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Japan und China streiten über Inselgruppe

Wütende Proteste in Peking nach Provokation Japans

Streit über Territorialrechte von unbewohnter Inselgruppe
Streit über Territorialrechte von unbewohnter Inselgruppe (picture alliance / dpa / Hiroya Shimoji)

Zwischen China und Japan bahnt sich ein offener Streit über die Territorialrechte einer unbewohnten Inselgruppe an. Nachdem japanische Nationalisten dort eine Flagge hissten, protestierten Tausende Chinesen in Peking, Shanghai und weiteren Städten.

China ist nach einer Provokation Japans empört. Das Streitobjekt beider Länder liegt im Ostchinesischen Meer, hunderte Kilometer von den jeweiligen Küsten entfernt: Es geht um den Territorialanspruch der unbewohnte Inselgruppe, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu heißt. Sie umfasst fünf Inseln mit einer Gesamtfläche von rund fünf Quadratkilometern. Die Inselgruppe wird von Japan kontrolliert, aber auch von China und Taiwan beansprucht. Dort werden Öl- und Gasvorkommen vermutet.

Rund 150 nationalistische japanische Aktivisten und Abgeordnete waren auf der größten Insel Uotsuri trotz eines Verbots an Land gegangen und haben dort ihre Landesflagge gehisst. Ihr Ziel war es, den territorialen Anspruch Japans auf die unbewohnte Inselgruppe zu bekräftigen. Der Tokio Stadtverordnete Eiji Kosaka bezeichnete die Reise als "großen Erfolg". Die Inseln seien "eindeutig japanisches Territorium", es gebe dort noch typisch japanische Häuser. Die japanische Küstenwache beobachtete die Flottille, schritt aber nicht ein.

Wenige Tage zuvor hatten chinesische Aktivisten das gleiche Ziel mit ihrer Flagge, allerdings nahmen japanische Behörden die 14 Hongkong-Chinesen fest und schoben sie ab. Für ihre Aktion wählten die Chinesen den Jahrestag der japanischen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg am 15. August 1945.

Gegenseitige Provokationen und Warnungen

Chinesische Aktivisten auf dem Weg zur Uotsuri-InselChinesische Aktivisten auf dem Weg zur Uotsuri-Insel (picture alliance / dpa / Japanische Küstenwache)Nachdem nun die Japaner mit ihrer Mission Erfolg hatten, gingen nun Tausende Menschen in Peking, Shanghai, Chengdu, Qingdao, Guangzhou und anderen Städten auf die Straßen. In der südchinesischen Stadt Shenzhen stürzten die Demonstranten einen Polizeiwagen japanischer Herstellung um und beschädigten ein japanisches Restaurant, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

China hatte Japan zuvor aufgefordert, "umgehend auf jede Aktion zu verzichten, welche die territoriale Integrität Chinas untergräbt". Beide Länder erheben Anspruch auf die Senkaku-Inseln. Tokio beruft sich auf das Jahr 1885, in dem Japan die Kontrolle der Inseln übernahm. Peking hält dagegen, die Diaoyu-Inseln hätten bereits während der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) zu China gehört und seien auf Landkarten und in einem Buch verzeichnet gewesen.

Während vier der fünf Senkaku-Inseln in Privatbesitz sind, gehört die fünfte der Hauptstadt Tokio. Deren Gouverneur Shintaro Ishihara hatte im April den Kauf weiterer Inseln angekündigt. Japans Botschafter in Peking, Uichiro Niwa, warnte, dies könne den Konflikt weiter verschärfen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

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