Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Jazz-Pianist Dave Brubeck ist tot

Musiker stirbt im Alter von 91 Jahren

Die Jazz-Legende Dave Brubeck ist tot
Die Jazz-Legende Dave Brubeck ist tot (picture alliance / dpa / Markus Stuecklin)

Mit Stücken wie "Take Five" wurde er weltbekannt: Dave Brubeck war ein gefeierter Jazz-Pianist, Bandleader und Komponist. Nach Medienberichten ist er nun an Herzversagen gestorben - einen Tag vor seinem Geburtstag.

Der berühmte Jazz-Musiker Dave Brubeck ist tot. Wie die Zeitung "Chicago Tribune" unter Berufung auf seinen langjährigen Manager meldet, starb der Pianist am Mittwoch an Herzversagen. Am Donnerstag wäre er 92 Jahre alt geworden.

Brubeck wurde 1920 in Kalifornien geboren, schon im Alter von 13 Jahren trat er mit professionellen Jazzgruppen auf. Mit seiner Band Dave Brubeck Quartet landete er 1959 einen Welthit mit dem Stück "Take five". Das Album "Time Out" wurde millionenfach verkauft - als erste Jazz-Platte überhaupt.

Mit Stücken wie "Take Five" oder "In Your Own Sweet Way" erlangte der vielfach preisgekrönte Brubeck Weltruhm und machte den Jazz salonfähig. Dave Brubeck habe europäische Klassik und amerikanischen Jazz miteinander verbunden, sagt Uwe Golz, Musikredakteur des Deutschlandradio Kultur. Brubeck sei bis zum Ende ein "wirklich kreativer Musiker" gewesen.

Eigentlich wollte der junge Brubeck wie sein Vater eine Laufbahn als Farmer einschlagen. So absolvierte er zunächst ein Studium der Tiermedizin, wechselte dann jedoch auf ein Konservatorium. 1942 wurde er in den Militärdienst eingezogen, im Zweiten Weltkrieg trat er aber überwiegend als Musiker auf.

Er war der erste Bandleader der US-Armee mit einer gemischten Kapelle. In den 50er-Jahren, als ihn bei einer Tournee 23 von 25 Universitäten aufforderten, entweder seinen schwarzen Bassisten Gene Wright gegen einen weißen auszutauschen oder den Auftritt abzusagen, entschied er sich für die Absage - und das zu einer Zeit, in der Brubeck noch längst nicht arriviert war und mit seiner Familie in finanziell "prekärer Lage" durch die Lande tourte.

Brubeck spielte beim Reagan-Gorbatschow-Gipfel in Moskau 1988 vor acht US-Präsidenten, Königen, Staatsoberhäuptern und Papst Johannes Paul II. "Es würde den Bruchteil eines Bomberflügels kosten", sagte er einmal, "Jazzmusiker durch die Welt fliegen zu lassen. Durch den Jazz können wir unsere Kultur der Freiheit zu den Leuten bringen. Das ist es, was Diktatoren immer zuerst stoppen: Jazzmusik im Radio oder die Möglichkeit, Jazzplatten zu kaufen. Denn dafür braucht es Freiheit."

Wie kaum ein anderer drückte Dave Brubeck dem Modern Jazz seinen musikalischen Stempel auf. Er verband Jazz mit klassischer Konzertmusik und komponierte häufig in ungewöhnlichen Taktarten. "Mein ganzes Leben wollten mich die Menschen immer in eine Schublade stecken", sagte er einmal in einem Interview. "Aber Schubladen langweilen mich."



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:10 Uhr Hintergrund

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

WissenEin Denkmal für Wikipedia

Im polnischen Slubice wird das Online-Lexikon Wikipedia mit einem Denkmal geehrt.

Am Mittwoch wurde im polnischen Slubice ein Denkmal für Wikipedia enthüllt. Der Organisationstheoretiker Leonhard Dobusch begrüßt die Würdigung des Online-Lexikons: Man könne dessen Bildungsbeitrag nicht hoch genug einschätzen.

Karstadt-KriseVom Klassenprimus zum Krisenfall

Der Eingang zur der Karstadt Filiale am 01.10.2014 in Köln.

Seit Jahren sorgen Schlagzeilen und Spekulationen immer wieder für Verunsicherung bei den Karstadt-Angestellten. Der neue Eigentümer René Benko lässt keinen Zweifel an einer scharfen Sanierung. Das Konzept dazu wird morgen im Aufsichtsrat diskutiert.

Postheroismus Wenn Helden nicht mehr nötig sind

PHILIPPINES, Manila :Comic-Fans haben sich als ihre Helden verkleidet.

Heroische Werte sind in westlichen Gesellschaften nicht mehr en vogue. Was aber passiert, wenn die Figur des Helden nur noch als Superman oder Harry Potter anrückt? Über Helden und eine Gesellschaft, die scheinbar keine mehr braucht.

Obdachlose in GriechenlandFührung durch die Hinterhöfe Athens

Ein Obdachloser liegt auf seinem Schlafplatz auf dem Bürgersteig vor einer Filiale der Emporiki Bank in Athen

Die Wirtschaftskrise hat die Griechen besonders hart getroffen - auf Arbeitslosigkeit folgte häufig ein Leben auf der Straße. Doch einige der Obdachlosen haben nun einen neuen Job: Sie organisieren Stadtführungen in die dunklen Ecken Athens.

Junge Frauen beim ISPartnersuche im Dschihad

Ein von Dschihadisten ausgehändigtes Foto zeigt mutmaßliche Mitglieder der Terrorgruppe IS, darunter der Militärchef und gebürtiger Georgier Abu Omar al-Shishani (links)

Mehrere hundert Mädchen und Frauen aus Europa sollen nach Syrien gereist sein, um sich der Terrorgruppe IS anzuschließen. Viele von ihnen hoffen, dort einen Ehemann zu finden, sagt Florian Endres vom Bundesamt für Migration.

NotfallIn drei Minuten vor Ort

United Hazalah ist eine mobile Gruppe von freiwilligen Ersthelfern in Israel. Dank App und "Ambucycles" sind sie innerhalb von drei Minuten beim Patienten - der Krankenwagen braucht in Deutschland zum Beispiel deutlich länger.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Kanada:  Zwei Tote bei Angriff auf Parlamentsgebäude in Ottawa | mehr

Kulturnachrichten

Biennale di Venezia 2015:  Kurator Okwui Enwezor stellt sein Gedankengebäude vor | mehr

Wissensnachrichten

WHO  1,5 Millionen Tuberkulose-Tote in 2013 | mehr