Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Iran nimmt weitere Atomanlagen in Betrieb

Vorstufe zur Anreicherung von Uran

Bestreitet die militärische Nutzung des Urans: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (picture alliance / dpa / Presidential Official Website)
Bestreitet die militärische Nutzung des Urans: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (picture alliance / dpa / Presidential Official Website)

Nach eigenen Angaben hat der Iran zwei Uranminen und Atomanlage in Betrieb genommen – und kontrolliert jetzt laut Präsident Mahmud Ahmadinedschad die gesamt nukleare Produktionskette.

Die Entscheidung dazu habe Ahmadinedschad getroffen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Irna aus Teheran. Die Uranminen befinden sich in Sagand, etwa hundert Kilometer vom dem im Bau befindlichen neuen Atomkomplex in Adrakan entfernt. Dort wird nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP in bis zu 350 Metern Tiefe Natururan abgebaut. Allerdings gehen westliche Experten davon aus, dass das Uran von minderer Qualität ist.

Bislang auf Uranimporte angewiesen

Uran muss zunächst konvertiert werden - das soll in der Anlage von Adrakan geschehen. Die Konversion ist eine Vorstufe zur Anreicherung von Uran. Niedrig angereichertes Uran reicht für die Energieproduktion und für medizinische Zwecke aus. Für militärische Zwecke wie eine Atombombe muss das Uran besonders hoch angereichert werden.

Bislang war der Iran für sein Atomprogramm auf Uran-Importe angewiesen. "Wir kontrollieren inzwischen die gesamte Produktionskette der nuklearen Energieproduktion", sagte Ahmadeinschad heute.

Gescheiterte Atomgespräche

Die Eröffnung der Anlagen erfolgte kurz nach dem Scheitern der jüngsten Atomgespräche mit der internationalen Gemeinschaft. Das Treffen der fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschlands mit dem Iran war am Samstag in der kasachischen Großstadt Almaty ohne Annäherung zu Ende gegangen. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie ein Atomwaffenprogramm zu betreiben. Der Iran bestreitet dies.

Mehr zum Thema bei dradio.de:
Verhaltener Optimismus - Zweite Runde der Atomgespräche mit dem Iran in Almaty
Die politische Moral von Sanktionen - Warum Bestrafung oft nicht das richtige Mittel ist
Internationale Presseschau vom 8. April 2013
Atomgespräche ohne Einigung

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 08:50 Uhr Presseschau

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 08:50 Uhr Buchkritik

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Aarhus-Projekt Dänemarks Umgang mit jungen Islamisten

Menschen erinnern am 14. Februar 2016 mit einer Lichterkette an die Anschläge vor einem Jahr in Kopenhagen. (dpa / picture alliance / Claus Bech)

Dialog und harte Hand - so beschreibt der Bürgermeister der dänischen Stadt Aarhus das erfolgreiche Projekt, Syrien-Rückkehrern die Chance zu geben, zurück in ein normales Leben zu finden. Gemeinsam mit muslimischen Mentoren geht die Polizei mit den islamistischen Extremisten in den Dialog.

Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat"Ein Comic-Manifest erklärt die Medienwelt

Ausschnitt aus der deutschen Übersetzung der Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat", geschrieben von Brooke Gladstone und gezeichnet von Josh Neufeld (Correctiv / David Schraven)

Der Journalismus hat zurzeit Probleme mit seiner Glaubwürdigkeit. Ob die Medien sogar fremdgesteuert sind, ist Thema von "Der Beeinflussungsapparat". Die Recherchegruppe Correctiv hat die Graphic Novel aus den USA nun auf Deutsch herausgegeben.

ChinaAKW Hualong 1 für den Sudan

China exportiert Reaktortechnik und baut im Sudan das erste Atomkraftwerk des Landes. Für China ist das der Auftakt. Geplant ist der Export von 30 Reaktoren bis 2030.

Kritik zum Katholikentag"Die christlichen Kirchen werden massiv privilegiert"

Teilnehmer der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) haben sich am 24.05.2016 in der Kongresshalle in Leipzig (Sachsen) versammelt. (picture alliance / dpa / Sebastian Willnow)

Staat und Kirche müssten konsequenter getrennt werden, fordert der konfessionslose Jurist Maximilian Steinhaus anlässlich des Katholikentages. Die Gesellschaft sei so vielfältig, dass der Staat die unterschiedlichen Weltanschauungen gar nicht gerecht fördern könne.

LandwirtschaftAntibiotika kurbeln Produktion von Treibhausgasen an

Rinder in einem Stall in Deutschland. (imago stock&people)

Antibiotika werden in der Landwirtschaft nicht nur bei Krankheiten von Nutztieren verabreicht, sondern auch als Wachstumsbeschleuniger eingesetzt. Forscher warnen immer wieder davor, dass so antibiotikaresistente Krankheitserreger entstehen. Aber es gibt wohl noch einen weiteren Nebeneffekt.

TV in Russland Sex, Klatsch und viel Propaganda

 Russlands prominente Sex-Beraterin im Fernsehen: Anfisa Chekhova. (imago)

Das russische Fernsehen ist weitgehend unter staatsnaher Kontrolle. Aber anders als zu Sowjetzeiten, als staatstragende Medien öde und langweilig waren, wird die Propaganda heute in beliebte Unterhaltung verpackt - die einen großen Teil der Bevölkerung erreicht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Frankreich  Arbeitsniederlegungen in Kernkraftwerken | mehr

Kulturnachrichten

US-Sammler zahlt über drei Millionen Euro für Shakespeare-Bände  | mehr

Wissensnachrichten

USA  Atomstreitkräfte nutzen Floppy-Discs | mehr