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Klage gegen Google

Organisation Fairsearch wirft dem Konzern vor, seine Marktmacht auszunutzen

Von Katharina Hamberger

Google-Gründer Sergey Brin (links) und Larry Page im Firmensitz in in Mountain View. (AP)
Google-Gründer Sergey Brin (links) und Larry Page im Firmensitz in in Mountain View. (AP)

Wer googelt, erhält als Suchergebnis zuerst die Angebote des Google-Konzerns aufgelistet. Dagegen haben mehrere Unternehmen geklagt, die den Wettbewerb im Netz durch Google behindert sehen. Im April entscheidet die Europäische Kommission, ob sie gegen diese Praxis des Suchmaschinen-Giganten vorgeht.

Alle tun es. Sogar die Bundeskanzlerin:

"Google beschäftigt uns - viele Stunden am Tage. Googeln ist sozusagen fast ein deutsches Wort geworden und steht seit 2004 im Duden."

Angela Merkels Worte bei der CDU-Medianight im vergangenen Jahr zeigen deutlich, welchen Rang der Suchmaschinenanbieter Google hat. Das Unternehmen ist weltweit der Marktführer im Bereich Suche im Netz. Das will er auch mit dem Email-Programm, dem Routenplaner und anderen Unternehmen wie dem Onlinevideo-Kanal Youtube werden, die allesamt zum Google-Konzern gehören.

Um seine Ziele zu erreichen, greife Google aber nicht immer zu ganz astreinen Mitteln, findet die Organisation Fairsearch. Dahinter stehen 17 Unternehmen, die im Internet ähnliche Dienstleistungen anbieten wie Google.

"Fairsearch teilt die Bedenken über die Geschäftspraktiken. Google nutzt seine Dominanz im Markt aus, um Nutzer auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen. Damit lenkt Google Internetnutzer weg von anderen Konkurrenzprodukten."

Sagt Ben Hammer, ein Sprecher von Fairsearch. Google, so erklärt Hammer weiter, präsentiere die eigenen Produkte nicht einfach auf dem freien Markt, um dann dem Nutzer die Entscheidung über das Angebot zu überlassen. Normalerweise müsste ein Angebot, das dem Nutzer gefällt, automatisch ganz oben auf der Suchliste erscheinen.

Google hingegen, so die Erfahrung anderer Internetunternehmen, platziere die eigenen Angebote ganz oben. Alle übrigen Anbieter würden dadurch weniger oft angeklickt. Wer bei Google etwa nach einer Stadt sucht, findet ganz oben auf der Computerseite eine Google-Maps-Karte und Empfehlungen für Sehenswürdigkeiten von Google-Places.

Erst darunter folgen Karten und Sightseeing-Tipps anderer Anbieter.
Google habe ein Monopol, sagt Thomas Vinje, einer der Rechtsvertreter von Fairsearch gegen Google:

"Google hat eine dominante Position mit über 90 Prozent des Online-Suchmarktes in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Dieses Monopol ist an sich noch nicht illegal, aber wenn eine Firma ein Monopol hat, dann hat es nach dem europäischen Recht bestimmte europäische Verpflichtungen, unter anderem die Dominanz am Markt nicht auszunutzen und einen Wettbewerb zu ermöglichen."

Aus diesem Grund haben einige der Mitglieder von Fairsearch, der Zusammenschluss mehrerer Internetunternehmen, bei der Europäischen Kommission Klage gegen den Suchmaschinen-Giganten eingereicht. Das Verfahren ist bereits eingeleitet.

Die Experten der Kommission prüfen darüber hinaus auch eine Klage deutscher Verleger. Diese werfen Google vor, Texte, die bei der Suche erscheinen, für angepasste Werbung zu verwenden, ohne die Autoren dafür zu entlohnen.

Google hat der Europäischen Kommission vollen Zugang zu allen Informationen zugesichert, auch zum geheimen Algorithmus, der über oben und unten bei den Suchergebnissen entscheidet. Im April entscheiden die Brüsseler Wettbewerbshüter, ob sie gegen Google vorgehen. Sollte dies der Fall sein, dann könnte das den Markt kräftig durcheinanderwirbeln, glaubt der Jurist Thomas Vinje:

"Es gibt verschieden Wege, wie die Kommission auf die Beschwerden eingehen kann. Ich denke, dass der beste und wahrscheinlich effektivste Weg ist, Google dazu zu verpflichten, seine Produkte dem eigenen Suchalgorithmus zu unterstellen, also das zu tun, was für alle anderen Anbieter gilt. Dann wären die Suchangebote nach dem geordnet, was der Nutzer will und nicht danach, was Google zusammengestellt hat, ohne es dem Nutzer zu sagen."

Am Ende könnte der Marktführer unter den Suchmaschinen dazu gezwungen werden, aller Welt zu beweisen, dass seine eigenen Produkte tatsächlich spitze sind. Auf diesen offenen Wettbewerb hofft die Anti-Google-Lobby. Das Wort "googeln" aber wird in jedem Fall nicht so schnell aus dem Duden verschwinden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:49 Uhr

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