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Keine Fördermittel für Nokia von der EU

Rüttgers fordert Aufklärung über Hintergründe der Arbeitsplatzverlagerung

Blick auf das Werk des finnischen Mobiltelefon-Herstellers Nokia in Bochum (AP)
Blick auf das Werk des finnischen Mobiltelefon-Herstellers Nokia in Bochum (AP)

Die Europäische Union hat dem Nokia-Konzern für die geplante Verlagerung der Produktion von Bochum nach Rumänien keine Fördermittel gewährt. Allerdings habe Rumänien Zuschüsse für die Erschließung von Industrieparks erhalten, sagte Komissionspräsident José Manuel Barroso in Straßburg. Zugleich wies er die Kritik deutscher Politiker am Vorgehen Nokias zurück. Wenn die Verlagerung von Finnland in die Bundesrepublik möglich sei, müsse auch die Verlagerung von Deutschland nach Rumänien möglich sein.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung prüft unterdessen, ob sie nach der angekündigten Schließung des Nokia-Werks in Bochum die Subventionen in Millionenhöhe zurückfordern kann. Vor dem Wirtschaftsausschuss des Landtags in Düsseldorf sagte die zuständige Ministerin Christa Thoben, sie wolle über die NRW-Bank prüfen lassen, ob Nokia seine Beschäftigungszusagen eingehalten hat. Am Nachmittag wollen Vertreter der Landesregierung mit der Belegschaft sprechen.

Aus Protest gegen die Werksschließung hatten heute früh die Mitarbeiter der Frühschicht die Arbeit niedergelegt. Aus Solidarität haben Vertreter anderer Bochumer Betriebe für den Nachmittag Protestaktionen angekündigt.

Der finnische Handy-Hersteller Nokia hatte gestern überraschend angekündigt, den Standort Bochum Mitte des Jahres zu schließen. Nokia will die Produktion nach Rumänien und Ungarn verlagern. Nokia begründete die geplante Schließung mit mangelnder Wettbewerbsfähigkeit im Ruhrgebiet.

Auswirkungen auf wesentlich mehr Arbeitsplätze befürchtet


Laut einem Zeitungsbericht könnten wesentlich mehr Arbeitsplätze als bisher bekannt betroffen sein. Neben den 2300 Stellen im Nokia-Werk selbst seien weitere 2000 in Gefahr, schreibt die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post". Dabei handele es sich um 1000 Arbeitsplätze bei Zulieferbetrieben in der Region und weitere 1000 Stellen von Leiharbeitern. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" erwägt auch die Deutsche-Post-Tochter DHL Stellenstreichungen wegen der Entscheidung von Nokia. Das Unternehmen ist unter anderem für den Versand von Mobil-Telefonen zuständig.

Ministerpräsident Rüttgers fordert Aufklärung über Hintergründe


Die nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat vom Nokia-Konzern weitere Aufklärung über die geplante Schließung des Werkes in Bochum verlangt. Die Argumentation, die Arbeitskosten seien dort zu hoch, sei fachlich nicht haltbar, sagte Rüttgers im Deutschlandfunk. Außerdem müsse der Konzern endlich zur Zukunft der Beschäftigten Stellung nehmen. Der CDU-Politiker bekräftigte, dass die Landesregierung derzeit prüfe, ob die geleisteten Subventionen zurückzuforden seien. (Text / MP3-Audio)

Der SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend warf dem Nokia-Konzern unseriöses Verhalten vor. Das Instrument Subventionen für Beschäftigungsgarantien müsse ein Geschäft auf Gegenseitigkeit sein, betonte Wend ebenfalls im Deutschlandfunk. (Text / MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:27 Uhr

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