Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Jawort zur Homo-Ehe

Britisches Unterhaus stimmt für gleichgeschlechtliche Heirat

Mehr Rechte für homosexuelle Paare in Großbritannien (dpa / picture alliance / Julian Stratenschulte)
Mehr Rechte für homosexuelle Paare in Großbritannien (dpa / picture alliance / Julian Stratenschulte)

Das Votum war eindeutig: Mit 400 zu 175 Stimmen bei 75 Enthaltungen hat das britische Parlament dafür gestimmt, dass fortan auch homosexuelle Paare formal den Bund der Ehe eingehen dürfen. Ob nach dem Unterhaus auch das Oberhaus Ja sagt, ist aber unklar.

Für David Cameron war die Entscheidung kein grandioser Sieg: Zwar hatte seine Regierung den Entwurf selbst eingebracht. Dennoch verweigerten nach übereinstimmenden Agenturberichten weit mehr als 100 Abgeordnete von Camerons konservativer Tory-Partei dem Gesetz ihre Zustimmung – Korrespondenten sprechen von einer Ohrfeige für den Premierminister.

Dem Votum im Parlament ging eine knapp siebenstündige Debatte voraus:



Das Thema "gleichgeschlechtliche Ehe" beginnt im Player bei der Uhrzeit 12:47 Uhr. David Cameron selbst sagt in der Debatte: "Die Ehe ist eine großartige Institution, und sie sollte da sein für Menschen, die homosexuell sind – und für Menschen, die es nicht sind."

Zivile und kirchliche Hochzeit

Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass homosexuelle Paare sowohl zivil als auch kirchlich heiraten dürfen. Allerdings haben die Kirchengemeinschaften ein Wahlrecht: Sie können selbst darüber entscheiden, ob sie gleichgeschlechtliche Eheschließungen zulassen wollen. Die anglikanische Staatskirche und die katholische Kirche haben sich wiederholt dagegen ausgesprochen, den Begriff der Ehe auf homosexuelle Paare auszuweiten und argumentierten, eine Ehe sei die Verbindung von Mann und Frau.

In Großbritannien können gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft seit 2005 eintragen lassen. Dadurch erhielten sie ehe-ähnliche Privilegien. Die Mehrheit der Briten befürwortet die gleichgeschlechtliche Ehe. Allerdings dürfte Premierminister Cameron - der das Vorhaben ausdrücklich unterstützt - bei den Stammwählern seiner konservativen Partei Stimmen einbüßen. Gewählt wird 2015 wieder.

Nationalversammlung in Paris wird noch länger über das gleiche Thema debattieren

Auch in Frankreich wird seit Monaten heftig über das Thema gestritten, es hat eine Reihe von Demonstrationen gegeben – und zwar von Befürwortern ebenso wie von Gegnern der Homo-Ehe. Vor wenigen Tagen noch hat die Assemblée Nationale – das französische Parlament – über einen Gesetzentwurf beraten. Eine Entscheidung ist vorerst nicht in Sicht. Vielmehr soll die Debatte noch eine Woche lang dauern, und zwar auch in Nachtsitzungen.



Mehr bei deutschlandradio.de

 

Externe Links:

Das Gesetz im Wortlaut

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 02:30 Uhr Zwischentöne

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Landlust/Landfrust (1/2)Dorfleben im Wandel

Zwei ältere Dame tragen nach einem Einkauf ihre Lebensmittel nach Hause. (picture alliance/ dpa/ David Ebener)

Die Sehnsucht nach Natur, Ruhe und Dorfidylle ist in der Gesellschaft groß. Mit der Realität hat diese Vorstellung des Landlebens oft wenig zu tun. Kerstin Faber hat sich intensiv mit ländlichen Regionen auseinandergesetzt. Ein Problem seien Dörfer mit großer Überalterung, sagte sie im DLF. "Da haben wir es mit einem Abbau der Daseinsvorsorge zu tun."

Berlinale 2017"Vollmundiger Jahrgang mit kratzigem Abgang"

Die Filmkritiker Peter Körte ("FAS") und Katja Nicodemus ("Zeit") nach ihrem Gespräch mit Deutschlandradio Kultur auf der Berlinale 2017. (Deutschlandradio / Cornelia Sachse)

Das Gleichnis eines guten Weines fällt der Filmkritikerin Katja Nicodemus zum Wettbewerb des diesjährigen Berliner Filmfestivals ein. "Ich habe wenig gesehen, was mich umgehauen hätte", hält ihr Kollege Peter Körte dagegen.

Hanya Yanagihara: "Ein wenig Leben"Ein umwerfender und suspekter Roman

"Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara. Im Hintergrund: die Skyline von New York. (Hanser / picture-alliance / dpa)

Dieser Roman geht an Grenzen: Die amerikanische Schriftstellerin Hanya Yanagihara erzählt in "Ein wenig Leben" von exzessivem menschlichen Leid. Im Zentrum stehen vier Männer aus New York. Einer von ihnen, Jude, ist von einem düsteren Geheimnis umgeben, das seine Freunde, aber auch den Leser in Bann hält.

Deutscher KolonialismusUnheilvolle Kontinuitäten

A performance shows the treatment of Hereros in 1904 at a ceremony commemorating the killing of thousands of Hereros by German troops, at Okakarara, 250 km northwest of Windhoek, Namibia, Saturday, 14 August 2004. Germany on Saturday asked the Herero people of Namibia to forgive it for the massacres committed by its troops during a three year uprising 100 years ago. (picture alliance / dpa / WIEBKE GEBERT)

Prügel mit dem Tauende oder doch mit der Nilpferdpeitsche? Die Frage, wie die zwangsverpflichteten schwarzen Arbeiter in den deutschen Kolonien "zur Arbeit erzogen", "zivilisiert" werden sollen, diskutierten Politiker und Mediziner vor etwas mehr als hundert Jahren in aller Öffentlichkeit.

GewaltenteilungFinanz als vierte Gewalt?

Legislative, Exekutive, Judikative und Finanzwesen: So zählt der Kulturwissenschaftler und Philosoph Joseph Vogl die Gewaltenteilung auf. Das mit dem Finanzwesen kennen wir aber so nicht aus der Schule. Er sagt: Wer das Finanzwesen als vierte Macht im Staate nicht (an)erkennt, sitzt einer Legende auf.

Petras inszeniert O'NeillSippe mit unheilvoller Vergangenheit

Armin Petras, der Intendant des Schauspiels Stuttgart, steht am 02.06.2016 im Opernhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Foyer an einer Treppe. (picture alliance / dpa / Bernd Weißbrod)

Eine Familie steuert in den Untergang: Überraschend fein und intim inszeniert Armin Petras "Eines langen Tages Reise in die Nacht" von Eugene O'Neill am Schauspiel Stuttgart. In der Rolle der schuldbeladenen Mutter glänzt - der Schauspieler Peter Kurth.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Europa  Söder fordert Pfand für weitere Griechenland-Hilfen | mehr

Kulturnachrichten

Solidaritätsaktion: Berliner Autokorso für Deniz Yücel  | mehr

Wissensnachrichten

Trump-Rede  Schweden scherzen über angeblichen Anschlag | mehr