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Integrationsvolontariate im Deutschlandradio

Ahmad Wali Temori, Hiba Obaid, Programmdirektor Andreas Peter Weber und Jamal Ali (© Deutschlandradio/ E.Kavanaugh)
v.l.n.r.: Ahmad Wali Temori, Hiba Obaid, Programmdirektor Andreas Peter Weber und Jamal Ali (© Deutschlandradio/ E.Kavanaugh)

Von September bis November 2017 volontieren drei junge Journalisten, die aus Syrien, Afghanistan und Aserbaidschan geflohen sind, bei Deutschlandfunk Kultur in Berlin.

Die jeweils einmonatigen Praktika sind Teil eines von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) eingeführten Programms zur Integration junger Nachwuchsjournalisten mit Fluchterfahrung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Deutschlandfunk Kultur unterstützt das Projekt als Kooperationspartner der mabb und von ALEX Berlin TV. Nach den Stationen in Fernsehredaktionen und Stagen im Printbereich, etwa beim Tagesspiegel und der taz, erhalten die drei Volontäre bei Deutschlandfunk Kultur einen Einblick in die Radioproduktion. Nacheinander hospitieren sie hier in der Online-Redaktion und den Abteilungen Hintergrund, Aktuelles und Musik.

Den Anfang macht die 27-jährige Syrerin Hiba Obaid. Sie studierte arabische Literatur in Aleppo, schrieb unter Pseudonym für regimekritische Zeitungen und floh schließlich 2013 über den Libanon in die Türkei. Im Oktober 2015 erreichte sie Berlin, wo sie seitdem bereits für den Tagesspiegel und die Online-Zeitung "Wir machen das" geschrieben hat.

Ihr folgt Anfang Oktober Ahmad Wali Temori. Der 23-jährige Afghane studierte in Kabul Politik und arbeitete als Übersetzer für die US-Streitkräfte. Nach Morddrohungen der Taliban floh er über den Iran, die Türkei und Griechenland. Seit August 2015 lebt er in Deutschland. Hier war er u.a. für den Tagesspiegel und in der Berliner Philharmonie tätig.

Im November beginnt der Musiker Jamal Ali sein Praktikum im Funkhaus. Der ausgebildete Tonmeister wurde 2012 in seinem Heimatland Aserbaidschan für seine regimekritischen Lieder inhaftiert. Aus dem Exil in Berlin produziert er seit 2013 eines der erfolgreichsten Exilmedien Deutschlands, Meydan TV, zu dessen Gründungsmitgliedern er gehört.

Journalistinnen und Journalisten werden häufig aufgrund ihrer kritischen Arbeit in ihren Herkunftsländern zur Flucht gezwungen. In ihrer neuen Heimat Deutschland haben sie es schwer, auf dem Medienmarkt Fuß zu fassen. Das 18-monatige Integrationsvolontariat soll durch eine mehrstufige, trimediale journalistische Ausbildung dabei helfen, eine qualifizierte Beschäftigung zu finden.