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Internationale Empörung nach Angriff auf US-Konsulat in Libyen

Obama verurteilt Tötung von Botschafter

Demonstranten stürmen US-Botschaft in Kairo (picture alliance / dpa / Khaled Elfiqi)
Demonstranten stürmen US-Botschaft in Kairo (picture alliance / dpa / Khaled Elfiqi)

Bei einem Angriff auf das Konsulat der USA in Bengasi sind der US-Botschafter und drei seiner Mitarbeiter getötet worden. Auch die amerikanische Vertretung in Kairo wurde attackiert. Auslöser der Gewalt ist ein islamfeindlicher Film.

Das Weiße Haus bestätigte mittlerweile, dass beim Angriff US-Botschafter Chris Stevens getötet worden ist. Präsident Barack Obama verurteilte den "empörenden Angriff" scharf und ordnete an, weltweit die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutze diplomatischer US-Einrichtungen zu erhöhen.

Die Bundesregierung bezeichnete den Angriff als "tragisch und schwer erträglich". Sie rief zu Besonnenheit auf. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte, "solche Gewalt kann niemals gerechtfertigt werden". Der französische Staatspräsident François Hollande verurteilte den Vorfall "mit größter Entschiedenheit". Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich in einer Mitteilung "tief betroffen von dem verachtenswerten Angriff".

Am Dienstag hatten Gewalttäter am Abend das US-Konsulat in Bengasi angegriffen. Der Botschafter und drei weitere Amerikaner wurden getötet, als sie versuchten mit einem Auto zu fliehen. Bei dem Angriff sind nach Angaben eines UN-Vertreters auch libysche Sicherheitskräfte getötet worden. Es habe möglicherweise bis zu zehn Tote und Verletzte unter den libyschen Sicherheitskräften gegeben, sagte der stellvertretende libysche Vertreter bei der UN, Ibrahim Dabbaschi, in New York. Hintergrund der Ausschreitungen ist ein als islamfeindlich empfundener Film eines amerikanischen Produzenten. Vor der amerikanischen Botschaft in Tunis demonstrierten dann einen Tag später rund einhundert radikal-islamische Salafisten gegen den Film.

Wut auf Mohammed-Film

Der Amateurfilm macht sich über den muslimischen Propheten Mohammed lustig. Produziert wurde er von einem US-Bürger mit israelischen Wurzeln, wie das "Wall Street Journal" berichtete. Sam Bacile, ein Entwickler von Immobilienprojekten aus Kalifornien, bezeichnete den Islam in einem Interview mit der Zeitung als "Krebs".

Bereits Anfang Juli wurde eine 14-minütige Vorschau des Films "Innocence of Muslims" (Die Unschuld der Muslime) auf YouTube gestellt. In dem Zusammenschnitt wird Mohammed als Frauenheld, Kinderschänder und Mörder dargestellt sowie als "Bastard" beschimpft. Der "New York Times" zufolge erhielt der Trailer wenig Aufmerksamkeit, bis in der vergangenen Woche eine auf Arabisch übersetzte Version auftauchte. Schließlich griffen Zeitungen und das Fernsehen in Ägypten das Thema auf.

In Afghanistan ließ die Regierung das Video-Portal Youtube blockieren, um die Verbreitung eines Ausschnitts des Films zu unterbinden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr

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