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Kampf gegen den Hunger

30. Welternährungstag in Rom

Ein kleines Kind mit einem leeren Teller in Nigeria. (AP)
Ein kleines Kind mit einem leeren Teller in Nigeria. (AP)

Unter dem Motto "Vereint gegen Hunger" wird heute in Rom zum 30. Mal der Welternährungstag begangen. Die Zahlen des aktuellen Welthunger-Index sind ernüchternd: Derzeit hungern rund 925 Millionen Menschen auf der Welt.

Ein Millenniumsentwicklungsziel der internationalen Staatengemeinschaft ist es, den Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung im Jahr 2015 auf zehn Prozent zu reduzieren. 1992 hatte dieser rund 20 Prozent betragen.

Menschen warten in einer Schlange vor einer Essensausgabe der Vereinten Nationen in Port-au-Prince, Haiti. (AP)Menschen warten in einer Schlange vor einer Essensausgabe der Vereinten Nationen in Port-au-Prince, Haiti. (AP)Allein in diesem Jahr hat das Erdbeben in Haiti, die Dürre in der Sahelzone und die Flut in Pakistan hat Millionen Menschen in die Hungersnot getrieben, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in seiner Rede zum Welternährungstag. Er betonte die Notwendigkeit von internationaler Kooperation, um den weltweiten Hunger zu bekämpfen.

Unterdessen wurden die kanadische Sängerin Céline Dion, der italienischen Schauspieler Raoul Bova, US-Schauspielerin Susan Sarandon und die philippinische Sängerin Lea Salongo zu UN-Botschaftern des guten Willens im Kampf gegen den Hunger ernannt.

"Viel zu feiern gibt es nicht"

Viel zu feiern gibt es auf dem 30. Welternährungstag nicht, sagt der Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung in Bonn, Joachim von Braun. Denn nach Einschätzung der Welternährungsorganisation (FAO) leiden derzeit weltweit 925 Millionen Menschen dauerhaft unter Hunger. Von Braun forderte im Deutschlandradio Kultur "eine internationale Getreidebank, um Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln zu bekämpfen". Um Spekulationen mit den Weltvorräten an Reis, Mais oder Weizen zu verhindern, müsse eine solche Zentralbank "mit Geld, Wissen und einer Getreidereserve" ausgestattet werden, "um international wirksam mit den Fluktuationen auf dem Getreidemarkt umzugehen."

Auch der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel (FDP), kritisierte, dass Lebensmittel aufgrund falscher Subventionspolitik zum Spekulationsobjekt geworden sind. Die EU wolle daher ab 2013 keine Exportsubventionen mehr für landwirtschaftliche Waren zahlen, sagte Niebel der WELT.

Getreidekörner (AP)Getreide - immer mehr Spekulanten stürzen sich auf Aggrarrohstoffe (AP)"Entwicklungspolitik ist auch ein Verteilungskampf um Ressourcen", betont Wilfried Bommert. Der Umweltjournalist und Agrarwissenschaftler beschäftigt sich seit Langem mit den Hintergründen der der Ernährungskrise. Seine Analyse: "Nach 40 Jahren Entwicklungshilfe ist Afrika ärmer als vorher. Da fragt sich doch - warum?, sagte Bommert im Deutschlandradio Kultur. Bommert war bei den beiden letzten UN-Welternährungsgipfeln in Rom dabei und zieht eine ernüchternde Bilanz: "Es ist kein Wille von denen da, die Geld haben und etwas bewegen könnten. Und die, die kein Geld haben, bewegen nichts."

Neue Wege im Kampf gegen den Hunger

Neue Wege im Kampf gegen den Hunger geht man in Kenia. In Mathare, einem der größten Slums der Hauptstadt Nairobi startet das Welternährungsprogramm ein Pilotprojekt. Rund 2500 bedürftige Menschen bekommen Gutscheine für Nahrungsmittel auf ihr Handy geschickt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

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