Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kabinett beschließt Stromautobahnen

Umweltminister Altmaier und Wirtschaftsminister Rösler stellen ersten Monitoringbericht zur Energiewende vor

Das Bundeskabinett will Eckpfeiler für  bundesweiten Stromnetzausbau beschließen. (picture alliance / dpa)
Das Bundeskabinett will Eckpfeiler für bundesweiten Stromnetzausbau beschließen. (picture alliance / dpa)

Die Bundesregierung will den Bau von 2800 Kilometern Hochspannungsleitungen per Gesetz beschleunigen, um die Energiewende voranzubringen. Beschlossen wurde auch eine Aufstockung der Mittel für energetische Gebäudesanierungen.

Die Bundesregierung hat zum Ziel, bis 2020 insgesamt 35 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen. Derzeit liegt Deutschland deutlich über Plan. Allerdings geht der Ausbau von Ökostrom-Anlagen mit hohen Kosten vor allem für die Verbraucher einher. Problematisch ist zudem der schleppende Aus- und Umbau der Stromnetze.

Regierung sieht Energiewende auf gutem Weg

Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) stellten am Mittwoch in Berlin den ersten Monitoringbericht zur Umsetzung des Milliardenprojekts vor. "Wir sind ein gutes Stück vorangekommen", sagte Rösler. Der Energieverbrauch sei rückläufig, die Energieeffizienz verbessere sich. Allerdings nicht schnell genug, wie Christel Blanke im Deutschlandradio Kultur kommentiert.

"Die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien war richtig, ist richtig und bleibt richtig, auch im Hinblick auf langfristig bezahlbare Energiepreise", so Altmaier. Das entbinde die Regierung nicht von der Verantwortung, saubere Energie für alle verlässlich zu bezahlbaren Preisen bereitstellen.

Rösler und Altmaier bekräftigten ihren Willen, das Erneuerbare-Energien-Gesetz zur Förderung von Ökostrom zu überarbeiten. Rösler wies darauf hin, dass bis März ein Konzept für eine grundlegende Reform vorliegen soll.

Stromautobahnen von Nord- nach Süddeutschland

Strommast (von unten hoch fotografiert) (Jan-Martin Altgeld)Geplant sind drei große Stromautobahnen von 2800 Kilometern (Jan-Martin Altgeld)Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat heute mit ihrem Kabinett die Eckpunkte für einen raschen bundesweiten Stromnetzausbau beschlossen. Dabei geht es um den Bau dreier großer Stromtrassen von insgesamt 2800 Kilometern Länge von Nord- nach Süddeutschland.

Die Bundesländer hatten sich bereit erklärt, die Planung der großen Stromautobahnen an den Bund abzugeben, damit die Netze schneller als bisher gebaut werden können. Am Dienstag hatte die Bundeskanzlerin eine Stromautobahn zwischen Schwerin und Hamburg in Betrieb genommen - Planung und Bauzeit dauerten hier zehn Jahre.

Künftig soll alles schneller gehen

Künftig soll es nun schneller gehen: Planungs- und Bauzeiten sollen von zehn auf vier Jahre verkürzt werden. 2014 sollen die exakten Trassenverläufe festgelegt werden - die Kosten für alle Projekte werden auf zehn Milliarden Euro taxiert.

Die Transportprobleme bei der Stromversorgung seien noch nicht gelöst, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Markus Kerber, im Deutschlandfunk. Außerdem würden die Unternehmen durch die steigenden Energiepreise belastet: "In der Vergangenheit hatten wir einen auskömmlichen und einen verlässlichen und berechenbaren Strompreis. Genau dies scheint nun aber in Gefahr zu geraten".

Das Kabinett will außerdem mehr Geld für energetische Gebäudesanierungen bereitstellen. Die Erhöhung soll 300 Millionen Euro betragen. Damit stünden im kommenden Jahr insgesamt 1,8 Milliarden zur Verfügung. Hausbesitzer können auf Zuschüsse von bis zu 5000 Euro hoffen, für Maßnahmen wie zum Beispiel einen Fenstertausch.

Mehr zum Thema auf dradio.de:
Mehr Leitungen für mehr Energie
Studie zu Stromnetzausbau vorgestellt
Einseitige Belastung privater Haushalte bei der Energiewende
Deutsche Umwelthilfe bezeichnet Gründe für steigende Strompreise als verlogen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Deutschland und Visegrad-Gruppe"In der Flüchtlingspolitik treffen zwei Ansätze aufeinander"

Treffen in Warschau: Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo (von rechts), Bundeskanzlerin Angela Merkel und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. (PAP)

Der Osteuropa-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Kai-Olaf Lang, wertet es als sinnvolles Signal, dass Bundeskanzlerin Merkel in Warschau mit der sogenannten Visegrad-Gruppe zusammenkommt. In der Flüchtlingspolitik wollten diese Länder ebenso wie Deutschland eine europäische Lösung, sagte Lang im Deutschlandfunk. Ihr Ansatz sei allerdings ein anderer.

ErnährungDick und krank durch Sojaöl

Eine dicke Frau sitzt am Strand. (Matt Cardy / Getty Images)

Soja ist gesund, das Öl aus der "Wunderbohne" gilt als "gutes Fett". Doch eine US-Studie legt nun den Verdacht nahe, dass Sojaöl womöglich viel schädlicher für die Gesundheit ist als andere Fette.

TextverarbeitungDrucker aus: Word ist tot

Druckt ihr noch - und nutzt ihr dafür Word? Wir glauben, Word ist tot. Wenn wir lange Texte schreiben, dann wollen wir die doch online veröffentlichen. Und genau dann macht uns Word irre.

Französischer Abgeordneter ApparuBurkiniverbot ist "gerechtfertigt"

Der französische Parlamentsabgeordnete Benoist Apparu von der Partei Les Républicains. (AFP / Francois Guillot)

Der französische Parlamentsabgeordnete Benoist Apparu von der Partei Les Républicains hat Verständnis für ein Burkini-Verbot. Er sagte im Deutschlandfunk, mit Blick auf die aktuellen Spannungen in Frankreich bestehe das Risiko, dass Burkinis die öffentliche Ordnung störten. 

Aus den FeuilletonsErzwungener Striptease für die Freiheit?

Eine Frau mit Kopftuch und T-Shirt badet am 21.07.2016 am Strand von Norddeich (Niedersachsen) in der Nordsee.  (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)

Vier bewaffnete Männer umstehen am Strand von Nizza eine Frau – und zwingen sie einen Teil ihrer Verhüllung abzulegen. Ein schreckliches Bild, schreibt darüber Andreas Rosenfelder in der "Welt": Darin ein Symbol unserer Freiheit zu sehen, will ihm nicht gelingen.

KonfliktforscherKaum Chancen für Frieden in Syrien

Eine große Rauchwolke über einigen Gebäuden in einer Wüstengegend.  (AFP / BULENT KILIC)

Nach dem Willen der internationalen Gemeinschaft sollen Verhandlungen den Krieg in Syrien beenden. Deren Aussichten schätzt der Konfliktforscher Wolfgang Schreiber skeptisch ein: Derzeit seien die Bedingungen für einen Frieden in Syrien einfach nicht gegeben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

UNO-Sicherheitsrat  Unterstützung für Friedensabkommen in Kolumbien zugesagt | mehr

Kulturnachrichten

"Lied der Deutschen" feiert Jubiläum  | mehr

Wissensnachrichten

Urheberrecht  Streit um Affen-Selfie geht in zweite Runde | mehr