Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kanzlerin zwischen Rettungsschirm und Schuldenschnitt

Schwarz-Gelb wirbt für Euro-Rettungsschirm, Wirtschaft kritisiert ihn

Die Kanzlerin warb bei Günther Jauch für den Kurs der Bundesregierung in der Euro-Krise. (picture alliance / dpa / Stephanie Pilick)
Die Kanzlerin warb bei Günther Jauch für den Kurs der Bundesregierung in der Euro-Krise. (picture alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Während die Abstimmung im Bundestag über den Euro-Rettungsschirm am Donnerstag näher rückt und die Kanzlerin bei "Günther Jauch" eindringlich vor einem Schuldenschnitt Griechenlands warnte, mehren sich kritische Stimmen aus der Wirtschaft, die eine Umschuldung fordern.

Angela Merkel nutzte die ARD-Sendung (Video), um noch einmal nachdrücklich für den Kurs der Bundesregierung in der Euro-Krise zu werben. Bei einem Schuldenschnitt für Griechenland drohe ein völliger Vertrauensverlust. "Weil die Stabilität der Währung insgesamt auf dem Spiel steht", so die Kanzlerin, seien die Hilfspakete für die in Zahlungsschwierigkeiten steckenden EU-Staaten dringend notwendig. Zugleich forderte sie, die Schuldensünder in der Euro-Zone in Zukunft stärker in die Pflicht zu nehmen.

Reicht es zur Kanzlermehrheit?

Sie zeigte sich zuversichtlich, dass es bei der mit Spannung erwarteten Abstimmung im Bundestag eine Mehrheit für den umstrittenen Rettungsschirm gebe. Bei einer Probeabstimmung hatten 21 Abgeordnete aus den eigenen Reihen dagegen gestimmt. Eine Niederlage wäre für Angela Merkel "symbolisch der Beginn des Endes ihrer Kanzlerschaft", sagte der Politikwissenschaftler Gerd Langguth im Deutschlandfunk. Notfalls werde sie aber auch dann weiterregieren - ohne FDP, glaubt der Merkel-Biograf. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Peter Altmeier, ist überzeugt, dass es soweit nicht kommt. Er sieht die Koalition hinter der Kanzlerin.

Kritische Stimmen aus der Wirtschaft

Noch vor der Abstimmung im Bundestag kommen dagegen immer mehr kritische Stimmen aus der Wirtschaft. Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hält den Euro-Rettungsschirm nicht für ausreichend. Im Deutschlandfunk forderte er einen Schuldenschnitt für Griechenland - abgesichert durch Eurobonds. Der Bundesregierung warf er vor, sie habe die vergangenen eineinhalb Jahre nicht genutzt, um eine umfassende Lösung voranzubringen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Wirtschaftswissenschaftler Max Otte im Deutschlandfunk eine sofortige Umschuldung Griechenlands gefordert.

Mehr zum Thema auf dradio.de im Sammelportalde: Euro in der Krise

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Radionacht Information

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Nach der Bundestagswahl Alle Demokraten sind herausgefordert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 24.09.2017 in Berlin in der Parteizentrale der CDU auf der Bühne. Merkel reagierte bei der Wahlparty der CDU auf die Veröffentlichung der Hochrechnungen zum Ausgang der Bundestagswahl 2017.  (dpa / picture alliance / Boris Roessler)

Der Einzug der AfD in den deutschen Bundestag fordere alle Demokraten heraus, kommentiert Dlf-Chefredakteurin Birgit Wentzien. Das Parlament werde mit Abgeordneten umgehen müssen, die rassistische Parolen nicht scheuen. In dieser Situation sei der künftige Bundestagspräsident besonders gefordert.

Down-Syndrom und Wahlrecht Julian Peters will wählen - und darf nicht

Julian Peters an seinem Smartphone (privat)

Julian Peters darf bei der Bundestagswahl nicht seine Stimme abgeben, weil er das Down-Syndrom hat und eine gesetzliche Betreuung in allen Angelegenheiten. Ist das gerecht?

Reaktionen auf die Wahl - im NetzEmpörung vs. Euphorie

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 24.09.2017 in Berlin in der Parteizentrale der CDU auf der Bühne. (dpa-Bildfunk / Michael Kappeler)

Im Netz wird seit 18 Uhr mit Leidenschaft über die ersten Ergebnisse der Bundestagswahl debattiert - auf Twitter ebenso wie bei Facebook oder bei Instagram. Der Tenor: Viel Enttäuschung bei den Verlierern, euphorische Stimmung bei AfD als neuer drittstärkster Kraft.

Ausstellung über den SchlafVom subversiven Potenzial des Schlummerns

Ein Mann schaut sich in Bremen im Paula Modersohn-Becker Museum das Bild "Reclining Nude" aus dem Jahr 1952 von William Copley an. Das Bild hängt in der Ausstellung "Schlaf - Eine produktive Zeitverschwendung" (dpa / Carmen Jaspersen)

Der Schlaf ist ein uraltes Thema, sowohl in der Philosophie als auch in der Kunst. Die Bremer Museen Böttcherstraße widmen ihm nun eine Ausstellung - und die überrascht.

Vor der Wahl"Es gibt eine allgemeine Stimmung der Ängstlichkeit"

Blick auf ein idylisches Örtchen im Sonnenschein mit Kirche (imago / Rüdiger Wölk)

Was bewegt die Bürger in Deutschland? Um das zu erfahren, ist der Journalist und Schriftsteller Thomas Medicus quer durchs Land gereist: vom Tegernsee nach Flensburg und von Görlitz nach Aachen. Viele seien verunsichert, sagte Medicus im Dlf. Hinzu käme die Angst vor dem sozialen Abstieg.

Beuys konservieren Von der Schwierigkeit einen Fettfleck zu erhalten

Ein Porträt von Joseph Beuys (1921-1986), Aufnahme circa 1985. (imago/Leemage)

Stillstand ist das Ziel von Konservatoren und Restauratoren in der bildenden Kunst. Gerade bei moderner Kunst kann das zu einer Herausforderung werden: Ein Werk von Joseph Beuys zu erhalten ist durchaus eine besondere Aufgabe.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundestagswahl  AfD in Sachsen stärkste Kraft | mehr

Kulturnachrichten

Menschenrechtspreis für "Gruppe Caesar"  | mehr

 

| mehr