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ISAF-Chef John Allen in Petraeus-Affäre verstrickt?

Allen soll "unangemessenen" E-Mail-Kontakt mit einer Frau gehabt haben

Afghanistan-Kommandeur John Allen
Afghanistan-Kommandeur John Allen (picture alliance / dpa / Jalil Rezayee)

Die Affäre um den zurückgetretenen CIA-Chef Petraeus in den USA weitet sich aus: Nun wird auch gegen Afghanistan-Kommandeur John Allen ermittelt. Eigentlich soll der bald den Posten des Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa antreten. Doch dieser Schritt wurde zunächst auf Eis gelegt.

Die Affäre um die außereheliche Beziehung des früheren CIA-Chefs David Petraeus zu seiner Biografin Paula Broadwell zieht immer größere Kreise. Inzwischen ermittelt nicht mehr nur das FBI, sondern auch das Pentagon: Die Untersuchung des US-Verteidigungsministeriums richtet sich gegen Petraeus' Nachfolger als Kommandant der internationalen Isaf-Schutztruppe in Afghanistan, General John R. Allen. Allen hatte Petraeus im Juli 2011 abgelöst.

Es geht den Angaben zufolge um E-Mails, die Allen an Jill Kelley, eine Freundin von David Petraeus, geschickt hat. Welcher Natur diese Mails waren, blieb zunächst unklar. Laut US-Medien handelt es sich bei dem schriftlichen Austausch um 20.000 bis 30.000 Seiten, die derzeit noch ausgewertet werden. Wie es heißt, soll die Korrespondenz "unangemessen" gewesen sein.

Allen bleibe zwar während der Ermittlungen auf seinem Posten, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta. Seine Nominierung als Oberkommandierender der US-Streitkräfte in Europa und der NATO-Truppen in Europa sei aber bis zur Klärung der Fakten auf Eis gelegt. An diesem Donnerstag sollte der US-Senat Allen als Nachfolger von US-Admiral James Stavridis bestätigen.

Hintergrund ist eine außereheliche Liebesbeziehung

Die Affäre Petraeus-BroadwellDie Affäre Petraeus-Broadwell (picture alliance / dpa / Isafmedia Photostream)Jill Kelley gilt als Auslöser der Affäre: Sie hatte Berichten zufolge Drohmails von Petraeus' Ex-Geliebter und Biografin, Paula Broadwell, erhalten. Broadwell soll in Kelley eine Nebenbuhlerin gesehen haben. Kelley beschwerte sich darauf hin bei FBI-Ermittlern. In diesem Zusammenhang stießen die US-Bundespolizisten schließlich auf eine außereheliche Affäre zwischen Broadwell und Petraeus. Laut "Washington Post" können außereheliche Affären vom US-Militär als krimineller Akt eingestuft werden.

Am Montagabend durchsuchte sie dann das Haus Broadwells. Nähere Angaben machte die Behörde allerdings nicht. Vor dem Anwesen waren Agenten mit Kartons zu sehen, wie sie häufig bei Durchsuchungen zur Beweissammlung verwendet werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

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