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Islamisten zerstören Weltkulturerbe in Mali

Gräber der Djingareyber-Moschee in Timbuktu eingerissen

Moschee in Timbuktu: Einige der Schreine sind bereits zerstört.
Moschee in Timbuktu: Einige der Schreine sind bereits zerstört. (picture alliance / dpa / Evan Schneider)

Islamistische Rebellen setzen die Zerstörung von Kulturdenkmälern in Mali fort. Nun haben sie weitere Gräber der Djingareyber-Moschee eingerissen, die zum Weltkulturerbe gehören.

Die Rebellen wollen alle heiligen Grabstätten des Landes vernichten. Verschiedene islamistische Rebellengruppen hatten kürzlich die Macht im Norden Malis an sich gerissen.

"Sie sind dabei, zwei Mausoleen der großen Djingareyber-Moschee zu zerstören", sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP. Demnach zerstörten die Männer die Gräber mit Hacken und Meißeln. Ein weiterer Augenzeuge sagte, die Islamisten hätten in die Luft geschossen, um Schaulustige zu vertreiben. Einige der Bauten gehören zum Weltkulturerbe der Unesco.

Tuareg Rebellen im Oktober 2011 unweit der Stadt Kidal im Norden MalisTuareg Rebellen unweit der Stadt Kidal im Norden Malis (picture alliance / dpa / str)Ende Juni hatten Mitglieder der islamistischen Rebellengruppe Ansar Dine bereits sieben der insgesamt 16 Mausoleen in der Wüstenstadt eingerissen und angekündigt, auch die weiteren Grabmäler "ohne Ausnahme" zu zerstören. Vor einer Woche beschädigten sie außerdem eine Tür an der Sidi-Yahya-Moschee, deren Öffnen dem örtlichen Glauben zufolge Unglück bringt.

Nach Ansicht der Islamisten verstößt die Verehrung der Heiligen gegen den Islam, der den Gläubigen gebietet, ausschließlich Allah zu verehren. Im Glauben der Bevölkerung spielen die Heiligen aber eine wichtige Rolle als Beschützer der Stadt. Ansar Dine hatte die Oasenstadt Timbuktu gemeinsam mit Tuareg-Rebellen unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem die Regierung im März von einer Gruppe Soldaten gestürzt worden war. Später hatten die Islamisten die Tuareg vertrieben.

Rund 365.000 Menschen sind seit Januar vor der Gewalt in Mali geflohen. Mehr als 200.000 Malier hätten sich in den Nachbarländern Mauretanien, Burkina Faso und Niger in Sicherheit gebracht, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf mit. Die Mehrheit der Geflohenen seien Frauen und Kinder.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

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