Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ingrid Betancourt ist wieder frei

Militär rettet frühere Präsidentschaftskandidatin Kolumbiens

Nach sechs Jahren Geiselhaft befreit:  Ingrid Betancourt (AP)
Nach sechs Jahren Geiselhaft befreit: Ingrid Betancourt (AP)

Nach mehr als sechs Jahren ist die kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt aus der Gewalt der linksgerichteten FARC-Rebellen befreit worden. Die 46-Jährige wurde gemeinsam mit drei US-Bürgern und elf weiteren Geiseln gerettet. Verteidigungsminister Juan Manuel Santos sprach in Bogota von einem beispiellosen Militäreinsatz.

Dabei hätten sich Soldaten als Besatzung eines Hubschraubers ausgegeben, der die Geiseln an einen anderen Ort bringen sollte. Während des Fluges seien die Rebellen überwältigt worden. Ingrid Betancourt, die auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte sich 2002 um das höchste Staatsamt in Kolumbien beworben.

Trotz der überraschenden Geiselbefreiung hält der stellvertretende Direktor der "Stiftung Wissenschaft und Politik", Günther Maihold, einen Zusammenbruch der Rebellengruppe FARC für unwahrscheinlich. Durch Lösegelderpressungen und Rauschgifthandel sei sie weiterhin eine gute Einnahmequelle für ihre Anführer, meinte Maihold in den "Informationen am Mittag" im Deutschlandfunk. (Text/ MP3-Audio)

Die Regierungen Frankreichs und Venezuelas hatten sich um die Freilassung der Politikerin bemüht. Gemeinsam mit Betancourts Kindern dankte der französische Präsident Nicolas Sarkozy dem kolumbianischen Präsidenten Uribe.

Für den Sohn, Lorenzo Betancourt, war es der schönste Augenblick in seinem Leben. Sein Dank galt Donnerstagnacht allen im Élysée-Palast in Paris, die sich in den letzten sechseinhalb Jahren für die Freilassung seiner Mutter eingesetzt hatten. Präsident Sarkozy hatte die Befreiung der Franco-Kolumbianerin sogar in sein Wahlprogramm geschrieben. (Deutschlandfunk, Informationen am Mittag: MP3-Audio)

Internationale Erleichterung

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in Berlin, er sei erfreut darüber, dass die Geiselhaft nach über sechs Jahren endlich zu Ende gegangen sei. Nun müsse alles dafür getan werden, auch die anderen Verschleppten gewaltlos zu befreien.

Auch die EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner reagierte mit Erleichterung. Sie sei sehr glücklich darüber, dass der sechs Jahre anhaltende Albtraum endlich zu Ende gegangen sei, sagte sie in Brüssel.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die FARC-Rebellen auf, auch die übrigen Gefangenen freizulassen. Zudem appellierte Ban an die Rebellen, zusammen mit der kolumbianischen Regierung über ein Ende des Konflikts zu verhandeln.

In Kolumbien findet seit mehr als 40 Jahren ein Bürgerkrieg zwischen der Armee, rechtsextremen Paramilitärs und linksgerichteten Guerillagruppen statt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:30 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Klangkunst

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

ItalienBeppe Grillos Jagd auf den Killer-Journalismus

Beppe Grillo, der Anführer der "5-Sterne"-Bewegung, wirbt am 2. Dezember 2016 in Turin für ein "Nein" beim Referendum über eine Verfassungsreform in Italien. (dpa / picture alliance / ANSA / Alessandro Di Marco)

Roms Bügermeisterin Virginia Raggi war angetreten, die Regierungsfähigkeit von Beppo Grillos Fünf-Sterne-Bewegung zu demonstrieren. Doch stattdessen sorgt sie fast täglich für schlechte Presse. Grillo macht dafür einen Killer-Journalismus verantwortlich. Nun stellt er besonders verhasste Medienvertreter gezielt an den Pranger.

Zur Merkel-Kritik von Walter Kohl"Man schaut in einen fürchterlichen Abgrund"

Der Unternehmer und Coach Walter Kohl ist der älteste Sohn von Altkanzler Helmut Kohl. (dpa/picture-alliance/Inga Kjer)

Walter Kohl beschuldigt die Kanzlerin Angela Merkel, Anteil am Tod seiner Mutter zu haben. Der älteste Sohn von Hannelore und Helmut Kohl kritisiert Merkels Umgang mit der CDU-Parteispendenaffäre. Unser Kollege Stephan Detjen sieht die Aussagen als Ausdruck zerrütteter Familienverhältnisse.

KorruptionsregisterEin Gesetzentwurf ohne große Chancen

Bauarbeiter errichten ein Stahlgeflecht in Brandenburg.  (dpa-Bildfunk / Patrick Pleul)

Das Bundeswirtschaftsministerium will Unternehmen, die durch Korruption und andere Delikte auffällig wurden, von öffentlichen Aufträgen ausschließen. Das soll über ein Wettbewerbsregister geschehen. Volker Finthammer meint: Angesichts der vielen Parallelen mit früheren Versuchen liege die Vermutung nahe, dass auch dieser Vorstoß ins Leere laufe.

Lohme auf RügenBürgermeister kämpft für ein zweites Sylt

Der Bürgermeister der Gemeinde Lohme auf Rügen, Matthias Ogilvie: Er und seine Mitstreiter wollen einen Investor im Ort ein Hotel mit "Medical Spa" bauen lassen. Außerdem Appartements, Wohnhäuser und  (picture alliance / dpa / Stefan Sauer)

Ein großartiger Blick von der Steilküste - der lässt sich doch vermarkten! In dem hoch verschuldeten Dorf Lohme auf Rügen tobt der Streit um ein neues Wellness-Zentrum, das Touristen in Massen anlocken soll. Wird sich der Bürgermeister aus dem Westen durchsetzen können?

Themenreihe Mittelpunkt MenschLehrer und blind

(Deutschlandradio / Jan Lehmann)

Martin Park erkennt jeden seiner Schüler an der Stimme. Denn sehen kann er sie nicht: Der Französisch- und Erdkundelehrer ist blind. Dass er trotz seiner Behinderung an einem Gymnasium unterrichten kann, verdankt er seinem Biss - aber auch Menschen, die ihm etwas zugetraut haben. Für ihn bedeutet Inklusion daher: Fordern, aber auch gefordert werden.

KARNEVAL UND FASCHINGFest für Herpes und Geschlechtskrankheiten

Heute beginnt in den Faschings-, Fastnachts- und Karnevalshochburgen die ganz heiße und sündige Zeit: Es wird gesoffen, geknutscht und gefummelt. Doch Vorsicht: Auch Herpesviren und Geschlechtskrankheiten lieben die tollen Tage.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Mexiko/USA  Kelly schließt Massenabschiebungen aus | mehr

Kulturnachrichten

Neues Kulturzentrum in Athen eröffnet  | mehr

Wissensnachrichten

Artenschutz  Hunde spüren Geparden auf | mehr