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Islamisten rücken in Malis Süden vor

UNO fordert Hilfe für hungernde Kinder

Flüchtlinge aus dem Norden Malis (dpa / picture alliance / Tanya Bindra)
Flüchtlinge aus dem Norden Malis (dpa / picture alliance / Tanya Bindra)

Die Lage in Mali ist unübersichtlich: Die Nomaden im Norden wollen unabhängig werden, die Regierung im Süden ist schwach. Nun nutzen die Islamisten die Gunst der Stunde und rücken weiter in den Süden vor. Die Städte im Norden sind bereits komplett unter ihrer Kontrolle.

Nach Agenturberichten nahmen Kämpfer einer radikal-islamischen Bewegung nun die Stadt Douentza ein, die bislang von einer säkular gesinnten Miliz kontrolliert wurde. Im Süden liegt, etwa 800 Kilometer von Douentza entfernt, die Hauptstadt Bamako. Im März hatten dort unzufriedene Soldaten die Regierung gestürzt, woraufhin Tuareg-Rebellen und verschiedene islamistische Gruppen innerhalb weniger Tage den gesamten Norden des Landes unter ihre Kontrolle brachten.

Schwache Regierung

Der UN-Sicherheitsrat hatte den Staatsstreich verurteilt. Bis dahin hatte Mali als gelungenes Beispiel einer Demokratisierung gegolten. Bemühungen zur Bildung einer durchsetzungsstarken Regierung in Bamako treten seitdem auf der Stelle; es fehlt an Geld und politischer Mascht. Tuareg-Nomaden wollen im Norden einen eigenen Staat gründen, wo allerdings auch die Islamisten am stärksten vertreten sind.

Tuareg-Rebellen in Mali (picture alliance / dpa / EPA)Die Tuareg-Rebellen in Mali sind mittlerweile aus den Städten vertrieben. (picture alliance / dpa / EPA)Die malischen Streitkräfte hatten die Kontrolle in der nördlichen Hälfte des Landes im April verloren, auch in Douentza. Waren die Islamisten bislang nicht in der Stadt vertreten, so verfügten sie doch über ein Abkommen mit der örtlichen Miliz, die in der Gegend patrouillierte. Allerdings habe man nun die Geduld mit der Gruppe verloren, sagte ein Anführer der Islamisten.

Diese haben inzwischen auch die vormals verbündeten Tuareg-Gruppen aus den wichtigsten Städten im Norden vertrieben und dort das Scharia-Recht eingeführt. Seit Beginn der Unruhen haben sie zudem eine Reihe von Heiligtümern zerstört, die teils zum Weltkulturerbe zählten.

Nach UN-Schätzungen sind wegen der Unruhen in Mali rund 440.000 Menschen auf der Flucht. Mehr als die Hälfte habe in den Nachbarstaaten Schutz gesucht. UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos hatte zum Abschluss eines Besuch im Norden Malis mehr Hilfe für hungernde Kinder in der Krisenregion gefordert. Mit der Übernahme des Sicherheitsrat-Vorsitzes will Deutschland die Entwicklungen in Mali weiter beobachten.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

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