Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Italien beschließt Abschaffung der Immobiliensteuer

Entscheidung gilt als Sieg für Ex-Regierungschef Berlusconi

Der italienische Ex-Premierminister Silvio Berlusconi beklatscht sich selbst. (AP)
Der italienische Ex-Premierminister Silvio Berlusconi beklatscht sich selbst. (AP)

Die italienische Regierung hat sich auf ein Ende der umstrittenen Immobiliensteuer geeinigt. Die Übereinkunft stärkt die wackelige Regierungskoalition in Rom: Die Partei von Silvio Berlusconi hatte mit einem Ausstieg gedroht, falls die Steuer bleibt.

Italiens Ministerpräsident Enrico Letta hat am Abend in Rom die Abschaffung der umstrittenen Immobiliensteuer zum 1. Januar 2014 bekannt gegeben. Der "radikale" Schritt sei nötig und auch im Regierungsprogramm vorgesehen gewesen, erklärte er. Durch die Abschaffung der Immobiliensteuer entgehen dem italienischen Fiskus rund vier Milliarden Euro.

Die Ausfälle sollen durch Kürzungen bei öffentlichen Ausgaben und Steuererhöhungen an anderer Stelle wie etwa beim Glücksspiel ausgeglichen werden. Letta brachte auch eine "Servicesteuer" ins Spiel, die kommunalen Diensten zugute kommen soll. Auf die Renditen italienischer Staatsanleihen hatte die Einigung am Abend negative Auswirkungen: Gegen den europäischen Trend fielen sie, da die Regierung in Italien ihre Arbeit nun wohl fortsetzen kann.

Berlusconi wertet Abschaffung als Sieg

Die Partei "Volk der Freiheit" (PdL) von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi hatte gedroht, die große Koalition mit der Demokratischen Partei (PD) von Ministerpräsident Letta platzen zu lassen, sollte die Steuer bestehen bleiben. Berlusconi sprach nach der Entscheidung von einem Sieg. Er hatte die Abschaffung der Steuer in seinem Wahlkampf versprochen und viele Stimmen gewonnen.

Seitdem sie in die Regierung eingetreten ist, hat sich Berlusconis Partei immer wieder für die Abschaffung der Steuer und eine Rückzahlung der Gelder eingesetzt. Die umstrittene Immobiliensteuer auf den ersten Wohnsitz war noch unter Ex-Regierungschef Mario Monti eingeführt worden, um die Staatsfinanzen in Italien zu verbessern.

Mehr zum Thema auf dradio.de:
Berlusconi droht mit Neuwahlen - PdL-Abgeordnete kündigen offenbar Rücktritt an
Italien vor der Staatskrise? - Berlusconi bangt um Senatssitz
Der reiche Norden und die Stunde der Wahrheit - Wie stehen die Unternehmer Italiens heute zu Berlusconi?

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:16 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:10 Uhr Die neue Platte

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Sonntagmorgen

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Kultur des TodesWenn der Friedhof stirbt

Jahrhundertelang war er der einzige Ort, um die Toten zu bestatten. Doch allmählich stirbt der Friedhof selbst. Immer mehr Menschen finden ihn als letzte Ruhestätte zu teuer und die strengen Vorgaben nicht zeitgemäß. Sie lassen ihre Asche lieber übers Meer verstreuen, sich unter einem Baum beerdigen oder neben dem geliebten Haustier.

Soziologe Khosrokhavar über Terror in EuropaWarum der Dschihadismus weiter andauern wird

Der iranisch-französische Soziologe Farhad Khosrokhavar ist Studienleiter an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. (AFP / Damien Meyer)

Seit fast 30 Jahren erforscht Farhad Khosrokhavar das Phänomen der Radikalisierung unter Moslems. Europa werde das nächste Jahrzehnt mit dschihadistischem Terror leben müssen, ist sich der iranisch-französische Soziologe sicher.

Unruhen in IndienDie Wut der Jugend von Kaschmir

Jugendliche werfen Steine auf ein indisches Polizeiauto während der Unruhen in Srinagar, der Sommerhauptstadt des indischen Teils Kaschmirs. (picture alliance / dpa / Farooq Khan)

Seit dem 8. Juli gehören Tote und Verletzte zum traurigen Alltag im indischen Teil Kaschmirs. Damals erschossen Soldaten den Kämpfer Burhan Wani. In den Augen der indischen Regierung ein Terrorist, für viele Jugendliche ein Held und Märtyrer. Seitdem gehen seine Anhänger regelmäßig demonstrieren - doch immer seltener geht es dabei friedlich zu.

Holocaust-ZeitzeugeMax Mannheimer ist tot

Der Holocaust-Zeitzeuge Max Mannheimer (dpa / picture-alliance / Andreas Gebert)

Der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer ist im Alter von 96 Jahren in einer Münchner Klinik gestorben. Er galt als wichtige Stimme für die sechs Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Juden.

Yvonne Hofstetter: "Das Ende der Demokratie"Big Data in der Politik

Blick in die Zukunft? - Was kann künstliche Intelligenz (dpa)

Die Big Data-Unternehmerin Yvonne Hofstetter warnt in ihrem neuen Buch davor, welche Konsequenzen künstliche Intelligenz für die Politik haben könnte: Es drohe das "Ende der Demokratie". Und sie zeigt Auswege an, wie eine digitale Zukunft human gestaltet werden kann.

MedizinWach, wacher, Kaffeeschock

Kaffee ist eigentlich eine Art Psychostimulanzie, die sich auf den ganzen Körper auswirkt: der Blutdruck steigt, wir können uns besser konzentrieren und sind aktiver. Nur manchmal trinken wir eine Tasse zu viel - Dr. Johannes Wimmer weiß, was dann zu tun ist.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Flüchtlingspolitik  Tauber (CDU) sieht keinen Dissens mit CSU | mehr

Kulturnachrichten

Überraschung beim Filmfestival in San Sebastián  | mehr

Wissensnachrichten

Fitness-Armbänder  Nicht zwangsläufig hilfreich beim Abnehmen | mehr