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Knappe Mehrheit für Mitt Romney

Vorwahlen der US-Republikaner in Iowa

Der Republikaner Mitt Romney (picture alliance / dpa / Tannen Maury)
Der Republikaner Mitt Romney (picture alliance / dpa / Tannen Maury)

Favorit Mitt Romney hat die erste Vorwahl für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner im US-Bundesstaat Iowa äußert knapp gegen den Außenseiter Rick Santorum gewonnen. Wer im November gegen Präsident Obama antritt ist damit aber noch nicht entschieden.

Die Differenz war marginal: Mit acht Stimmen Vorsprung lag Favorit Mitt Romney am Ende vor dem Außenseiter Rick Santorum. Beiden erreichten einen Stimmenanteil von 25 Prozent. Auf Rick Santorum entfielen bei den Wählerversammlungen (Caucus) 30.007 Stimmen, Romney erhielt 30.015 Stimmen. Damit gewann der ehemalige Gouverneur von Massachusetts äußerst knapp die erste US-Vorwahl in Iowa - entschieden ist damit aber noch nichts.

Santorum überrascht

Rick Santorum, Ex-Senator aus Pennsylvania, nach den Vorwahlen der Republikaner in Iowa (picture alliance / dpa / Steve Pope)Rick Santorum, Ex-Senator aus Pennsylvania (picture alliance / dpa / Steve Pope)Die eigentliche Überraschung des Wahlkrimis aber war Rick Santorum. Wochen lang lief er dem republikanischen Kandidatenfeld hinterher. Nun gehört er dem Spitzenduo an. Während sich der liberale Romney im religiösen und äußerst konservativen Bundesstaat schwer tat, profitierte der erzkonservative Santorum von den Stimmen der fundamentalistischen Christen, die hier zu Hause sind. Die 100 Tage in Wahlkampf in Iowa haben sich für ihn bezahlt gemacht, obwohl seinem Tross nicht so viel Geld zu Verfügung stand wie Mitt Romney, kommentierte Klaus Kastan im Deutschlandradio Kultur seinen Erfolg.

Newt Gingrich, Michelle Bachman und Rick Perry mussten dagegen ernüchternde Niederlagen einstecken. Gingrich kündigte wütend "eine große Debatte" in der Republikanischen Partei an. Die Konkurrenten kämpfen seit Monaten um ihren Status als sozial-konservative Alternative zu dem eher gemäßigten Romney.


Die Partei fremdelt mit Romney

Der Mormone Mitt Romney gilt als Konstante im republikanischen Lager. Mit seiner schlagkräftigen Wahlkampftruppe wird ihm am ehesten zugetraut, US-Präsident Barack Obama aus dem Weißen Haus drängen zu können. In den Meinungsumfragen liegt er landesweit seit Monaten immer zwischen 22 und 25 Prozent. Bislang hat er es nicht geschafft, seinen Vorsprung auf die anderen Kandidaten weiter auszubauen.

Um das Weiße Haus zurückzugewinnen, müsste die Republikanische Partei wieder mehr in die Mitte rücken, sagt der Direktor des Aspen Institute, Charles King Mallory. Dafür sei Mitt Romney der richtige Kandidat. Ob der rechte Flügel der Partei ihn mittrage, sei allerdings ungewiss.

Romney habe Probleme, die ganz konservativen Republikaner um sich zu versammeln, sagt Karsten Voigt, ehemaliger Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen im Deutschlandfunk. Besonders den extrem christlich konservativen Gruppen innerhalb der Republikanischen Partei ist Romney zu gemäßigt.

Erfahrener Geschäftsmann

Für Romney spricht, dass er aus der Wirtschaft kommt. Er gilt als erfahrener Geschäftsmann. Doch genau dies könnte ihm auch zum Verhängnis werden, sagt Charles King Mallory. Er habe sein Vermögen bei Bain Capital hauptsächlich dadurch verdient, dass er Firmen gekauft habe, Leute gefeuert habe und dann die Firmen weiterverkauft habe. Das könnten die Demokraten ins Spiel bringen.

Symbolträchtiges Iowa

Der Caucus in Iowa markiert den Auftakt der republikanischer Vorwahlen. Sie entscheiden über den Herausforderer von Amtsinhaber Barack Obama bei den Präsidentschaftswahlen im November 2012. Mit den Vorwahlen in Iowa kommt erstmals der Wähler zu Wort. Der Bundesstaat gilt als sogenannter Swing State, in dem die Vorhersagen für Wahlausgänge schwierig sind. Hier gilt die Faustregel: Wer in Iowa gewinnt, hat die Kandidatur noch längst nicht in der Tasche. Wer aber schlecht abschneidet, dem droht die finanzielle Unterstützung abzubröckeln.

US-Präsident Obama spricht vor der UN-Generalversammlung. (picture alliance / dpa /  Jason Szenes)US-Präsident Obama (picture alliance / dpa / Jason Szenes)Hier begann der Aufstieg von Jimmy Carter 1976, hier gewannen Walter Mondale 1984, Al Gore 2000, John Kerry und George Bush 2004, und alle wurde sie am Ende nominiert. Auch der Wahlkampf von Barack Obama 2008 zeigte, wie der Weg von Iowa direkt ins Weiße Hause führen kann, als die Begeisterung für ihn vom Mittleren Westen aus Fahrt aufnahm.



Entscheidung Ende August

Ob der Republikaner Mitt Romney oder doch einer seiner Konkurrenten den Schwung mitnehmen können, wird sich schon bald zeigen. Von Iowa geht es weiter nach New Hampshire und dann nach South Carolina. Nach dem Super Tuesday am 6. März 2012 haben 21 Staaten ihre Favoriten festgelegt. Am 26. Juni stimmt mit Utah der letzte Bundesstaat ab - bis dahin wird sich zeigen, wer das nötige Kleingeld besitzt, um sich bei den Vorwahlen durchzusetzen. Bei ihrem Parteitag Ende August wollen die Republikaner dann endgültig entscheiden, wer am 6. November 2012 gegen Barack Obama ins Rennen geht.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

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