Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Karsai ruft Kampf gegen Korruption in Afghanistan aus

Konferenz zum ISAF-Einsatz hat begonnen

Gordon Brown, Ban Ki-moon, David Miliband und Hamid Karsai in London (AP)
Gordon Brown, Ban Ki-moon, David Miliband und Hamid Karsai in London (AP)

Der afghanische Präsident Hamid Karsai sieht sein Land auf dem richtigen Weg. Der wegen des Verdachts der Wahlmanipulation nicht unumstrittene Politiker nannte auf der Londoner Afghanistan-Konferenz den Kampf gegen die Korruption eine Schlüsselaufgabe.

Er appellierte an Saudi-Arabien, eine stärkere Rolle bei der Befriedung seines Landes zu übernehmen. Der britische Premierminister Gordon Brown meinte, im Moment sei eine entscheidende Phase für Afghanistan. Auf dieser Konferenz könne der Grundstein gelegt werden, um die ausländischen Truppen zurückzuholen. Das werde zwar Zeit brauchen, jedoch schneller gehen, als manche erwarteten.

Vertreter aus 70 Ländern beraten seit heute über das weitere Schicksal Afghanistans. Zwischen temporärer Truppenaufstockung und variierenden Abzugsplänen gehen die Positionen noch auseinander. Deutschland hat sich konkret auf ein nicht-konkretes Einsatzende festgelegt.

So soll die Truppenstärke des deutschen Kontingents zunächst um 500 Soldaten aufgestockt werden. Durch Umschichtungen sollen weit mehr Ausbilder der afghanischen Polizei zur Selbstständigkeit verhelfen. Ab 2011 soll dann schrittweise der Abzug vollzogen werden, abhängig allerdings von der Handlungsfähigkeit der afghanischen Regierung und staatlichen Sicherheitsstrukturen. Deutschlands Strategien für Afghanistan (Hintergrund)


Ein Soldat zeigt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den Weg am Flughafen Kabul (AP)Verteidigungsminister zu Guttenberg in Kabul (AP)Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sprach sich vor der Konferenz in London gegen ein festgelegtes Einsatzende aus. Ein fester Abzugstermin wäre problematisch, sagte zu Guttenberg der Wochenzeitung Die Zeit. Die Bundesregierung hatte erklärt, die Truppen möglichst bis 2014 zurückzuziehen. Wie lange sich dieser Prozess hinauszögern werde, hänge von den erzielten Erfolgen ab, meinte Guttenberg. Deutschland wird in London von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) vertreten werden.

SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold wertet die Aufstockung deutscher Polizeiausbilder in Afghanistan positiv.

Die Afghanen müssen künftig mehr Verantwortung übernehmen (MP3-Audio), so der internationale Konsens.

NATO-Generalsekretär Rasmussen hat von den Teilnehmern der Afghanistan-Konferenz in London einen klaren politischen Fahrplan gefordert. Die Anstrengungen und Opfer der Soldaten allein reichten nicht aus, um dem Land am Hindukusch die Wende zu bringen, schrieb Rasmussen in der Zeitung The Times (englischsprachig)

The Times berichtet auch, dass bei der Londoner Konferenz offenbar Hunderte Millionen Euro bereitgestellt werden sollen, um Taliban vom Terror "wegzukaufen" (englischsprachig).

Einsatzorte der Bundeswehr im Rahmen der ISAFDer Bundeswehrverband - ein von der Bundeswehr unabhängiger Verband - begrüßte die angestrebte stärkere Hinwendung zum zivilen Wiederaufbau. Allein mehr Soldaten zu schicken, bringe nichts, sagte Verbandssprecher Wilfried Stolze im MDR Info-Radio. Entscheidend sei, dass sich die Lebensumstände der afghanischen Bevölkerung verbesserten.
DRadio Wissen sprach mit zwei Soldaten, die im Rahmen der NATO-ISAF-Mission ihre eigenen Erfahrungen mit Land und Leuten am Hindukusch gemacht haben oder noch machen werden.

Sicherheit und Verantwortung der afghanischen Autoritäten müssen nach den Worten von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel erhöht werden, damit eine selbsttragende Sicherheitsstruktur in Afghanistan errichtet werden kann. Die Verantwortung dafür müsse an die örtlichen Behörden abgegeben werden, sagte Niebel.

