Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Katja Petrowskaja gewinnt Ingeborg-Bachmann-Preis

Ukrainische Schriftstellerin konnte sich mit dem Text "Vielleicht Esther" durchsetzen

Katja Petrowskaja konnte sich gegen 13 Konkurrenten durchsetzen
Katja Petrowskaja konnte sich gegen 13 Konkurrenten durchsetzen

Die Schriftstellerin Katja Petrowskaja ist die Gewinnerin des 37. Ingeborg-Bachmann-Preises. Zugleich gab es gute Nachrichten für Literaturfans: Der ORF verkündete, dass es den Wettbewerb auch im nächsten Jahr geben wird.

Die gebürtige Ukrainerin Katja Petrowskaja wurde für ihren Text "Vielleicht Esther" ausgezeichnet. Der Hauptpreis der "Tage der deutschsprachigen Literatur" ist mit 25.000 Euro dotiert. Petrowskaja wurde in Kiew geboren, lebt aber in Berlin.

Katja Petrowskaja, beobachtet eine zunehmende Hinwendung osteuropäischer Autoren zur deutschen Sprache. Es sei ein "ganz interessanter Prozess heutzutage, dass die deutsche Sprache so begehrt ist", sagte sie am Montag im Deutschlandradio Kultur. Es gebe einen großen Willen, sich diesen Raum zu erobern, wobei es nicht um Räumlichkeiten gehe, sondern um die Sprache. "Ich glaube, in den nächsten Jahren werden wir tatsächlich eine unglaubliche Situation erleben, wenn immer mehr Menschen, die mit einer Sprache geboren sind, auf Deutsch schreiben werden. Es kommt eine riesige polnische Welle, da bin ich sicher."

Beim Ingeborg-Bachmann-Preis traten von Donnerstag bis Samstag 14 Autoren mit ihren bisher unveröffentlichten Texten vor Publikum und Jury an. Überschattet wurden die diesjährigen Lesungen von Diskussionen über das mögliche Ende des renommierten Literaturfestes. Nach heftigen Protesten wegen des möglichen Aus versicherte der Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Senders ORF, Alexander Wrabetz: "Der Bachmann-Preis bleibt." Möglich fehlende Gelder sollen durch Sponsoren gedeckt werden, teilte auch die Kärntner Landesregierung mit.

Weitere Preisgewinner

Die 37. "Tage der deutschsprachigen Literatur" brachten noch weitere Gewinner hervor: So bekam die in Berlin lebende Autorin Verena Güntner den Kelag-Preis in Höhe von 10.000 Euro für "Es bringen". Den 3sat-Preis in Höhe von 7500 Euro gewann der in Hamburg lebende Autor Benjamin Maack für "Wie man einen Käfer richtig fängt". Der Ernst-Willner-Preis der Verlage in Höhe von 5000 Euro ging an den in München geborenen Heinz Helle für "Wir sind schön". Die Zuschauer kürten in der Online-Abstimmung die Österreicherin Nadine Kegele für "Scherben schlucken" zur Trägerin des Publikumspreises, der mit 7000 Euro dotiert ist.

Der Wettbewerb wurde nach der Dichterin Ingeborg Bachmann (1926-1973) benannt und wird seit 1977 verliehen. Der Preis gilt als eine der bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum.


Mehr zum Thema:

ORF-Sparpläne "am Rande der Kulturschande" - Juror Paul Jandl begrüßt Proteste gegen mögliche Abschaffung des Bachmann-Wettbewerbs
Rangelei um den Bachmann-Preis - Renommierter Lesewettbewerb vor dem Aus?
PEN-Präsident Josef Haslinger bedauert drohendes Aus für Bachmann-Wettbewerb - Schriftsteller: Quotendruck rechtfertigt nicht Abschaffung
"Vielleicht die letzte Bastion der Literatur im Fernsehen" - Literaturkritikerin Daniela Strigl über den Bachmann-Preis in Nöten
"Voting-Shows mit Literatur sind ästhetisch falsch" - Schriftstellerin Marlene Streeruwitz wirft dem ORF "totale Popularisierung" vor

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Mladen Ivanic, Vorsitzender des Präsidiums von Bosnien und Herzegowina2025 Verhandlungsauftakt für EU-Beitritt?

Mladen Ivanic, Mitglied des Dreier-Staatspräsidium von Bosnien und Herzegowina (dpa picture alliance/ Michael Kappeler)

Bosnien und Herzegowina könnte ab 2025 ernsthaft über einen EU Beitritt verhandeln. Einen früheren Verhandlungsauftakt hält der amtierende Vorsitzende des Präsidiums von Bosnien und Herzegowina, Mladen Ivanic, für unrealistisch. Ein EU Beitritt für sein Land jedoch die einzige Alternative.

Wildtiere in NotRettung in letzter Sekunde

Fast wäre ein Gullydeckel dem kleinen Eichhörnchen zum Verhängnis geworden. Es wollte durch eines der Löcher schlümpfen und hing fest. Zum Glück informierte eine Frau die Wildtierretter, die das völlig entkräftete Tier im letzten Moment noch befreien konnten.

VenezuelaGesundheitssystem vor dem Kollaps

Der kleine Isaai Camacho (v.r.) wartet mit seiner Mutter am 20.06.2016 am Kinderkrankenhaus «Jorge Lizarraga» der Stadt Valencia in Venezuela (Südamerika) auf eine Behandlung.  (dpa / picture-alliance / Georg Ismar)

Leere Klinik-Apotheken, durchgelegene Betten und marode Gebäude - das staatliche Gesundheitssystem in Venezuela ist völlig am Boden. Die Opposition wirft Präsident Nicolás Maduro vor, den Bürgern die Unterstützung von ausländischen Hilfsorganisationen zu verweigern. Er fürchte um das Image des Landes.

Vereine in DeutschlandEs sterbe der Sport?

Die TG Bornheim in Frankfurt ist einer der deutschen Großvereine. (Deutschlandradio / Marina Schweizer)

Es gibt immer mehr Vereine in Deutschland, aber immer weniger Mitglieder. Insbesondere Sportclubs klagen über Austritte und fehlende Ehrenamtler. Kann Deutschland den Titel als Vereinsweltmeister halten?

Tag der Menschenrechte Wie weit soll man die Wirtschaft auf Menschenrechte verpflichten?

Frauen und Männer arbeiten in der Textilfabrik "One Composite Mills" in Gazipur, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch. (picture alliance / dpa)

Inwieweit wird in Deutschland die Würde aller Menschen geachtet? Michael Windfuhr, Direktor des Instituts für Menschenrechte, plädiert dafür, etwa Unternehmen dazu zu verpflichten, ihre Produktionskette auf die Wahrung von Menschenrechten zu überprüfen.

Literaturnobelpreis 2016 Bob Dylans Shakespeare

Seit mehr als einem halben Jahrhundert prägt und inspiriert Bob Dylan die Kultur seiner Nation und der Welt. Seine Songtexte erscheinen oft rätselhaft. Näher als in diesem Hörsaal können wir dem rätselhaften Songwriter nicht kommen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Palmyra  IS-Miliz zieht sich offenbar aus antiker Stadt zurück | mehr

Kulturnachrichten

"Toni Erdmann" zum besten europäischen Film gekürt  | mehr

Wissensnachrichten

Deutsches Kulturerbe  Ostfriesische Teekultur, Skat und Hebammen gehören dazu | mehr