Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Irlands Rettung nimmt Gestalt an

EU begrüßt Sparprogramm der Regierung in Dublin

Finanzhilfe aus der EU: Irland ist unter den Rettungsschirm geschlüpft. (AP)
Finanzhilfe aus der EU: Irland ist unter den Rettungsschirm geschlüpft. (AP)

Das hoch verschuldete Irland hat sein Rettungspaket geschnürt: Es sieht EU-Finanzhilfen in Kombination mit einem drastischen Sparprogramm vor. Die EU zeigt sich aufgeschlossen für den Plan aus der Schuldenkrise.

85 Millionen Euro will Irland aus dem dem internationalen Rettungsfonds aufnehmen, darüber wird nun mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) verhandelt. Laut tagesschau.de schätzt EU-Währungskommissar Olli Rehn dies als solide Basis für die weiteren Gespräche ein. Innerhalb von vier Jahren sollen zudem 15 Milliarden Euro im Land selbst eingespart werden, diese Summe hat sich die irische Regierung in ihrem Sparprogramm auferlegt. Es handelt sich damit um die drastischste Haushaltskürzung in der Geschichte des Landes.

Das Rettungspaket sorgte an der Börse allerdings zunächst nur kurzfirstig für eine Verbesserung der Stimmungslage, weil viele Anleger nun ein Übergreifen der Schuldenkrise auf weitere Staaten befürchten. Konkrete Anzeichen gibt es bereits: Der größte Generalstreik seit mehr als 20 Jahren hatte am Mittwoch das öffentliche Leben in Portugal weitgehend lahmgelegt. Das Land ist ebensfalls hoch verschuldet, die Menschen protestierten gegen den Sparkurs der Regierung. Auch Spanien und Italien sind Kandidaten, die für Finanzhilfen in Frage kommen.

Der haushaltspolitische Sprecher der FDP, Otto Fricke, warnte im Interview mit dem Deutschlandfunk allerdings vor Panikmache, denn dies sei genau der Fehler der Politik in den vergangenen Jahrzehnten gewesen. "Wir müssen die Fehler vermeiden, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, sprich klare Regeln dürfen wir nicht aufweichen, wir dürfen - und das ist das Wichtige - dann aber auch bei den Maßnahmen nicht vergessen, dass wir klar anzeigen, wo die Reise hingeht, und wir müssen aufpassen, dass wir eben auch sehen, gerade als Deutsche, es ist unsere Währung, die uns viele Vorteile bringt, gebracht hat und auch noch bringen wird", erklärte Fricke.

Irland hatte am Sonntag nach langem Zögern angekündigt, infolge des Haushaltsdefizits vom Euro-Rettungsschirm Gebrauch zu machen. Die Haushaltskrise spitze sich schließlich zu einer Regierungskrise zu, die Forderung
nach vorgezogenen Neuwahlen wurde laut. Auch parteiintern wuchs der Widerstand gegen Premierminister Brian Cowen.

Mehr zum Thema:

"Der Euro ist und bleibt ökonomischer Quatsch" - Wirtschaftsprofessor Max Otte: Rettung der EU-Randstaaten möglich (DKultur)

"Die Banken sind die Gewinner" - Finanzwissenschaftler Manfred Perlitz stellt das System des Rettungsschirms infrage (DLF)

Kommentar: Irland und der Euro (DKultur)

Regierungskrise in Irland - Premier auch in eigener Partei umstritten (DKultur, DLF)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Ehe für alle"Das entfernt sich vom christlichen Eheverständnis"

Markus Blume ist seit 2008 CSU-Abgeordneter im Bayerischen Landtag.  (dpa / M.C.Hurek)

Der CSU-Politiker Markus Blume hält die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare für "Gleichmacherei". Dies gehe vielen zu weit und entferne sich vom christlichen Eheverständnis, wonach die Ehe auf Mann und Frau angelegt sei, sagte Blume im Dlf. Die CSU befürworte aber die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften.

Ehe für alleDas Ideal der "Normalität" ist eine Zumutung

Zwei weibliche Hände berühren sich, sitzend, weißes Hochzeitskleid (imago / Christine Roth)

Die Ehe für alle ist gerade groß in der Diskussion - sie verspricht Normalität für Schwule und Lesben. Doch sollten sich diese überhaupt Normalität wünschen? Die Polit-Tunte Patsy l’Amour laLove findet: Auf keinen Fall.

Migranten in ItalienDie neuen Sklaven Europas

Migranten aus Afrika warten darauf, als Erntehelfer auf den Zitrusfeldern in Gioia Tauro in Kalabrien eingesetzt zu werden. In der Landwirtschaft Süditaliens schuften viele Flüchtlinge für einen Hungerlohn. (AFP/ Filippo Monteforte)

In Italien, das mit großem Einsatz Migranten aufnimmt, werden dieselben Migranten gnadenlos ausgebeutet. Große Teile der Landwirtschaft leben von diesen Ausgebeuteten. Nicht nur in Süditalien - aber dort funktioniert das System besonders perfide.

documenta-echo: Alina SzapocznikowFragiles für die Ewigkeit

Alina Szapocznikows Arbeit "Souvenir" im Nationalen Museum für Zeitgenössische Kunst in Athen. (documenta 14 / Yiannis Hadjiaslanis)

Wie kann man die Zeit festhalten? Den Körper in der Zeit? Das eigene Sein? Alina Szapocznikows Werk kreist um diese Fragen. Für ihre Arbeiten formte sie den eigenen Körper ab, zerlegte diesen Abdruck und setzte ihn neu zusammen.

Amelia Earharts versuchte ErdumrundungVerschwunden im Pazifik

Die Flugpionierin Amelia Earhart 1928 in Hollywood, Kalifornien. (imago / Cinema Publisher Collection)

Bei dem Versuch, die Erde im Flugzeug zu umrunden, verschwand Amelia Earhart auf rätselhafte Weise über dem Pazifik. Am 29. Juni 1937 landete sie zum letzten Zwischenstopp in Neuguinea. Bis heute suchen Forscher nach Spuren der verschollenen Pilotin.

ANTI-CAFÉSBezahlt wird pro Minute

Eine Stunde macht drei Euro im Café Be'kech in Berlin. In dieser Stunde könnt ihr so viel essen und trinken, wie ihr wollt. Denn dieses Anti-Café will auch sozialer Treffpunkt sein. Kann das funktionieren?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei-Deutschland  Ankara kritisiert Auftrittsverbot für Erdogan | mehr

Kulturnachrichten

Heinz Mack erhält Moses-Mendelssohn-Medaille  | mehr

 

| mehr