Es sei nicht möglich, zu stabilisieren, ohne den zivilen Wiederaufbau in den Vordergrund zu stellen, sagt auch der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann, über Afghanistan.

Afghanistan - Land der Warlords und Agitatoren

Warlords, die eifersüchtig über ihre Gebiete wachen und Konflikte zwischen Clans, die zu Mord und Vertreibungen führen: Das ist die Welt, die Bundeswehrsoldaten oder Polizeikräfte im Norden Afghanistans bei ihrem Einsatz vorfinden.


Links zum Thema:

bundeswehr.de - Afghanistan-Einsatz

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Radionacht Information

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

SPD-Kanzlerkandidat"Am 25. September heißt der Bundeskanzler Martin Schulz"

Forum Politik "Der Kampf ums Kanzleramt" Moderation Michaela Kolster (phoenix) und Stephan Detjen (Deutschlandfunk) mit Gast SPD Spitzenkandidat Martin Schulz im Atrium der Deutschen Bank am 17.8.207 in Berlin, Deutschland.  (Christian Marquardt )

In Hinblick auf seine Chancen bei der anstehenden Bundestagswahl hat sich der SPD-Kanzlerkandidat optimistisch gegeben. Auch wenn Angela Merkel von vielen immer noch für unschlagbar gehalten werden, glaube er an einen Sieg. Auch, weil die SPD das differenzierteste Wahlprogramm habe.

Künstlerkolonie AhrenshoopJetzt kommen auch die Touristen

Ein Strandkorb am Strand von Ahrenshoop,vor einem Haus mit Reetdach und malerischer Strandkulisse. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)

Das 650-Seelendorf Ahrenshoop war Rückzugsort während des Nationalsozialismus, Treffpunkt von anerkannten und etablierten Künstlern und ab den 60er-Jahren zunehmend Heimat der Unangepassten. Jetzt kommen die Touristen.

BildungsmonitorAlte Gewinner und Verlierer

Eine Lehrerin steht mit einer Schülerin und einem Schüler an einer Tafel und schreibt eine 1. (dpa-Zentralbild/Jens Kalaene)

Wenn es um Bildung geht, dann macht niemand den Ländern Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg etwas vor. Das belegt der neueste "Bildungsmonitor" anhand von 93 Indikatoren wie Schulabbrecherquote und Verfügbarkeit von Ganztagsschulen. Seit ein paar Jahren gibt es nur noch geringe Verbesserungen.

Start-up-Szene in Ramallah"Wir wollen Palästina aufbauen"

Die junge Start-up-Unternehmerin Laila Akel sitzt vor ihrem Laptop in einem Café. (Philipp Eins)

Wer als junger Digital-Unternehmer in Palästina startet, kämpft mit vielen Nachteilen: Kein schnelles mobiles 3G-Internet, kein Online-Bezahldienst PayPal und wenig Unterstützung der Regierung. Trotzdem wächst die Start-up-Szene im Westjordanland.

Reihe: GerechtigkeitMinigehalt trifft Millionenbonus

Eine Frau mit Sonnenbrille läuft vorbei an einem Bettler in der Brienner Straße in der Münchner Innenstadt. (picture-alliance/ dpa / Markus C. Hurek)

Die einen verdienen 15 Millionen Euro im Jahr, andere kommen mit drei Minijobs kaum über die Runden. Solche Einkommens- und Vermögensunterschiede tun einer Gesellschaft gut, sagen neoliberale Wirtschaftswissenschaftler. Aber ist das gerecht?

Die Sonne und ihre RätselDer Stern, von dem wir leben

Die Abensonne färbt den Himmel rot. (Jason Blackeye / Unsplash)

Seit Jahrmilliarden ermöglicht sie mit ihrem Licht und ihrer Wärme das Leben auf der Erde. Noch immer rätseln Astronomen, was genau in der Sonne vor sich geht. Unklar ist auch, wieso sie alle elf Jahre besonders aktiv ist - mit weitreichenden Folgen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Spanien  Polizei erschießt fünf Terroristen | mehr

Kulturnachrichten

"Widerrede" von Martin Roth erscheint posthum | mehr

 

| mehr