Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ist die FDP noch zu retten?

Reaktionen auf den Rücktritt des Parteivorsitzenden Westerwelle

Guido Westerwelle ist als FDP-Vorsitzender zurückgetreten.
Guido Westerwelle ist als FDP-Vorsitzender zurückgetreten. (dapd)

FDP-Chef Guido Westerwelle stellt nach fast zehn Jahren seinen Parteivorsitz zur Verfügung. Die Opposition fordert nun auch den Rücktritt als Außenminister.

Kanzlerin Angela Merkel: "Es ist also sicherlich heute ein Einschnitt für die liberale Partei. Aber die Zusammenarbeit in der christlich-liberalen Koalition wird fortgehen und auch die Zusammenarbeit von mir und Guido Westerwelle."

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sieht Westerwelle auch im Amt des Außenministers beschädigt: "Es wird das eine nicht dauerhaft bleiben können, wenn das andere nicht mehr ist. Es geht um das Ansehen Deutschlands in der Welt."

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Hubertus Heil: "Ich glaube, was wir heute erleben, ist der Anfang vom Ende der Regierung Merkel."


FDP-Basis blickt sorgenvoll in die Zukunft

Auch die Reaktionen der FDP-Basis sind trotz des Rücktritts, den viele immer lauter gefordert hatten, nicht euphorisch: "80 Prozent haben gesagt, die FDP ist überhaupt nicht mehr zu retten", zitiert ein Mitglied der FDP-Parteibasis vom Kreisverband Köln eine Umfrage im Kölner Stadtanzeiger. Die Liberalen hätten nicht mehr die falschen, sondern gar keine Themen mehr, mit denen sie punkten könnten, so ein anderer. "Dann ist einfach die FDP nicht mit einem Thema in diesem originären Sinne verknüpft", analysiert ein weiteres Mitglied. "Warum vertraut uns denn keiner mehr?" (Reaktionen im Beitrag von Frank Cappellan als MP3-Audio)


Rücktritt vor der Presse am Sonntagabend

Er wolle sich nun auf seine Arbeit als Außenministers konzentrieren, hatte Westerwelle in einer persönlichen Stellungnahme gestern vor der Presse mitgeteilt, und nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren. Die Koalition arbeite gut und erfolgreich zusammen.

Der scheidende FDP-Vorsitzende, der nach drei Niederlagen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt massiv in seiner Partei unter Druck geraten war, betonte, er habe sich den Rückzug vom Parteivorsitz gut überlegt. Der Schritt falle ihm einerseits schwer, weil er "mit Herzblut" Parteivorsitzender gewesen sei. Andererseits falle der Schritt ihm aber auch leicht, weil es genügend junge Politiker in der FDP gebe, die die Führung übernehmen könnten.


Rösler als Nachfolger, oder doch ein anderer?

Als Favorit für die Nachfolge des FDP-Vorsitzenden wird Gesundheitsminister Philipp Rösler gehandelt, der nach Informationen aus der Parteiführung eine Kandidatur beim FDP-Parteitag im Mai in Erwägung zieht.

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) bei einer Pressekonferenz in BerlinPhilipp Rösler (AP)Rösler hatte sich zudem in der "Bild am Sonntag" zu Wort gemeldet und eine Kursänderung seiner Partei gefordert. "Es kommt darauf an, die verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Daran müssen wir gemeinsam zum Wohl der Partei arbeiten", sagte er. Jetzt müssten wieder Inhalte ein den Vordergrund rücken.

Neben Rösler sind auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und FDP-Generalsekretär Christian Lindner für den Chefposten im Gespräch.


Mehr zum Thema in unserem Programm:

Westerwelle außen vor - Die FDP auf der Suche nach Personal und Inhalt

"Christian Lindner kann das" - Interview mit Jorgo Chatzimarkakis

Burkhard Hirsch: "Die Repräsentation der Partei gehört auf den Prüfstand" - Nach den Wahldebakeln der FDP

"Ich vertraue da auch auf Guido Westerwelle" - Sachsens FDP-Chef stärkt seinem Bundesvorsitzenden den Rücken

Lindner: Stehe nicht als Nachrücker für Brüderle zur Verfügung - Generalsekretär kündigt Erneuerung der FDP an

FDP muss "jetzt die Nerven bewahren" - Hessischer Justizminister Hahn (FDP) analysiert die Lage seiner Partei

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 07:05 Uhr Presseschau

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Das Gesicht als SchlüsselSoftware "Facelock" ersetzt Passwörter

Eine Frau schaut durch ein Schlüsselloch.

Ob E-Mail, Facebook oder Online-Shopping - wer im Internet unterwegs ist, muss sich unzählige Passwörter merken. "Facelock" bietet nun eine Alternative: Der User muss zum Log-in vertraute Gesichter identifizieren.

Ferienzeit Vielfältige Kinderbetreuung

Eine Gruppe von Schulkindern spaziert durch den Wald.

Die Betreuung der Kinder während der Schulferien zu organisieren, ist für berufstätige Eltern eine echte Herkulesaufgabe. Dabei gibt es zahlreiche und unterschiedliche Angebote in einigen Städten, wie zum Beispiel in Düsseldorf.

Musik Das Model und der Writer

Josh Beech und Oliver Som machen Musik. Der eine als Männermodel und Sänger, der andere als Songwirter und Produzent. Nun erscheint ihr erstes Album: "Letters Written In The Sky".

Sad RapTraurige Rapper im 21. Jahrhundert

Der US-Rapper Kanye West

Bei amerikanischen Rappern wie Drake, Kanye West oder Future gehört es längst zum guten Ton, die eigene Traurigkeit in den Vordergrund ihrer lyrischen Reflexionen zu stellen. Im Internet kursieren schon Genre-Bezeichnungen wie Sad Rap. Woher kommt dieses Interesse für die Traurigkeit?

KostenWarum Cannabis bei uns so teuer ist

In Deutschland ist Hanf fast doppelt so teuer wie in den Niederlanden. Ein Patient, der Cannabis gegen Schmerzen oder zur Krampflinderung einnehmen darf und zwei Gramm pro Tag konsumiert, zahlt im Monat etwa 900 Euro. Warum?

Bürger-ProtesteBallern oder leben

Das ehemalige "Bombodrom" in Brandenburg

Ob in Brandenburg oder in der "Serengeti Ostwestfalens": Der Krieg ist in manchen Regionen noch lange nicht vorbei. Als Reaktion auf Bombenabwurfplatz oder Schießstand direkt neben einem Kloster formiert sich Widerstand in der Bevölkerung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Gazastreifen:  Erneut Tote nach israelischen Angriffen | mehr

Kulturnachrichten

Landgericht:  Amazon darf keine Provision an Schulfördervereine zahlen | mehr

Wissensnachrichten

Brasilien  Zuchtstation für Mücken gegen Dengue-Fieber eröffnet | mehr