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Kanzlerin Merkel wirbt für Schutz des Regenwaldes

Deutsch-brasilianisches Energieabkommen unterzeichnet

Kanzlerin Merkel und Brasiliens Präsident da Silva unterzeichneten ein Energieabkommen (AP)
Kanzlerin Merkel und Brasiliens Präsident da Silva unterzeichneten ein Energieabkommen (AP)

Deutschland und Brasilien wollen bei der Nutzung erneuerbarer Energien künftig enger kooperieren und gemeinsame Standards für die umstrittenen Biokraftstoffe entwickeln. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten beide Seiten beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Hauptstadt Brasilia.

Mit Hilfe des neuen Abkommens will die Bundesregierung Brasilien dazu bewegen, auf die Rodung des Regenwalds für die Ethanol-Gewinnung zu verzichten und die Produktion von Nahrungsmitteln nicht zu vernachlässigen. Die Übereinkunft sieht auch die Fortsetzung der Kooperation beim Bau von Kernkraftwerken vor.

Brasilien ist der Auftakt der ersten Lateinamerika-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Brasilien ist mit 190 Millionen Einwohnern der größte Handelspartner Deutschlands in Lateinamerika. Das Land ist der weltweit größte Produzent von Agrartreibstoff und will den aus Zuckerrohr gewonnenen Benzin-Ersatz Ethanol in großem Stil auch nach Europa exportieren. Kritiker befürchten, dass das Zuckerrohr die Soja-Bauern und Viehzüchter verdrängt, und damit der Druck wächst, die Rodungen des Regenwaldes zur Gewinnung von Ackerflächen voranzutreiben.

Weitere Stationen der Merkel-Reise sind der EU-Lateinamerika-Gipfel von Donnerstag bis Samstag in Lima sowie Kolumbien und Mexiko.

SPD-Kritik an Merkels Lateinamerika-Visite

SPD-Vorstandsmitglied Niels Annen äußerte Kritik an der Reiseroute Merkels. Es sei eine "etwas bittere Fußnote", dass die deutsche Regierungschefin kein linksregiertes Land besuche und damit den Anschein erwecke, die politische Entwicklung der vergangenen Jahre zu ignorieren. Als Beispiel nannte er Ecuador. Außerdem plädierte er für einen direkten Kontakt zu Kuba unter dem neuen Staatschef Raul Castro. (Text / MP3-Audio)

Ähnliche Kritik äußerte der Lateinamerika-Experte Wolf Grabendorff. Auch er begrüßte die Visite, doch "die Auswahl der Länder hätte sicherlich besser sein können". (Text / MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:29 Uhr

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