Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kim Dotcom startet neue Datenplattform "Mega"

US-Behörden hatten den Vorgänger "Megaupload" vor einem Jahr vom Netz genommen

Der Internet-Unternehmer Kim Dotcom, aufgenommen auf einer Videowand in Coatesville, Neuseeland.
Der Internet-Unternehmer Kim Dotcom, aufgenommen auf einer Videowand in Coatesville, Neuseeland. (picture alliance / dpa / Max Gilbert)

Die neue Datenplattform "Mega" des umstrittenen Internetunternehmers Kim Dotcom hat bei ihrem Start die Erwartungen übertroffen: Die "Mega"-Server seien fast zusammengebrochen, twitterte Dotcom aus Neuseeland. Der Internetunternehmer feierte sich mit einer Megaparty.

Auf den Tag genau vor einem Jahr hatten die US-Behörden den Vorgänger, die Datenplattform "Megaupload", unter dem Vorwurf massiver Urheberrechtsverletzungen vom Netz genommen. Jetzt hat der Internetunternehmer Kim Dotcom alias Kim Schmitzmit dem Speicherdienst "Mega" einen Nachfolger vorgestellt. Zum Start schrieb er auf twitter: "In dieser Minute vor einem Jahr wurde 'Megaupload' von der US-Regierung zerstört. Willkommen auf Mega.co.nz."

Schon eine halbe Million Nutzer sind auf "Mega" registriert

Innerhalb von 14 Stunden habe sich eine halbe Million Nutzer registriert, sagte Dotcom bei seiner Startparty mit Bühnenshow in Coatesville nördlich von Auckland: "Wir bieten einen smarteren, schnelleren und sichereren Weg, um Inhalte in der Internet-Cloud zu speichern."

Nutzer können ihre Dateien bei "Mega" vor dem Hochladen "mit militärischer Präzision" verschlüsseln, sagte Dotcom. Nach Angaben des Internetunternehmers kann außer dem Nutzer niemand sehen, was hochgeladen wird, auch Behörden und "Mega"-Mitarbeiter nicht. Der Nutzer kann Freunden und Bekannten Zugang verschaffen. Die Server stehen in mehreren Ländern, aber nicht in den USA wie damals die "Megaupload"-Server. "Die Verschlüsselung ist nicht ein Mäntelchen, hinter dem wir uns verstecken, um legal zu sein", sagte Dotcom. Ihm liege der Schutz der Privatsphäre am Herzen. Mit illegalem Datenaustausch habe das alles nichts zu tun.

Amerikaner wollen Dotcom den Prozess machen

Kim Dotcom, alias Kim Schmitz von Megaupload.com, steht vor GerichtKim Dotcom, alias Kim Schmitz von Megaupload.com, steht vor Gericht (Greg Bowker/New Zealand Herald/AP/dapd)Das sehen die Amerikaner anders. Sie machten den bei Millionen Nutzern höchst populären "Mega"-Vorgänger "Megaupload" über Nacht dicht. Auf der Plattform seien durch Copyright geschützte Filme und Musik illegal getauscht worden. Der Schaden liege bei einer halben Milliarde Dollar. Sie erhoben Anklage wegen massiver Urheberrechtsverletzungen. Dort, wo am Sonntag in Coatesville nördlich von Auckland die Party abging, stürmte vor einem Jahr schwer bewaffnete Polizei das Gelände.

Die USA wollen Dotcom - der in Deutschland unter seinem ursprünglichen Namen Kim Schmitz bekannt geworden war - den Prozess machen und verlangen von Neuseeland zurzeit die Auslieferung. Das Verfahren läuft noch und Dotcom steht unter Hausarrest.

Der Internetunternehmer gibt sich kämpferisch: "Wir haben nichts illegales getan. Wir werden das vor Gericht beweisen. Es sollte keine Auslieferung geben."Für den Fall einer Auslieferung sei er dennoch gewappnet: "Wenn ich diesen Kampf in den USA weiterführen muss, werde ich es tun."


Mehr zum Thema auf dradio.de

Kim Dotcom und sein neuer Speicher Mega

Razzia bei "Kim Dotcom" - Vor einem Jahr wurde Kim Schmitz festgenommen



Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Razzia bei "Kim Dotcom"

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 18:40 Uhr Hintergrund

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 18:30 Uhr Weltzeit

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

TatortMord in Serie

Über 900 Tatort-Folgen sind seit dem Start der Krimi-Serie im November 1970 durch den Äther gejagt worden. Und egal ob gut oder schlecht - der ARD-Sonntagskrimi sorgt für Gesprächsstoff.

Ölförderung in der Tiefsee Pipeline-Kontrolle ohne nass zu werden

Die Fahne von Norwegen weht im Wind. Im Hintergrund: das Meer

Erdölvorkommen in der Tiefsee werden immer interessanter. Die Bohrstellen unter Wasser sind oft in umweltsensitiven Bereichen. Zur Überwachung der Rohrleitungen haben norwegische Wissenschaftler das System SmartPipe entwickelt.

Uber-VerbotTaxi-Konkurrenz fährt trotzdem

Die Handy-App "Uber" auf einem Smartphone neben dem Logo der Taxi-Vermittlung, Aufnahme vom September 2014

Der Fahrdienstvermittler Uber ist Taxifahrern schon lange ein Dorn im Auge. Die Branche fürchtet Einnahmenverluste. Heute wurde der Dienst per einstweiliger Verfügung gestoppt - in Berlin ist er dennoch verfügbar.

Gaucks Russland-Kritik"Freiheit ist nicht selbstverständlich"

Die Schatten von drei ukrainischen Soldaten im Krieg, die Waffen in den Händen halten.

Die Freiheit in Europa sei nicht mehr selbstverständlich, sagte der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter im DLF. An den deutlichen Worten des Bundespräsidenten Gauck an Russlands Adresse sei darum nichts auszusetzen.

Vor 75 Jahren Der Krieg, der den Völkermord in sich barg

Der Zweite Weltkrieg begann mit dem Angriff Deutschlands auf Polen. Das ZDF zeigt eine zweiteilige Dokumentation darüber, die mit mit dem polnischen Fernsehen koproduziert wurde. Ein sehenswertes Stück Zeitgeschichte.

HygieneEkel hilft

Iiiiigit! Ist das eklig. Wenn ihr das das nächste Mal denkt, dann freut euch. Vermutlich seid ihr gerade einer Infektion entgangen. Denn sich ekeln macht Sinn, weiß die Ekelforscherin Valerie Curtis.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU sieht Moskau  nicht mehr als strategischen Partner | mehr

Kulturnachrichten

Tölzer Knabenchor  nach Zerwürfnis ohne künstlerischen Leiter auf China Tournee | mehr

Wissensnachrichten

Tastsinn  Hautzellen liefern komplexe Informationen ans Gehirn | mehr