Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kein Wort zum Missbrauch

Papst Benedikt XVI. feiert Ostermesse in Rom

Papst Benedikt XVI. bei der Ostermesse in Rom (AP)
Papst Benedikt XVI. bei der Ostermesse in Rom (AP)

Bei strömendem Regen hat Papst Benedikt XVI. vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom die Ostermesse zelebriert. Das Osterfest wird in diesem Jahr überschattet durch den Missbrauchsskandal in mehreren Ländern.

Zu Beginn der traditionellen Ostermesse verlas der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, eine Solidaritätsadresse an den Papst. Das Volk Gottes lasse sich nicht beeindrucken vom "Geschwätz des Augenblicks, von den Prüfungen, die manchmal die Gemeinschaft der Gläubigen treffen", sagte Sodano. Er versicherte den Papst des Rückhalts der der Kardinäle, Bischöfe und Kurienmitarbeiter weltweit. "Die ganze Kirche ist mit Ihnen", betonte der Kardinaldekan. Es war das erste Mal, das vom üblichen Protokoll der Messe abgewichen wurde.

Papst Benedikt ging in seiner Predigt nicht auf den Missbrauchsskandal ein.

Entschuldigung für Antsemitismus-Vergleich

Unterdessen hat sich der persönliche Prediger des Papstes, Pater Raniero Cantalamessa, für seinen Antisemitismus-Vergleich in der Missbrauchsaffäre entschuldigt. Er habe weder die Gefühle der Juden noch die der Opfer von Pädophilie verletzen wollen, sagte Pater Raniero Cantalamessa am Sonntag der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". Cantalamessa hatte bei einem Gottesdienst am Karfreitag in Anwesenheit Benedikts einen Vergleich zwischen den Vorwürfen gegen die katholische Kirche und ihr Oberhaupt im Zuge des Missbrauchsskandals und der der kollektiven Gewalt gegen die Juden gezogen. In der Debatte würden Stereotypen verwendet und persönliche und kollektive Verantwortung verwechselt, zitierte er aus dem Brief eines jüdischen Freundes.

EKD-Ratsvorsitzender: Wir brauchen staatliche Aufklärung im Missbrauchsskandal

Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Präses Nikolaus Schneider, hat eine Aufklärung der Missbrauchsfälle in der Kirche durch staatliche Stellen gefordert. Die Kirchen allein könnten die Aufklärung nicht leisten, sagte Schneider am Sonntag im Deutschlandfunk. Er forderte, sexuellen Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen konsequent zu verfolgen. Die Evangelische Kirche ermutige die Betroffenen, Strafanzeige gegen die Täter zu erstatten. Schneider betonte, bei der Aufarbeitung von Missbrauch müssten die Opfer an erster Stelle stehen. Ihr Leiden dürfe nicht verharmlost werden.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Literatur

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Cate Blanchett: "Der Moment der Wahrheit"Star ohne Paparazzi

Die Schauspielerin Cate Blanchett  (picture alliance / dpa / Frédéric Dugit)

In ihrem neuen Film "Der Moment der Wahrheit" spielt Cate Blanchett eine investigative Journalistin. Anna Wollner hat mit der zweifachen Oscarpreisträgerin, über den Film und das Leben als Star gesprochen.

Chinas ExpansionskursDer Konflikt im Südchinesischen Meer

Pag-asa Island ist von den Philippinen besetzt. Die Ansprüche im Südchinesischen Meer sind umstritten. (picture alliance / dpa / Maxppp)

Mehrere Staaten erheben Anspruch auf das Südchinesische Meer. Seitdem China dort Atolle aufschüttet und militärische Einrichtungen baut, steigt das Konfliktpotenzial. Die USA betrachten das Meer als neuralgischen Punkt.

Szenen aus einer beunruhigten WeltLeben im Ausnahmezustand

Eine Frau hält den Kopf in den Händen. (imago / Science Photo Library)

Die Echtzeit präsentiert Szenen aus einer beunruhigten Welt: Was bedeutet es etwa, im Ausnahmezustand zu leben? Damit ist keine Wertung gemeint, sagen die, um die es in der Echtzeit geht. Sie machen einfach das Beste daraus.

NeurologieDie Macht der Musik

Musik hören und Musik machen ist nicht nur schön, sondern es verändert uns auch. Unter anderem kann Musik uns schlauer und kooperativer machen. Musik regt sogar neuroplastische Veränderungen in unserem Gehirn an.

Arbeitsbedingungen an TheaternSchauspieler am Limit

Blick in einen leeren Theatersaal mit geschlossenem Vorhang. (dpa/picture alliance/Stefan Sauer)

"Es ist Zeit für eine Theaterreform", fordert Lisa Jopt, Schauspielerin und Mitbegründerin des "Ensemble Netzwerk". Die Initiative will bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechtere Bezahlung für Schauspieler und Theatermacher durchsetzen.

Zustand der Linken"Rot-Rot-Grün steht 2017 nicht zur Debatte"

Der Politologe Eckhard Jesse in seinem Haus in Niederbobritzsch bei Freiberg (dpa / picture alliance / Wolfgang Thieme)

Ein rot-rot-grüner Kanzlerkandidat sei aus Sicht der Linkspartei eine "Schnapsidee", sagte der Politikwissenschaftler Eckhard Jesse im Deutschlandfunk. Das müsse auch Gregor Gysi akzeptieren. Die Wählerschaft der Partei sei dabei zum Teil nicht links - und dadurch verliere die Partei Stimmen an die AfD.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Champions League  Real Madrid gewinnt Endspiel mit 5:3 im Elfmeterschiessen | mehr

Kulturnachrichten

Schauspieler Giorgio Albertazzi gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Mehr-Jahres-Studie  Kann Handystrahlung Krebs erzeugen? | mehr