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Internationale Gemeinschaft verspricht Afghanistan Hilfe bis 2024

Abschluss der Afghanistan-Konferenz in Bonn

Ki Moon, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der afghanische Präsident Hamid Karsai und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) (picture alliance / dpa/Federico Gambarini)
Ki Moon, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der afghanische Präsident Hamid Karsai und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) (picture alliance / dpa/Federico Gambarini)

Die internationale Staatengemeinschaft hat Afghanistan auch nach dem Truppenabzug 2014 Hilfe zugesagt. Präsident Hamid Karsai verpflichtet sich im Gegenzug zu Reformen wie der Bekämpfung der Korruption und des Drogenhandels - und zu einem fortschreitenden Demokratisierungsprozess.

Im Schlussdokument der Afghanistankonferenz hat die internationale Gemeinschaft bekräftigt, auch nach 2014 und dem Abzug der ISAF-Truppen Afghanistan weiter helfen zu wollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Afghanistan langfristige Hilfe über den Abzug der internationalen Kampftruppen hinaus zu. "Afghanistan kann sich auch nach 2014 auf die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft verlassen", sagte Merkel.

Hilfe an Bedingungen geknüpft

Im Gegenzug versprach Präsident Hamid Karsai, dass Afghanistan Fortschritte beim Kampf gegen Korruption und Drogenhandel machen wolle sowie den Demokratisierungsprozess vorantreiben werde. Karsai sprach in seiner Abschlusserklärung von einem "goldenen Tag für Afghanistan", wie Gerwald Herter im Deutschlandfunk berichtetet. Ein wichtiges Ergebnis der Konferenz sei, dass Afghanistan Verantwortung für sein Land übernehme, so Herter weiter.

Angela Merkel (m.) mit Hamid Karsai (l.) und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (picture alliance / dpa/Oliver Berg)Angela Merkel (m.) mit Hamid Karsai (l.) und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (picture alliance / dpa/Oliver Berg)Die verschiedenen Positionen der internationalen Gemeinschaft sind auf der Konferenz deutlich geworden. Merkel appellierte an Karsai, die Korruption und den Drogenhandel entschiedener zu bekämpfen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte bereits im Vorfeld im Deutschlandfunk, es sei "in unserem eigenen Interesse, dass wir Afghanistan stabilisieren - aber in Zukunft natürlich mit dem Schwerpunkt zivil". Im Gegenzug verlangte Westerwelle von Karsai weitere Reformen. Ähnlich äußerte sich auch der russische Außenminister Sergej Lawrow. Er sagte, dass die Situation in Afghanistan wenig Anlass zum Optimismus gebe. Afghanistan müsse deutlich etwas für die Bekämpfung des Terrorismus und des Drogenhandels tun. Hillary Clinton, die amerikanische Außenministerin, machte deutlich, dass Afghanistan vor allem Fortschritte im Hinblick auf die Unterbindung der Korruption machen müsse.

Guido Westerwelle (FDP) und Hamid Karsai auf der Afghanistankonferenz in Bonn (picture alliance / dpa / Federico Gamberini)Guido Westerwelle (FDP) und Hamid Karsai auf der Afghanistankonferenz in Bonn (picture alliance / dpa / Federico Gamberini)

Pakistan bleibt wichtiger Akteur

Das Fehlen Pakistans, so heißt es in der Schlusserklärung, habe den Erfolg der Konferenz nicht getrübt. Sowohl Pakistan wie auch der Iran wurden für ihre geleistete Arbeit bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan erwähnt. Nach einem NATO-Luftangriff auf pakistanische Grenzposten, bei dem 24 pakistanische Soldaten getötet wurden, hatte die Regierung in Islamabad den Boykott der Konferenz angekündigt. Das Nachbarland ist für einen Friedensprozess, jedoch unterstützend und nicht lenkend, wie Anne Raith im Deutschlandfunk berichtet.

Als größter Nachbar Afghanistans ist Pakistan wichtiger Baustein für den Friedensprozess in der Region. An der 2500 Kilometer langen Grenze der beiden Länder kommt es häufiger zu Spannungen. Die Grenzgebiete auf pakistanischer Seite gelten als Rückzugsgebiet radikaler Islamisten. Obwohl die Armee Pakistans mit Unterstützung der USA gegen die Taliban im Land vorgeht, halten sich Vorwürfe, dass die pakistanische Armee und Geheimdienst die Taliban unterstützen.

Im Zentrum der Konferenz stand der Abzug der ISAF-Truppen bis Ende 2014. Nach diesem Datum sollen keine ausländischen Kampftruppen mehr in Afghanistan stationiert sein. Deutschland war Gastgeber der Konferenz, den Vorsitz führt die afghanische Regierung. Dass man den Zeitpunkt für den Abzug der internationalen Truppen konkret festgelegt hat, habe "den Taliban auch Türen geöffnet zu sagen, wir müssen vielleicht gar nicht verhandeln, wir warten einfach, bis die abziehen, dann versuchen wir, die Sache militärisch zu regeln", sagte Thomas Ruttig, Ko-Direktor des Afghanistan Analysts Network, im Deutschlandfunk.

Vor zehn Jahren hatte die internationale Staatengemeinschaft auf dem Bonner Petersberg die erste Afghanistan-Konferenz abgehalten. Gewaltenteilung, Aufbau eines Rechtsstaats, Parlamentarismus und demokratische Wahlen wurden als Ziele vereinbart. Zudem sollten internationale Berater Armee und Polizei auf einen europäisch-westlichen Standard bringen.


Mehr dazu:
Merkel sagt Karsai langfristige Hilfe zu - <br> Internationale Afghanistan-Konferenz in Bonn
Die Probleme der Zivilgesellschaft in Afghanistan sind immer noch akut

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

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