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In Zukunft sehen wir alt aus

Zweiter Demografiegipfel berät über eine alternde Gesellschaft

Viele Rentner, wenig Kinder: So sehen Demografieforscher die deutsche Gesellschaft der Zukunft (AP)
Viele Rentner, wenig Kinder: So sehen Demografieforscher die deutsche Gesellschaft der Zukunft (AP)

2060 wird Deutschland 20 Prozent weniger Einwohner haben als heute. Ein Drittel der Bevölkerung wird dann über 65 Jahre alt sein. Wie soll sich die Gesellschaft darauf einstellen? Diese Frage versucht der zweite Demografiegipfel der Bundesregierung zu klären.

Zu dem Treffen werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Finanzminister Wolfgang Schäuble erwartet. Dazu kommen Wissenschaftler, engagierte Bürger und Vertreter von Sozialverbänden nach Berlin.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Bundeskanzlerin erstmals zum Demografiegipfel geladen. Damals waren neun Arbeitsgruppen eingesetzt worden. Nun sollen sie erste Ergebnisse vorlegen.

Weniger Babys, mehr Zuwanderer

Die Experten haben dabei so unterschiedliche Themen behandelt wie den öffentlichen Nahverkehr, den altersgerechten Umbau von Wohngebäuden oder den Bedarf an Fachkräften. Denn klar ist: Auf all diesen Gebieten muss sich noch viel ändern, weil die Gesellschaft schrumpft und älter wird.

Michael Sommer, DGB-Vorsitzender (Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré)Höher Steuern für ledige Besserverdiener fordert Michael Sommer, DGB-Vorsitzender (Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré)Bereits heute liegt die Geburtenrate auf einem Rekordtief. 2011 wurden 663.000 Kinder in Deutschland geboren – so wenig wie nie zuvor nach dem Zweiten Weltkrieg. Bevölkerungsforscher rechnen damit, dass im Jahr 2050 weniger als 70 Millionen Einwohner in der Bundesrepublik leben werden. Heute sind es knapp 82 Millionen. Gleichzeitig wird die Gesellschaft immer älter. 2060 könnte ein Drittel der Deutschen 65 Jahre oder älter sein. Damit sinkt auch die Zahl der erwerbsfähigen Personen. Diese Entwicklung könnte allerdings durch eine stärkere Zuwanderung aufgefangen werden. Deshalb ist dieses Thema ein Schwerpunkt auf dem Demografiegipfel. Politiker von Regierung und Opposition forderten vor der Konferenz eine "Willkommenskultur" für Einwanderer.

DGB-Chef Michael Sommer sagte im Deutschlandfunk, in einem reichen Land wie Deutschland sei der demografische Wandel verkraftbar. Um die Sozialsysteme weiterhin finanzieren zu können, müsse man Besserverdienende ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro für Ledige höher besteuern, forderte er.

Suche nach neuen Wohnformen

Experten rechnen damit, dass kleine Dörfer, die abseits von Ballungszentren liegen, in ihrer Existenz gefährdet sein könnten. Eine wichtige Frage wird also sein, wie dort noch ein ausreichendes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten gewährleistet werden kann.

Erhebliche Investitionen werden im Bereich des Wohnungsbaus nötig werden. Heute sind behindertengerechte Mietwohnungen Mangelware. Die Nachfrage dürfte weiter ansteigen, wenn sich immer mehr alte Menschen wünschen, möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können.

Mehr Informationen auf dradio.de:

Chancen des demografischen Wandels
Ausstellung "Zukunft leben" der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin

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Wortwechsel vom 28.12.2012

Wenn Omas Häuschen nur noch die Hälfte wert ist
Grünen-Politikerin Eveline Lemke über Strategien gegen verwaiste Dörfer

Das Jahrbuch 2012 des Statistischen Bundesamtes
Schwerpunkt: Der demografische Wandel und die Folgen für die Gesellschaft

Konzerne umwerben Mütter
Wie auch Frauen über 50 zurück in den Beruf finden können

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr

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