Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kabinett beschließt längere Laufzeiten

Streit um schwarz-gelbe Energiepolitik geht weiter

Greenpeace protestiert gegen Energie-Politik (AP)
Greenpeace protestiert gegen Energie-Politik (AP)

Das Bundeskabinett hat heute das umstrittene Energiekonzept mit längeren Atomlaufzeiten verabschiedet. Die Meiler sollen im Schnitt zwölf Jahre länger am Netz bleiben. Die Opposition hat erneut Widerstand angekündigt.

Nach dem Regierungskonzept sollen die Meiler im Schnitt zwölf Jahre länger als geplant am Netz bleiben. Ältere Atomkraftwerke bekommen demnach acht Jahre zusätzlich, neuere Reaktoren 14 Jahre. Der letzte Atommeiler würde somit nicht vor dem Jahr 2036 vom Netz gehen. Nach dem rot-grünen Atomkonsens sollten die Kraftwerke maximal bis 2022 in Betrieb bleiben.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) lobte das Konzept als einen "Meilenstein in der Wirtschaftsgeschichte unseres Landes".

Einen Teil der Zusatzgewinne der Betreiber will die Regierung mit einer Kernbrennstoffsteuer abschöpfen. Außerdem sollen die Konzerne in einen Fonds einzahlen, mit dem Ökostromprojekte gefördert werden.

Das langfristige Ziel des Konzeptes ist es, die Energieversorung in Deutschland auf erneuerbare Energien umzustellen. Bis zum Jahr 2050 sollen die CO2-Emissionen um 80 Prozent reduziert werden.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel kritisierte indes, das Konzept der Bundesregierung schade dem Ausbau erneuerbarer Energien und nutze vor allem den großen Konzernen. Im ARD-Morgenmagazin bekräftige Gabriel die Absicht seiner Partei, vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Pläne zu klagen.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zeigte sich angesichts solcher Drohungen gelassen. Das Konzept sei sorgfältig geprüft worden, , die atomrechtliche Kompetenz liege zweifelsfrei beim Bund, sagte Brüderle im ARD-Morgenmagazin.

Am frühen Morgen protestierten Umweltaktivisten von Greenpeace an allen zwölf deutschen AKW-Standorten gegen die Pläne. Sie projezierten den Spruch "Atomkraft schadet Deutschland" mit Leuchtschrift an Reaktorkuppeln und Kühltürme.

Unzufrieden mit dem Konzept sind auch die kommunalen Versorger, die vielfach in erneuerbare Energien investiert und nun länger mit der Konkurrenz durch Atomstrom zurechtkommen müssen. Von einem "ganz schlechten Tag für die Stadtwerke" spricht etwa Maik Wassmer von dem Freiburger Versorger Badenova (mp3-Audio).

Mehr zum Thema:

"Wir gehen auch in ein Risiko" - Präsident des Deutschen Atomforums Güldner über die Brennelementesteuer

"Das ist unverantwortlich" - Unionsfraktionsvize Ruck verteidigt Energiekonzept gegen Kritik der Opposition

"Eine völlige unzureichende Energiepolitik" - SPD-Umweltexperte Miersch über längere Atomlaufzeiten

Revolution oder Luftnummer? Das Energiekonzept der Bundesregierung

Themenportal: "Zukunft der Energie"



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Hillary ClintonUnbeliebt, aber unentbehrlich

Sie sehen Hillary Clinton auf einem Großbildschirm. (AFP/Saul Loeb)

Hillary Clinton sei erfahren, politisch geerdet und ausdauernd, kommentiert Thilo Kößler. Sie sei aber auch Teil des Establishments und wirke kühl und verschlossen. Und doch sei sie die Einzige, die den Demagogen Trump noch stoppen könne.

Indiens Jugend unter DruckScheitern ist nicht vorgesehen

Schulkinder sitzen in Mahabalipuram (Indien) in einem Park. (dpa / picture alliance / Sebastian Kahnert)

Der Konkurrenzdruck im indischen Bildungssystem ist riesengroß − in Nachhilfe-Instituten büffeln Kinder und Jugendliche für ihre Karriere. Wer es nicht schafft, erlebt manchmal fatale Konsequenzen.

EU-Kommission vs. GoogleVon Macht und Ohnmacht

Sie sehen eine Radfahrerin und den Schriftzug Google auf einem Straßenschild. (AFP / Jana Asenbrennerova)

Seit mehr als sechs Jahren laufen die Wettbewerbsverfahren der EU-Kommission gegen Google. Der Vorwurf: Der US-Konzern missbrauche seine Marktmacht. Google sieht sich zu Unrecht in der Kritik, nimmt die Verfahren aber ernst: Denn der Ausgang könnte weltweit Konsequenzen für den Konzern haben.

Kriminalität im Darknet"Da wird zu wenig und das Falsche getan"

Symbolfoto zum Thema Internetkriminalität: eine Hand vor einem Computer-Monitor (imago / epd / Annette Zoepf)

Der Amokläufer von München soll seine Waffe aus dem Darknet bezogen haben. Zuletzt sei es besser gelungen, gegen Kriminalität im Netz vorzugehen, so das Bundeskriminalamt. Ein großes Problem sei aber die mangelnde Expertise der Ermittler, sagt der Forscher Sandro Gaycken.

Coaching und SingenMit Herbert Grönemeyer bei der Sommerakademie

Drei Männer mittleren Alters sitzen an einem Tisch mit Mikrofonen vor sich. Sie werden gleich eine Pressekonferenz geben. (Deutschlandfunk/Dirk Groß-Langenhoff)

Bei der Sommerakademie "Deine Stärken, Deine Zukunft" in Essen ging es darum, Schüler mit Förderbedarf und jugendliche Flüchtlinge beim fragilen Übergang zwischen Schule und Beruf zu unterstützen. "Da ist insgesamt viel Potenzial und das muss man nur auftauen", war das Fazit von Schirmherr Herbert Grönemeyer. Der studierte mit den Schülern auch ein Musical ein.

Digitalisieren für die Nachwelt"Aufnahmen für kommende Generationen erhalten"

Schallplattenspieler mit Langspielplatte  (imago stock&people)

Die Recording Preservation Foundation widmet sich dem Erhalt von amerikanischen Klangaufnahmen wie Radiosendungen, Musik und Reden. Stiftungsleiter Gerald Seligman erklärt die Idee.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

US-Demokraten  Obama empfiehlt Clinton als Nachfolgerin | mehr

Kulturnachrichten

Zwei geraubte Gemälde wieder aufgetaucht  | mehr

Wissensnachrichten

Südseestaat Tonga  Statt Sonnen lieber Skifahren bei Olympia | mehr