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Kinder an die Macht

Astrid Lindgren wäre heute 100 geworden

Die Sonderbriefmarke "Astrid Lindgren" wurde am 13.11.2007 mit den Enkeln der schwedischen Schriftstellerin und "Pippi Langstrumpf" in Berlin präsentiert.  (AP)
Die Sonderbriefmarke "Astrid Lindgren" wurde am 13.11.2007 mit den Enkeln der schwedischen Schriftstellerin und "Pippi Langstrumpf" in Berlin präsentiert. (AP)

Sie gilt als die bekannteste Kinderbuchautorin der Welt. Die Schriftstellerin, die von ihren Landsleuten als "Schwedin des Jahrhunderts" gewählt wurde, würde heute ihren 100. Geburtstag feiern. Aus ihrer Feder stammen Bestseller wie "Pippi Langstrumpf" oder "Die Kinder von Bullerbü", die stets für die Macht der kindlichen Fantasie plädieren.

Zu ihren bekanntesten Werken zählen außerdem "Karlsson vom Dach", "Kalle Blomquist", "Michel aus Lönneberga", "Die Brüder Löwenherz" und "Ronja Räubertochter".

1907 wurde Astrid Lindgren als Tochter eines Bauern auf dem Pfarrhof Näs bei Vimmerby in Südschweden geboren. Ihr Geburtshaus steht inzwischen für Besucher offen. Es sieht aus wie eines der Häuser von Bullerbü: rot mit weißen Kanten, umgeben von Blumen und Büschen, auf der einen Seite eine weiße Veranda. Lesen Sie mehr darüber im Sonntagsspaziergang vom Deutschlandfunk.

Astrid Lindgren hält 1995 ein Pippi Langstrumpf-Buch in der Hand. (AP)Astrid Lindgren hält 1995 ein "Pippi Langstrumpf"-Buch in der Hand. (AP)

Den ersten Kinderbuch-Klassiker schrieb sie mit fast 40

So unbeschwert wie ihre Kindheit war ihr Leben nicht immer. In den 20er Jahren wurde sie Mutter eines unehelichen Sohnes. Sie setzte sich nach Stockholm ab, um ihrer Familie die "Schande" zu ersparen, und ließ sich zur Sekretärin ausbilden. Nach ihrer Heirat mit Sture Lindgren, dem Direktor des Königlichen Automobilclubs, dessen Sekretärin sie war, bekam sie ihr zweites Kind. Ans Schreiben dachte sie die ganzen Jahre über nicht, wiewohl ihr Talent schon zu Schulzeiten aufgefallen war, berichtet das Kalenderblatt.

Als mit "Pippi Langstrumpf" 1945 ihr erster Kinderbuchklassikers herauskam, war sie schon fast 40 Jahre alt. Später, mit fast 80 Jahren, ergriff sie Partei für die Atomkraftgegner, trug zum Sturz der schwedischen Regierung bei und engagierte sich für eine liberale Gesellschaft. Als die 90-Jährige 1997 zur "Schwedin des Jahres" gewählt worden war, bezeichnete sie sich laut "Süddeutscher Zeitung" selbstironisch als "eine Person, die uralt, halb blind, halb taub und total verrückt ist".

Pädagoge: "Da entsteht ein neues Mädchenbild"

Der ehemalige Leiter des Internats Salem und Autor des Bestsellers "Lob der Disziplin", Bernhard Bueb, hat im Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur Lindgrens Werk und ihre Romanfiguren gewürdigt. Gerade "Pippi Langstrumpf" sei ein Vorbild für Mädchen, sich mutig ihrer Freiheit bewusst zu werden. Sie sei eine sehr selbstbewusste Figur, die an sich glaube. (Text, MP3-Audio)

Psychologe: Pippi Langstrumpf ist zeitlos

Nach Ansicht des Entwicklungspsychologen Herbert Scheithauer im Gespräch mit den Informationen am Morgen im Deutschlandfunk sind die Geschichten von Pippi Langstrumpf zeitlos, denn sie behandelten das "Einhalten von Regeln beziehungsweise gerade das Nichteinhalten von Regeln". Pippi könne das Stärkeverhältnis Erwachsene-Kind umdrehen, besitze aber gleichzeitig auch Schwächen. So sei eine Identifikation mit ihr für Kinder einfach, so Scheithauer. (Text, MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:26 Uhr

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