Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Italien gibt Teil der eingefrorenen Gelder frei

Suche nach Gaddafi in Libyen geht weiter

Ein bewaffneter Rebell im Zentrum von Tripolis (picture-alliance/ dpa)
Ein bewaffneter Rebell im Zentrum von Tripolis (picture-alliance/ dpa)

Italien gibt einen Teil der von Rom eingefrorenen Gelder Muammar al-Gaddafis frei. Mit 350 Millionen Euro will Regierungschef Berlusconi die Übergangsregierung unterstützen. Unterdessen geht die Suche nach Gaddafi weiter. In der Nähe der Gaddafi-Residenz ist es zu heftigen Gefechten gekommen.

Der Sturz Gaddafis scheint nur noch eine Frage der Zeit. Unterdessen werden im Hintergrund die Fäden für einen Neuanfang gezogen. So hat der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi angekündigt, mit einem Teil der eingefrorenen Gaddafi-Gelder in Höhe von 350 Millionen Euro den Übergangsrat zu unterstützen. In Istanbul berät die Libyen-Kontaktgruppe über weitere Unterstützungsmaßnahmen.

Libyen ist zudem wieder Mitglied der Arabischen Liga. Der Nationale Übergangsrat ist von der Organisation damit als legitime Volksvertretung anerkannt und soll den ständigen Sitz Libyens in der Liga besetzen. Der libysche Botschafter in Deutschland, ein Statthalter Gaddafis, hat indessen Berlin verlassen. Seit dem Morgen haben etliche Botschafter die Seiten gewechselt oder sind geflohen.

Suche nach Gaddafi geht weiter

1,7 Millionen Dollar Belohnung haben die Rebellen auf die Ergreifung Gaddafis ausgesetzt. Und auch die NATO beteilige sich an der Suche nach Libyens Ex-Machthaber. Offiziell werde dieses aber nicht bestätigt. Es gibt unzählige Gerüchte über Gaddafis Aufenthaltsort. Die Aufständischen haben unterdessen Gaddafis wichtigsten Militärkomplex gestürmt und die unterirdischen Tunnelanlagen durchsucht.

Der NATO-Eingriff in Libyen könne auch negativ aufgefasst werden, sagt Anis Abul-Ella vom arabischen Fernsehsender "Al Arabiya". Die Unterstützung könne als "importierte Rebellion" von außen betrachtet werden. Hinter den Kulissen sei bei der NATO lange über das konkrete Engagement gestritten worden, berichtet Holger Finthammer, Korrespondent in Brüssel.

Im Deutschlandfunk berichtet Hans Michael Ehl von einer weiteren Audio-Botschaft Gaddafis: In einem kurzen Telefonat mit einem arabischen Fernsehsender beschimpft Gaddafi erneut die Aufständischen und ruft das Volk auf die Rebellen zu zerstören.

In der libyschen Hauptstadt dauern die Kämpfe zwischen Aufständischen und Anhängern des untergetauchten Machthabers Gaddafi weiter an. In Istanbul berät heute die Libyen-Kontaktgruppe über eine Unterstützung für die Übergangsregierung. Dabei sprechen die Diplomaten aus 30 Ländern vor allem über Gaddafis Milliardenvermögen, das auf diversen Konten eingefroren ist.

Delegierte der Afrikanischen Union fahren im libyschen Sirte an einem Plakat des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi vorbei (AP)Delegierte der Afrikanischen Union fahren an einem Plakat von Gaddafi vorbei. (AP)

Afrikanischer Staatenbund berät am Freitag

Die Afrikanische Union, 2002 von Muammar al-Gaddafi gegründet, will am Freitag auf ihrer Geberkonferenz in Addis Abeba auch über die Situation in Libyen beraten. Wenn der libysche Staatschef stürzt, bricht ein Pfeiler dieses Projekts zusammen, das den afrikanischen Kontinent einen sollte. Spätestens dann werden die Ansprüche des Staatenbundes gemäßigter ausfallen. Das sagt zumindest der Politikwissenschaftler Siegmar Schmidt.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die libysche Krise beeinflusst auch die deutsch-libysche Wirtschaftspartnerschaft. Der Anteil Libyens an den deutschen Ölimporten beträgt immerhin 11 Prozent. Der Unternehmenssprecher der BASF-Tochter Wintershall, Stefan Leunig, sagte, der libysche Bürgerkrieg habe trotz einer derzeitigen Produktionseinstellung geringe Auswirkungen. Sobald die Sicherheitslage es zuließe, wolle man die Förderung wieder aufnehmen.

