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Jeder vierte Azubi schmeißt hin

Abbrecherquote bei Lehrlingen auf dem Höchststand

Ist die Küche zu heiß, soll man sie verlassen - die Hälfte der Koch-Azubis hält sich an diesen Spruch.
Ist die Küche zu heiß, soll man sie verlassen - die Hälfte der Koch-Azubis hält sich an diesen Spruch. (dpa/Jens Büttner)

Noch nie seit der Wiedervereinigung haben prozentual so viele Auszubildende ihre Lehre abgebrochen. 24,4 Prozent sind es im Schnitt, bei manchen Berufsbildern löst sogar jeder zweite seinen Vertrag vorzeitig auf.

Die Zahlen stammen aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB), das der Zeitung "Die Welt" vorliegt. Sie bezieht sich auf das Jahr 2011, in dessen Verlauf 149.760 Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst wurden, rund ein Drittel davon noch während der Probezeit.

Bei den Berufsgruppen gibt es eine große Spannbreite. Am loyalsten sind Verwaltungsangestellte, Medienfachangestellte und Elektroniker. Ihre Abbrecherquoten liegen unter fünf Prozent. Auch Bankkaufleute und Forstwirte hängen ihre Ausbildung eher selten an den Nagel. Dagegen brechen jeweils rund 51 Prozent der angehenden Kellner und Umzugshelfer und rund 49,5 Prozent der Köche und Wachleute ihre Lehre ab.

Geographische Unterschiede

Dem BiBB zufolge ist die Abbrecherquote in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am höchsten, sie liegt in den beiden Ländern bei rund einem Drittel. Das größte Durchhaltevermögen zeigt sich in Bayern und Baden-Württemberg, wo lediglich etwa 20 Prozent der Azubis abbrechen.

Die "Welt" blickt auf frühere Jahrzehnte zurück: Zu Beginn der 1980er Jahre lag die Abbrecherquote um die 14 Prozent und kletterte erst nach der Wiedervereinigung über 20 Prozent. Ein aufgelöster Ausbildungsvertrag bedeutet nicht, dass sich die betroffenen Frauen und Männer vom Ausbildungsmarkt verabschieden. Viele machten in einem anderen Betrieb oder einer neuen Branche weiter.

Die Vizechefin des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Ingrid Sehrbrock, sagte der "Welt": "Auffällig ist, dass die Quote der Abbrüche sich seit Jahren erheblich zwischen den einzelnen Ausbildungsberufen unterscheidet." Die unbeliebteren Branchen müsten an ihrer Attraktivität arbeiten.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

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