Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Innenminister Bouffier soll Koch-Nachfolge antreten

Nach dem angekündigten Rücktritt

Volker Bouffier (CDU) soll Kochs Nachfolger werden (AP)
Volker Bouffier (CDU) soll Kochs Nachfolger werden (AP)

In Hessen soll Innenminister Volker Bouffier die Nachfolge von Ministerpräsident und CDU-Landeschef Roland Koch antreten. Der Landesvorstand und die Kreisvorsitzenden der Partei empfahlen gestern Abend bei einem Treffen in Bad Nauheim einstimmig der CDU-Landtagsfraktion, Bouffier als Kandidaten für das Amt des Regierungschefs vorzuschlagen. Zuvor soll am 12. Juni ein Parteitag den 58-Jährigen zum neuen Landesvorsitzenden wählen.

Die Fußstapfen von Roland Koch werden seinem Nachfolger Volker Bouffier in gewisser Weise zu groß sein, meint der Grünen-Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, Tarek Al-Wazir. Es sei ihm schleierhaft, wie Bouffier einen Neuanfang in der Hessen-CDU verkörpern solle.
"Eher eine Entscheidung aus Ratlosigkeit, denn aus Überzeugung"

Koch hatte gestern bekannt gegeben, dass er sein Amt als Regierungschef Ende August aufgeben und in die Wirtschaft wechseln wird. Er will auch auf sein Landtagsmandat und den stellvertretenden CDU-Bundesvorsitz verzichten.

Junge-Union-Chef würdigt Roland Koch

Nach Ansicht von Philipp Mißfelder hinterlässt der scheidende hessische Ministerpräsident Roland Koch in der CDU eine Lücke, die nur schwer zu schließen ist. Koch stehe in der Union für eine klare ordnungspolitische Ausrichtung in der Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Wertkonservativ und mit klarer Sprache

Der Schriftsteller Peter Härtling zog dagegen eine kritische Bilanz der Politik von Roland Koch (CDU) in den vergangenen elf Jahren. Dennoch werde ihm der konservative Politiker fehlen, räumte Härtling ein.
"Ich werde ihn vermissen, aber ich bin froh, dass er weg ist"

Koch betonte, dass sein Entschluss nicht spontan gefallen sei und auch die Bundeskanzlerin seit gut einem Jahr darüber informiert sei. Mit dem Ministerpräsidenten wird auch die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger das Kabinett verlassen.

Seit 1999 ist er Ministerpräsident von Hessen und seit 2006 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU. Zuletzt war er parteiintern für seine Vorschläge kritisiert worden, auch bei der Bildung und der Kinderbetreuung zu sparen. Als Nachfolger Kochs wird der hessische Innenminister Volker Bouffier gehandelt.

Wer tritt Kochs Nachfolge als CDU-Bundesvize an?

Nach dem Rückzug von Hessens Ministerpräsident Koch debattiert die CDU darüber, wer seinen Posten als stellvertretender Bundesvorsitzender übernimmt. Wie eine Reihe von Politikern brachte auch der Chef des Mittelstandskreises der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs, Sachsens Regierungschef Stanislav Tillich ins Spiel. Fuchs betonte im Südwestrundfunk, beim Thema "Abbau von Subventionen und Ausnahmeregelungen" sei Tillich ein Mann des Wirtschaftsflügels. Der baden-württembergische Ministerpräsident Mappus kommt dagegen als Kandidat offenbar nicht in Frage. Der Generalsekretär der Südwest-CDU, Strobl, sagte der "Südwest Presse" aus Ulm, mit Bundesforschungsministerin Schavan als Stellvertreterin von Parteichefin Merkel sei die Region bereits optimal vertreten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Radionacht Information

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Konflikte um Jerusalem"Religion ist potenziell gefährlich"

Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums in Berlin (Deutschlandradio / M. Hucht)

Juden, Christen und Muslime erheben Anspruch auf Jerusalem. Das führt oft zu Gewalt. Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums Berlin, plädiert für eine Unterordnung der Religion. Religionsführer müssten "das Primat der demokratischen Rechtsordnung anerkennen", sagte Schäfer im Dlf.

Europäisches Handgepäck (6/7)Zerbrechliche Bilder aus Paris

Ausstellung im Albert-Kahn-Museum in Paris (FRANCOIS GUILLOT / AFP)

Anfang des 20. Jahrhunderts war der Bankier Albert Kahn einer der reichsten Männer Frankreichs - ein Kosmopolit und ein fanatischer Pionier der gerade entstehenden Farbfotografie. Er schickte Dutzende von Fotografen in alle Regionen der Welt, um die Vielfalt der menschlichen Kulturen zu dokumentieren.

Radikaler AvantgardistDieter Schnebel im Alter von 88 Jahren gestorben

Der Komponist Dieter Schnebel (imago / Stefan M Prager)

Er war Theologe und Musikwissenschaftler: Dieter Schnebel. Bekannt aber wurde Schnebel vor allem für seine Kompositionen und seine Lehre auf dem Feld der experimentellen Musik. Schnebel starb am Pfingstsonntag im Alter von 88 Jahren.

"Frankenstein" an der Staatsoper HamburgJenseits von Gruselromantik

Die Oper "Frankenstein" auf der Bühne im Theater auf Kampnagel. (dpa / Christian Charisius)

Mary Shelleys "Frankenstein" ist ein politisches Statement, eine Zukunftsvision, eine Schauergeschichte und ein Roadmovie. Auf Kampnagel hatte nun eine beeindruckende Opern-Adaption der Hamburger Staatsoper Premiere.

Prinzeninseln vor IstanbulZwischen Naturschutz, Tradition und Luxus-Tourismus

Zwei Pferde ziehen eine Kutsche mit Touristen einen von Bäumen gesäumten Weg entlang. (imago / Westend61)

Eine einstündige Schifffahrt entfernt von Istanbuls wuseligen Gassen, Shoppingcentern und immer neuen Baustellen liegen die neun Prinzeninseln. Dort gibt es jede Menge Natur, kleine Promenaden und prachtvolle Villen: ein Rückzugsort für reiche Großstädter und stadtmüde Touristen.

1978: Argentiniens Triumph und TrauerWM-Finale unweit des Folterzentrums

Der argentinische Junta-Chef, General Jorge Videla (2.v.r.), freut sich. Er überreicht bei der Siegerehrung am 25.06.1978 im River Plate-Stadion in Buenos Aires den WM-Pokal an Argentiniens Kapitän Daniel Passarella (r), der von seinem Teamgefährten Americo Gallego (Nr. 6) flankiert wird.  (dpa / picture-alliance)

Am 25. Juni 1978 gewann Argentinien die Fußball-WM im eigenen Land. Doch während die einen feierten, wurden andere unweit der Fußballstadien gefoltert. 30.000 Menschen fielen der Diktatur zum Opfer. Bis heute suchen Menschen nach ihren Angehörigen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Regierungsbildung  Der Neue in Italien | mehr

Kulturnachrichten

"LOVE": US-Künstler Robert Indiana gestorben | mehr

 

| mehr