Über die aktuellen Entwicklungen in Libyen informieren Sie unsere Nachrichten.

Mehr zum Thema bei dradio.de:

DRadio Wissen blickt auf Gesellschaftsstruktur, Wirtschaft und die Rolle der Stämme in Libyen

Hintergrund: Sechs Monate Aufstand gegen Gaddafi - eine Chronologie

Hintergrund: Die Stunde Null Libyens

Kommentar: Libyen nach Gaddafi - auch Deutschland muss helfen

Der arabische Aufstand - Sammelportal

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

#PiU05Schafft die CDU die Wende?

Puderzucker wird über eine "CDU-Waffel" beim Tag der offenen Tür am 04.07.2015 im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin gestreut. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Die CDU hat sich in den zwölf Jahren der Kanzlerschaft von Angela Merkel weiterentwickelt. Im September will sie bei den Wählern mit Humanität und Härte gegenüber geflüchteten Menschen punkten.

Trump-Beraterin über "alternative Fakten"Eine Lüge ist eine Lüge

Kellyanne Conway mt ihrem Boss Donald Trump (picture alliance / dpa / Chris Kleponis)

"Alternative Facts", diese Sprachschöpfung von Trump-Beraterin Kellyanne Conway, birgt Sprengstoff in sich. Wenn eine Regierung, zumal die der letzten Supermacht, Tatsachen nicht mehr anerkennt, dann sei große Gefahr im Verzug, findet unser Kommentator Marco Bertolaso. Er sieht die Medien gefordert, aber auch Bundeskanzlerin Merkel.

BierbrauenEin kühles Blondes vom Mond

Auf lange Sicht könnte es auf unserem Planeten etwas eng werden, wenn sich die Menschheit weiterhin so rasant vermehrt wie in den letzten 100 Jahren. Die Weltbevölkerung wächst pro Tag um rund 230.000 Menschen an. Gut, wenn wir dann in der Lage wären, auf dem Mond Brot zu backen oder frisches Bier zu brauen.

Trump und die deutsche WirtschaftMichael Fuchs (CDU): "Trump wird die Zusammenarbeit nicht abschaffen"

Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Michael Fuchs (dpa / picture alliance / Michael Kappeler )

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs geht davon aus, dass die Handelsbeziehungen zu den USA fortbestehen werden. Er glaube nicht, dass Präsident Trump hohe Zölle auf deutsche Einfuhren verhängen werde, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschlandfunk: "Am Ende des Tages wird Vernunft einkehren."

Beginn der Ära TrumpMit Shakespeare gegen Trump

William Shakespeare als Wachsfigur (picture alliance / dpa / Foto: Jens Kalaene)

Wir reiben uns noch immer die Augen! Der neue König hat den Thron bestiegen. Seine Kumpane und seine Familie sind in Position gebracht, die Rivalen liegen im Staub. Wie kann man das begreifen? Vielleicht mit Shakespeare?

Trump und die Medien"Es ist klar, dass sie Unwahrheiten gesagt haben"

US-Präsident Donald Trump während einer Rede im CIA-Hauptquartier (imago / Olivier Douliery)

"Damit kommen wir klar", sagte der Präsident der Korrespondenten-Vereinigung im Weißen Haus, Jeff Mason, mit Blick auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump und dessen Umgang mit der Presse. Aufgabe der Journalisten sei es, sich weiter an die Fakten zu halten. Auch wenn Trump und sein Team das selbst nicht immer täten.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Afghanistan  Proteste in Frankfurt gegen Abschiebungen | mehr

Kulturnachrichten

Deutscher Bühnenverein wählt neuen Präsidenten  | mehr

Wissensnachrichten

Invasive Arten  Leipziger Zoo verfüttert seine Hirsche an Raubtiere | mehr