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Iran treibt Urananreicherung voran

Internationale Gemeinschaft warnt - Teheran kontert

Die iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad besucht die Atomanreicherungsanlage in Natanz (April 2008) (dpa / STR)
Die iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad besucht die Atomanreicherungsanlage in Natanz (April 2008) (dpa / STR)

Der Iran treibt sein umstrittenes Atomprogramm voran und riskiert damit eine Eskalation in dem seit Jahren schwelenden Konflikt. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde hat das Land seine Technik zur Anreicherung von Uran massiv ausgeweitet - zur friedlichen Nutzung, betont Teheran.

Der jüngste Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde beweist nach Ansicht des Irans, dass das iranische Atomprogramm nicht militärischen Zwecken dient. Der Report dokumentiere außerdem, dass die Urananreicherung ohne Probleme und unter Aufsicht der IAEA verlaufe, hieß es heute aus Teheran.

Wenige Tage vor neuen Gesprächen des UNO-Sicherheitsrats mit dem Iran über das Atomprogramm hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gestern einen neuen Bericht veröffentlicht. Demnach hat das Land mit der Installation neuer Zentrifugen zur Urananreicherung begonnen.

Nach Angaben der IAEA treibt das Land sein umstrittenes Nuklearprogramm also voran. In der Anlage bei Natans hätten Wissenschaftler 180 moderne Zentrifugen vom Typ IR-2m sowie leere Zentrifugenbehälter angeschlossen, heißt es in einem vertraulichen IAEA-Bericht. Die neuen Zentrifugen seien leistungsfähiger. Mit ihnen sei es möglich, schneller als bisher Uran auf 20 Prozent anzureichern. Der Iran verfüge derzeit über 167 Kilogramm. Als Ausgangsmaterial für den Bau einer Atomwaffe werden in der Regel 240 bis 250 Kilogramm benötigt.

IAEA fordert einen freieren Zugang zu den iranischen Atomanlagen

In ihrem Bericht stellt die IAEA fest, dass es in den Gesprächen mit dem Iran über das Atomprogramm keine Fortschritte gebe. Auch nach mehreren Treffen seit dem vergangenen Jahr sei es "nicht möglich, ein Dokument für eine strukturelle Herangehensweise fertigzustellen oder einen echten Ansatz in diese Richtung zu beginnen". Weiter bemängelte die Behörde, dass der Iran den internationalen Inspektoren keinen Zugang zur Militäranlage in Parchin gewährt habe. Dies unterlaufe die Bemühungen der IAEA, Licht in das umstrittene Atomprogramm zu bringen.

USA und Großbritannien alarmiert

"Die Installation neuer Zentrifugen würde eine neue Eskalation und eine fortgesetzte Verletzung der Verpflichtungen des Iran gemäß den Resolutionen des Sicherheitsrates und der IAEA darstellen. Das wäre ein weiterer provokativer Schritt", erklärte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Ein Sprecher des US-Präsidialamts erklärte, der Iran riskiere eine weitere Isolation, sollten seine Unterhändler bei den anstehenden Gesprächen in der kommenden Woche die Bedenken der internationalen Gemeinschaft nicht zerstreuen können. Das Fenster für Diplomatie sei noch offen, aber es werde sich irgendwann schließen.

Auch das britische Außenministerium erklärte, der IAEA-Bericht gebe Anlass zur Sorge. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte, der Iran bewege sich langsam, aber sicher auf die rote Linie zu. Bereits vor den Vereinten Nationen hatte Netanjahu gefordert, der Iran dürfe nicht einmal für eine einzige Nuklearwaffe Atommaterial besitzen.

Für kommenden Dienstag sind in Kasachstan neue Gespräche der sogenannten 5+1-Gruppe aus den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern und Deutschland mit dem Iran angesetzt. Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück. Nach ihren Angaben dient das Programm rein zivilen Zwecken. Allerdings hat der Iran unabhängige Kontrollen seiner Atomanlagen in der Vergangenheit immer wieder behindert und damit Zweifel an seinen friedlichen Absichten genährt.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

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