Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Israel-Reise: Westerwelle warnt Iran

Kritik an deutschen Rüstungsgeschäften mit Saudi-Arabien

Westerwelle: Syrien braucht schnelle Hilfe (picture alliance / dpa (Jörg Carstensen))
Westerwelle: Syrien braucht schnelle Hilfe (picture alliance / dpa (Jörg Carstensen))

Deutschland steht im Atomstreit mit dem Iran eng an der Seite Israels und teilt dessen Befürchtung einer nuklearer Aufrüstung. Das bekräftigte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Jerusalem bei seinem Treffen mit dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak. "Eine nukleare Bewaffnung des Iran ist nicht akzeptabel", sagte er.

Barak dankte Deutschland für die Hilfe zur Verteidigung des Landes und nannte dabei ausdrücklich den Verkauf von sechs U-Booten an die israelische Marine. Das Geschäft hatte vor wenigen Wochen für Aufregung gesorgt, als bekannt wurde, dass die in Deutschland produzierten Schiffe auch Nuklearwaffen tragen sollen.

Westerwelle rief den Iran auf, "mit substanziellen Vorschlägen an den Verhandlungstisch zurückzukehren." Die Lage zwischen den Staaten ist angespannt: Im August hatte der israelische Zivil-Verteidigungsminister über konkrete Pläne zu einem Krieg gegen den Iran gesprochen. Dessen Atomprogramm sorgt bereits seit Jahren für Konflikte. Zudem fürchtet Israel inzwischen um die militärische Vormachtstellung im Nahen Osten.

Waffenlieferungen nach Nahost

Deshalb fordert die Regierung offenbar mehr Mitsprache bei deutschen Rüstungsexporten. Unter der Woche habe sich bereits ein Mitarbeiter des israelischen Verteidigungsministeriums mit Vertretern der Bundesregierung getroffen. Das berichtet die Zeitung "Haaretz" in ihrer heutigen Ausgabe. Die Bundesrepublik plane, Leopard-Panzer an Saudi-Arabien zu liefern. Angeblich habe Algerien zudem mehrere Fregatten gekauft. Nach ihrem Treffen gingen Westerwelle und Barak auf das Thema allerdings nicht weiter ein.

Im Laufe des Tages will der Außenminister noch mit dem Ministerpräsidenten Netanjahu in Jerusalem über den Nahost-Friedensprozess sprechen. Dazu gehört für Westerwelle derzeit auch die Lage in Syrien. Bereits gestern hatte er syrische Flüchtlinge in Jordanien besucht und eine Aufstockung der deutschen Hilfe um zwei Millionen Euro angekündigt.

Zur Aufnahme von Flüchtlingen will sich der Außenminister allerdings weiterhin nicht festlegen. Mit Blick auf die innenpolitische Debatte zeigte Thomas Schwarz von der Hilfsorganisation Care Deutschland dafür Verständnis, sagte im Deutschlandradio Kultur aber auch: Die Planung der Flüchtlingshilfe sei ein Albtraum.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

"Freunde Syriens" planen in Berlin Tag X
Westerwelle: "Wir müssen alles Mögliche unternehmen, um einen Kollaps zu vermeiden"

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

RassismusDie Kindheit eines südafrikanischen Comedian

Trevor Noah beim Screening der Comedy-Show The Daily Show With Trevor Noah auf dem PaleyFest New York 2016 im Paley Center for Media. New York Foto:xD.xVanxTinex/xFuturexImage Trevor Noah the Screening the Comedy Show The Daily Show With Trevor Noah on the PaleyFest New York 2016 in Paley Center for Media New Yor Photo XD xVanxTinex xFuturexImage (imago stock&people)

Seit 2015 moderiert Trevor Noah eine erfolgreiche Show beim US-amerikanischen Sender Comedy Central. Geboren als Kind einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters in Südafrika ist Rassismus sein Hauptthema. Mit "Farbenblind" legt der erst 33-Jährige seine Memoiren vor.

"Hauptstadtfußball" im Stadtmuseum BerlinNeue Zielgruppen anlocken

Ausstellung über Hertha BSC in Berlin - viele der Ausstellungsstücke stammen von Fans (picture alliance / dpa / XAMAX)

Vor anderthalb Jahren ist Paul Spies als neuer Direktor angetreten, um das Stadtmuseum Berlin zu modernisieren. Der niederländische Kunsthistoriker möchte neue Zielgruppen anlocken. Ein Thema, das ihm dabei helfen könnte, ist der Fußball.

Digitale Ausstattung für Schulen"Riesenpaket an offenen Fragen"

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) (picture alliance / dpa / Ole Spata)

Vor der Sommerpause verabschiedete die Große Koalition die Eckpunkte zum Haushalt 2018: Darin fehlt der seit 2016 versprochene Digitalpakt für Schulen. Viele Fragen zur IT-Ausstattung seien offen, sagte Bildungsministerin Johanna Wanka, im Dlf. Die Nutzung im Unterricht müsse erst auf Arbeitsebene geklärt werden.

#DeineWahl - YouTuber fragen die KanzlerinMerkel im Neuland

(picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Knapp fünf Wochen vor der Bundestagswahl stellte sich Kanzlerin Angela Merkel heute eine Stunde lang den Fragen von vier YouTubern. Nadine Lindner aus unserem Hauptstadtstudio findet: "Es war eine unterhaltsame Stunde."

SommerserieGerechtigkeit - jeder will sie, keiner kriegt sie?

Zwei Männer sitzen sich auf einer zerbrochenen Wippe über einer Euromünze gegenüber (imago stock&people)

Gerechtigkeit ist eines der wesentlichen Themen im Bundestagswahlkampf. Die Parteien diskutieren und positionieren sich. Aber wie gerecht geht es heute tatsächlich zu? Was macht der Staat, um Gerechtigkeit zu fördern und was unterlässt er?

Gewalt in Charlottesville"Das ist der typische Trump-Sound"

US-Präsident Trump spricht im Weißen Haus in Washington ins Mikrofon. (AP Photo / Evan Vucci)

US-Präsident Trump hat seine erste Reaktion auf die Gewalt bei der Rassisten-Kundgebung in Charlottesville verteidigt und erneut beiden Seiten die Schuld gegeben. Das war das Härteste, was Trump bisher vom Stapel gelassen habe, so Politikwissenschaftler Jan Techau.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA  Charlottesville hat parlamentarisches Nachspiel | mehr

Kulturnachrichten

Bands boykottieren Berliner Pop-Kultur Festival  | mehr

 

| mehr