.

Radikalisierung in DeutschlandWenn aus Nazis Islamisten werden

Der Angeklagte Sascha L. kommt am 20.09.2017 in Handschellen zum Prozessauftakt in die Staatsschutzkammer des Landgerichts Braunschweig (Niedersachsen). Dem Hauptangeklagten wird die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat sowie der unerlaubte Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vorgeworfen. Die drei weiteren Angeklagten sind wegen Beihilfe angeklagt. (Angeklagte auf Anweisung des Gerichts unkenntlich gemacht)  (dpa / Swen Pförtner)

Im Hass vereint: Die Radikalisierung von Islamisten und Rechtsextremen scheint ähnlichen Mustern zu folgen. Ein Fall in Braunschweig lässt aufhorchen: Dort ist ein mutmaßlicher Islamist angeklagt, der vor drei Jahren noch zur rechtsextremen Szene gehört haben soll.

Anita Rée-Ausstellung in Hamburg Die Menschen-, die Frauen-Malerin

"Selbstbildnis" der Malerin Anita Rée  (picture alliance/dpa/Foto: Georg Wendt)

Die Künstlerin Anita Rée stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie, zeitlebens wehrte sie sich aber dagegen, dass ihre Arbeiten als jüdische Kunst gelte. Ihre sensiblen Portraits sind noch bis Februar in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Germanistin Sandra Richter"Deutschsprachige Literatur wird global wahrgenommen"

Eine junge Frau betrachtet im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar eine Porträtbüste von Johann Wolfgang Goethe. (dpa / picture alliance / Hendrik Schmidt)

Rockstars und Jeansdesigner nutzen Rilke-Verse als Kontext. Und es gibt viele weitere Bespiele für den weltweiten Einfluss deutscher Literatur. Die Germanistin Sandra Richter hat ein Buch über deren Weltgeschichte veröffentlicht – "eine Geschichte des kulturellen Austauschs".

Antisemitismus in Deutschland"Wir brauchen eine gesellschaftspolitische Offensive"

Volker Beck (Grüne) spricht am 03.06.2016 im Deutschen Bundestag in Berlin. (dpa)

Auf Demonstrationen in Berlin wurden kürzlich israelische Flaggen verbrannt. Volker Beck von den Grünen fordert deswegen mehr Aufklärung über Antisemitismus. Allein mit ordnungspolitischen Maßnahmen ließe sich das Problem nicht lösen, sagte er im Dlf.

80 Jahre Bunker in WünsdorfNazis, Russen und Touristen

Ein Bunker im Wald nahe dem brandenburgischen Ort Wünsdorf. (Philipp Buder/Thomas Klug)

1937 wurde im brandenburgischen Wünsdorf mit dem Bau streng geheimer Bunker begonnen – das Oberkommando der Wehrmacht sollte von dort den Zweiten Weltkrieg dirigieren. Die Bunkeranlagen sind mittlerweile ein Mahnmal und locken viele Touristen an.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU-Beitrittsverhandlungen  Türkei kritisiert neue österreichische Regierung | mehr

Kulturnachrichten

NRW-Museen schließen sich zusammen | mehr

 

| mehr