Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

John Kerry auf schwieriger Mission

US-Außenminister besucht den Nahen Osten

John Kerry besucht mit Benjamin Netanjahu die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem
John Kerry besucht mit Benjamin Netanjahu die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (picture alliance / dpa / Abir Sultan)

Der israelische Siedlungsbau, die Freilassung palästinensischer Gefangener und der Atomstreit mit dem Iran: Das waren die Themen, die den US-Außenminister John Kerry auf seiner Nahost-Reise begleiten. Doch die Fronten zwischen Israelis und Palästinensern bleiben verhärtet.

Ein sofortiger Stopp des israelischen Siedlungsbaus und Freilassung palästinensischer Gefangener: Das seien die Grundvoraussetzungen für eine Wiederaufnahme des Nahost-Friedensprozesses, betonte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei einem Treffen mit US-Außenminister John Kerry.

"Präsident Mahmud Abbas will an den Verhandlungstisch zurückkehren. Aber dafür muss der Siedlungsbau aufhören und die Gefangenen müssen freikommen", sagte Abbas-Sprecher Nabil Abu Rudeina nach einem rund 80-minütigen Gespräch seines Präsidenten mit dem amerikanischen Außenminister John Kerry in Ramallah im Westjordanland.

Kerry auf schwieriger Mission

Der US-Außenminister hielt sich zu einem mehrtägigen Besuch in der Region auf. Er wollte die Möglichkeiten zu einer Wiederaufnahme des seit 2010 auf Eis liegenden Nahost-Friedensprozesses ausloten - kein einfaches Vorhaben. US-Präsident Barack Obama hatte zwar erst kürzlich bei seiner Nahost-Reise den israelischen Siedlungsbau kritisiert. "Besatzung und Vertreibung sind keine Lösung", sagte er unter brausendem Beifall vor Hunderten palästinensischen Studenten. Und: "Ein eigener Staat für die Palästinenser ist eine Frage der Gerechtigkeit und der einzige Weg zum Frieden." Dennoch hatte Obama von den Palästinensern auch Verhandlungen ohne Vorbedingungen gefordert.

Palästinenser-Präsident Abbas trifft US-Außenminister KerryPalästinenser-Präsident Abbas trifft US-Außenminister Kerry (picture alliance / dpa / Thaer Ganaim)Laut einem Bericht der israelischen Zeitung "Maariv" ist die israelische Justizministerin Zipi Livni dazu bereit, auf die Anerkennung des jüdischen Staates durch die Palästinenser vor Beginn neuer Verhandlungen zu verzichten. Es sei aber unklar, ob sie ihre Position mit Regierungschef Benjamin Netanjahu abgestimmt habe. Zipi Livni ist für die Verhandlungen mit den Palästinensern zuständig.

Atomkonflikt mit dem Iran schwelt weiter

Das zweite große Thema, mit dem sich der US-Außenminister auf seiner Reise beschäftigte, war der Atomkonflikt mit dem Iran. Israels Premier Benjamin Netanjahu stellte klar: "Wir werden unser Schicksal niemals in die Hände von Anderen legen, auch nicht von unseren besten Freunden", sagte er mit Blick auf die USA. Israel werde sich nicht darauf verlassen, dass die internationale Staatengemeinschaft den Bau einer iranischen Atombombe verhindere. Netanjahu begleitete heute den US-Außenminister zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Dort legte Kerry anlässlich des heutigen Holocaust-Gedenktages einen Kranz nieder.

Zum Abschluss seiner Unterredungen - nach einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Peres - erklärte Kerry, eine Zwei-Staaten-Lösung sei immer noch möglich. In den kommenden Monaten solle es weitere Treffen, weitere Gespräche geben.

Mehr zu dem Thema auf dradio.de:
Obama spricht von Freundschaft, Netanjahu von Frieden - US-Präsident betont auf Nahost-Reise Bündnis mit Israel

"Neue Regierung in Israel ist nicht offener" Der Historiker Moshe Zimmermann erwartet wenig Bewegung im Nahost-Friedensprozess

Marsch der Lebenden In Auschwitz erinnern Zeitzeugen und Jugendliche an den Holocaust

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:10 Uhr Aus Kultur- und Sozialwissenschaften

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

DemokratieTüröffner und Strippenzieher

Lobby Control

Korruption ist kriminell, Interessenvertretung ganz legal - und oft viel subtiler. Mehr als 5000 Lobbyisten von Firmen und Verbänden arbeiten in der Hauptstadt und knüpfen ihre Netzwerke. Streng genug kontrolliert werden sie noch nicht.

KriminalitätZahl der Verurteilungen bei Vergewaltigungen gesunken

Eine Frau geht im Licht der Straßenlaternen alleine über eine dunkle Straße 

Laut einer Studie erreichen Frauen, die eine Vergewaltigung anzeigen, damit immer seltener eine Verurteilung des Täters. Einer der Gründe ist die Arbeitsüberlastung bei Polizei und Staatsanwaltschaft.

Record Store Day "Am Tresen wird über Platten gesprochen"

Eine Schallplatte wird in einem Musikfachgeschäft in Hannover (Niedersachsen) auf einem Plattenspieler abgespielt. 

Für Musikfans, kleine Labels und Plattenläden ist der "RSD", der ursprünglich aus den USA kommt, ein Fest. Limitierte Schallplatten werden in mehr als 300 Stores verkauft und Bands spielen live. Ein richtiger "Vinyl-Feiertag".

Situation in der Ukraine"Russland schürt den Konflikt"

Gunther Krichbaum (CDU), Vorsitzender des Europaausschusses im Bundestag

In der Ukraine tobe mehr ein Propagandakrieg als ein Bürgerkrieg, sagte der CDU-Politiker Gunther Krichbaum im DLF. Es gebe viele widersprüchliche Nachrichten, die Lage sei bizarr, berichtete er nach einem Besuch in der Stadt Donezk. Dennoch sei für ihn klar, dass Russland die Proteste befeuert.

Präsidentschaftswahl"Das algerische Volk ist müde"

Der algerische Schriftsteller Yasmina Khadra, Oktober 2013 auf der Frankfurter Buchmesse

Die Menschen seien gelähmt von ihrer Angst vor Gewalt, sagt der Schriftsteller Yasmina Khadra über die Lage in seiner Heimat Algerien. So fehle es an Kräften, die das Regime um Präsident Abdelaziz Bouteflika verjagen könnten.

Religion und HandwerkSchwere Zeiten für Glockengießer

Unter dem "Dicken Pitter", der größten Glocke des Kölner Doms liegt am Freitag (07.01.2011) der abgefallene Klöppel. Materialermüdung war der Grund für das Abbrechen des Klöppels, Der Klöppel war am Donnerstag beim Läuten abgefallen und auf die Wartungsebene des Glockenstuhls gestürzt.

Seit Jahrhunderten begleiten Kirchenglocken unseren Alltag. Aber die Situation der Kirchen hat sich verändert. Neue Gotteshäuser werden kaum noch gebaut, immer mehr Kirchen umgewidmet. Die Folgen spüren auch die Glockengießereien.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Genfer Ukraine-Gipfel einigt sich  auf Friedensfahrplan | mehr

Kulturnachrichten

Israelischer Journalist  nach Reise in den Libanon inhaftiert | mehr

Wissensnachrichten

Abitur  Abitur: G8 oder G9 macht keinen Unterschied | mehr