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Klarer Sieg für Kanzlerin Merkel

FDP und AfD nicht im Bundestag - Union auf Partnersuche

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) freut sich über den deutlichen Wahlsieg der Union. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) freut sich über den deutlichen Wahlsieg der Union. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Fast die Hälfte der Politiker im neu gewählten Bundestag werden der CDU/CSU angehören. Die Union verpasst nur knapp die absolute Mehrheit. Ihr alter Koalitionspartner FDP scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde. Die SPD gewinnt leicht hinzu, Linke und Grüne verlieren. AfD und Piraten können nicht ins Parlament einziehen.

Angela Merkel hat beste Aussichten auf eine dritte Amtszeit als Bundeskanzlerin. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis, das auch Überhang- und Ausgleichsmandate enthält, bekommt die Unionsfraktion aus CDU und CSU 311 von 630 Sitzen im Bundestag - das ist nur knapp unter der absoluten Mehrheit. Mit Sprechchören wie im Fußballstadion feierten die Schwesterparteien ihren Wahlsieg. "Angie, Angie"-Rufe wechselten sich ab mit dem Wahlkampfschlager "Tage wie diese". Fest steht: Mit 41,5 Prozent hat die Union ihr bestes Ergebnis seit 1990 erzielt.

"Das ist ein Superergebnis", freute sich die Kanzlerin vor jubelnden Anhängern und versicherte in der "Berliner Runde" der Spitzenkandidaten, es sei selbstverständlich, "dass man sich um eine stabile Mehrheit bemüht". Sie wolle stabile Verhältnisse in Deutschland und werde "keine Vabanquespiele eingehen".

Sicher ist: Mit dem alten Regierungspartner kann die Union nicht weitermachen. Die FDP ist der klare Verlierer des Abends. Sie schafft es nach einem drastischen Stimmenverlust nicht mehr in den Bundestag und scheitert mit 4,8 Prozent an der Sperrklausel. Zum ersten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik gibt es damit keine FDP-Fraktion mehr im Parlament. Parteichef Philipp Rösler und Spitzenkandidat Rainer Brüderle deuteten am Abend an, die politische Verantwortung für das schlechte Abschneiden übernehmen zu wollen. Rösler sagte: "Das ist die bitterste, die traurigste Stunde in der Geschichte dieser Freien Demokratischen Partei."

Die SPD kann mit 25,7 Prozent ihr Ergebnis von 2009 leicht verbessern. Für die Sozialdemokraten bedeutet das trotzdem ihr zweitschlechtestes Abschneiden seit 1949. Spitzenkandidat Peer Steinbrück sagte, seine Partei habe "nicht das Ergebnis erzielt, das wir wollten". Sowohl Steinbrück als auch SPD-Chef Sigmar Gabriel gratulierten Merkel zu ihrem Wahlsieg.

"Bitter enttäuscht" - so lautet die Überschrift, die die Grünen in der Nacht auf ihre Internetseite setzten. Sie landeten mit 8,4 Prozent unterhalb ihres Wertes von 2009. Bei der Wahlparty in Berlin sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt am Abend, man habe die Wahlziele nicht erreicht.

Wir berichten den ganzen Vormittag für Sie über die Wahlen und ihre möglichen Auswirkungen - in der "Ortszeit" im Deutschlandradio Kultur und in den "Informationen am Morgen" des Deutschlandfunks.
Freude herrscht dagegen bei der Linken, die 8,6 Prozent der Stimmen erhielt. Fraktionschef Gregor Gysi verwies darauf, dass seine Partei trotz Verlusten die drittstärkste Kraft im neuen Bundestag sei. Parteichef Bernd Riexinger sagte, es sei "ein wirklich guter Abend."

Die eurokritische "Alternative für Deutschland" schafft auf Anhieb 4,7 Prozent, die Piraten kommen auf 2,2 Prozent, damit landen diese beiden Parteien aber nicht im Bundestag.

Die Wahlbeteiligung lag bei 71,5 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte höher als vor vier Jahren. Insgesamt konnten sich 61,8 Millionen Wahlberechtigte zwischen 34 Parteien entscheiden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:17 Uhr

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