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In Deutschland fehlen Spenderorgane

Wartezeit für eine Niere beträgt sechs Jahre

Die Leber: Jeden Tag sterben drei Menschen, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ erhalten. (NIH)
Die Leber: Jeden Tag sterben drei Menschen, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ erhalten. (NIH)

In Deutschland herrscht noch immer ein Mangel an Spenderorganen. Rund 12.000 schwer kranke Menschen warteten auf ein lebensrettendes Herz, eine Lunge, eine Leber oder eine Bauchspeicheldrüse, erklärte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in Berlin.

Täglich stürben drei Patienten, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ erhielten. Die Wartezeit für eine Niere betrage beispielsweise durchschnittlich sechs Jahre, teilte die Stiftung anlässlich des "Tags der Organspende" am Samstag mit.

Informationskampagnen geplant

Um die Situation zu verbessern, sollte in jedem Krankenhaus ein Transplantationsbeauftragter ernannt werden. Außerdem will die DSO im Herbst eine bundesweite Informationskampagne starten. "Durch klare Botschaften und positive Impulse möchten wir die Menschen motivieren, sich näher mit der Organspende auseinanderzusetzen und eine Entscheidung fürs Leben zu treffen", sagte Vorstand Günter Kirste. Noch immer seien zu wenige Menschen bereit, sich damit zu beschäftigen und ihre Entscheidung in einem Organspendeausweis zu dokumentieren.

Auch der Ärzteverband Marburger Bund plädierte für eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die Notwendigkeit von Organspenden. "Die erhebliche Differenz zwischen hoher Spendenbereitschaft und geringer Anzahl an Organspendeausweisen muss mit einer politischen Aufklärungskampagne überwunden werden", sagte der Verbandsvorsitzende Frank Ulrich Montgomery.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt im Bundestag (AP)Gesundheitsministerin Ulla Schmidt regt Informationskampagnen für Organspenden an. (AP)Neben DSO und Marburger Bund regte auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt Informationskampagnen für mehr Organspenden an. Ziel sei es, Ängste zu überwinden, sagte die SPD-Politikerin im Deutschlandfunk. Dabei müsse jedoch das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen respektiert werden. Eine Regelung, nach der Organe entnommen werden dürfen, wenn kein Widerspruch vorliegt, sei nicht der richtige Weg. (Text/ MP3-Audio)

Zuletzt hatte der Nationale Ethikrat ein Stufenmodell vorgeschlagen, wonach künftig Organe von Verstorbenen entnommen werden können, wenn diese zu Lebzeiten keinen Widerspruch eingelegt haben und auch die Angehörigen keine Einwände haben.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:23 Uhr

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