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Israel feiert Geburtstag

60. Jahrestag der Staatsgründung

Ein Feuerwerk zum 60. Jahrestag Israels  auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv (AP)
Ein Feuerwerk zum 60. Jahrestag Israels auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv (AP)

In Israel feiert den 60. Jahrestag der Staatsgründung, der nach dem jüdischen Kalender auf den heutigen Donnerstag fällt. Am 14. Mai 1948 hatte David Ben Gurion die Unabhängigkeit des Landes erklärt.

Israels Präsident Schimon Peres sagte mit Blick auf die deutsch-jüdische Geschichte, er hoffe, dass "die Schatten der Vergangenheit nie wieder zurückkehren ". Peres äußerte sich in der "Bild"-Zeitung optimistisch: "Wir haben uns eine Zukunft geschaffen, die unsere Träume übertrifft." Israel werde versuchen, mit den Palästinensern Frieden zu schließen und seine Wirtschaft voranzutreiben.

Vor den Feierlichkeiten zum Jahrestag gedachte das Land mit zwei Schweigeminuten den Opfern von Kriegen und Anschlägen. Seit im Jahre 1860 die ersten Juden ins damalige Palästina einwanderten, sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei Kämpfen und Anschlägen insgesamt 22.437 Juden getötet worden.

Noch in der Nacht der Unabhängigkeitserklärung durch Ben Gurion hatten die arabischen Nachbarn Syrien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien und Irak dem neuen Staat den Krieg erklärt. Israel führte seit der Staatsgründung sechs weitere Kriege, zuletzt 2006 gegen den Libanon (Zur Geschichte des Landes sendete der Deutschlandfunk einen "Hintergrund": Text / MP3-Audio).

Bundespräsident Horst Köhler rief anlässlich der Gründung des Staates Israel zu einem größeren Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus auf. Bürger, Politik und Gesellschaft müssten ihre Stimme gegen die Leugnung oder Verharmlosung der Schoah und gegen Intoleranz erheben, betonte Köhler in einem Grußwort.

Deutschland und Israel könnten heute auf eine vertrauensvolle Partnerschaft blicken. Dies sei nicht selbstverständlich angesichts der Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs. Köhler erklärte, das Existenzrecht Israels werde ein grundlegendes Element deutscher Politik bleiben.

Der israelische Botschafter in Berlin, Yoram Ben-Zeev, sagte dem Sender N24, die meisten Israelis sähen in Deutschland "den engsten Verbündeten in Europa". Deutschland sei "direkt nach den
Vereinigten Staaten der engste Freund, den Israel hat", fügte Ben-Zeev hinzu

Der ehemalige deutsche Botschafter in Tel Aviv, Rudolf Dreßler, zeigte sich begeistert vom Bekenntnis junger Israelis zu ihrem Land. Der Unterschied zwischen Deutschland und Israel sei, dass Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg niemals in Frage gestellt worden sei, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Israels Existenzrecht werde dagegen "dreimal wöchentlich" von den umliegenden Ländern negiert. (Text / MP3-Audio)

Die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hob die Bedeutung Israels für die in Deutschland lebenden Menschen jüdischen Glaubens hervor. Die Existenz eines Staates bedeute einen Rückhalt, den das jüdische Volk über fast zwei Jahrtausende nicht hatte", sagte Knobloch.

Von Sicherheit könne aber keine Rede sein. Noch immer gingen täglich Raketen palästinensischer Extremisten auf Israel nieder. Im Iran predige Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Vernichtung des jüdischen Staates.

Nach Ansicht von Mosche Zimmermann, israelischer Historiker an der hebräischen Universität Jerusalem, spüren die meisten Israelis von Krieg und Konflikt nichts. Dennoch sei die 60-jährige Geschichte des Landes keine Erfolgsgeschichte, wenn es um den Frieden mit den Nachbarstaaten gehe. (Text / MP3-Audio)


Programmtipp:
Am Pfingstsonntag hören Sie im Deutschlandradio Kultur in der "Literatur" (ab 0.05 Uhr) die Sendung "Aus der Traum? - Israelische Autoren über die Zukunft ihres Landes" und am Pfingstmontag in der "Lesart" (ab 12.30 Uhr) ein Spezial zu Israel.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:29 Uhr

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