Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Koalition sucht weiter nach Krippen-Konzept

Länder und Kommunen sollen Bedarf ermitteln

Zahnputzbecher und Zahnbürsten stehen in Reih und Glied in einem Kindergarten in Frankfurt am Main. (AP)
Zahnputzbecher und Zahnbürsten stehen in Reih und Glied in einem Kindergarten in Frankfurt am Main. (AP)

Auch nach Beratungen der Koalitionsspitzen bleibt unklar, wie die Kleinkindbetreuung ausgebaut werden soll. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) bekräftigte allerdings ihr Ziel, bis 2013 rund 500.000 neue Krippenplätze zu schaffen.

SPD-Chef Kurt Beck wertet nach der Koalitionsrunde in der Nacht zum Dienstag die Beratungen als Fortschritt, auch wenn konkrete Beschlüsse zu den Streitthemen Bleiberecht für Ausländer sowie Mindestlohn ebenso ausblieben. "Ich bin durchaus nicht unzufrieden", sagte Beck im Deutschlandfunk. Laut SPD-Chef will die Koalition nun gemeinsam mit Länder und Kommunen den konkreten Bedarf an zusätzlichen Krippenplätzen ermitteln. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) verwies darauf, dass SPD und Union bereits im Koalitionsvertrag vereinbart hätten, bis zum Jahr 2010 zusätzliche 230.000 Ganztagsplätze für Kinder zu schaffen. Dazu steuere der Bund insgesamt neun Milliarden Euro bei. Nun müsse erst einmal geklärt werden, ob dies nicht womöglich ausreichend sei.

Beck sagte, die Union sehe den von von der Leyen genannten Bedarf womöglich nicht mehr. Für die SPD bleibe das Ziel erhalten, sowohl mehr Krippenplätze für Kleinkinder als auch mehr Ganztagesbetreuung für alle Kinder zu schaffen. Unionsfraktionsvize Ilse Falk hält die weitere Bedarfsermittlung vor einer Entscheidung über zusätzliche Krippenplätze für gerechtfertigt. Das sei kein Schritt zurück, sondern zunächst werde der Status quo ermittelt, sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk.

Von der Leyen will Mitte April ein endgültiges Konzept für den Ausbau der Kleinkinderbetreuung vorlegen. Dieses werde dann bereits mit Ländern und kommunalen Spitzenverbänden abgestimmt sein. Ihr Ziel 750.000 Krippenplätze bis 2013 stehe, bekräftigte sie. Sie verwies darauf, dass in Westdeutschland derzeit nur für acht Prozent der Kinder unter drei Jahren ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehe.

SPD-Fraktionschef Peter Struck indes wertete die Debatte als schwindende Unterstützung für die Ministerin in der Union: "Von der Leyen hat nicht mehr den Rückhalt in der eigenen Fraktion."

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:21 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 03:30 Uhr Forschung aktuell

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Zum Tode von Shimon PeresDiener des Jüdischen Volkes

Ein alter Mann gestikuliert und spricht vor der Flagge Israels. (imago / Zuma Press)

Shimon Peres stand jahrzehntelang im Zentrum der Macht: Weggefährte von Israels Staatsgründer Ben-Gurion, Regierungschef, Verteidigungs- und Außenminister. Als Elfjähriger musste er sein Heimatdorf in Ostpolen verlassen. Die letzten Worte seines geliebten Großvaters zitierte der 87-Jährige im Deutschen Bundestag: "Mein Junge, bleib immer ein Jude".

Aktivismus im NetzVom Hashtag zur Bürgerbewegung

Demonstranten in Berlin halten am 10. Juli 2016 ein Transparent mit dem Twitter-Hashtag "#Black Lives Matter". (dpa / picture alliance / Wolfram Kastl)

Ist Hashtag-Aktivismus nur ein narzisstisches Unterfangen? Mainstream-Medien charakterisieren Social Media gern als wirren Bienenstock − ein ewiges Summen, sinnlos, ziellos, irgendwann nervig. Doch #BlackLivesMatter ist ein weltweit beachtetes Gegenbeispiel.

Deutsche Bank Vorstandschef Cryan: Staatshilfen sind kein Thema

John Cryan, ab dem 1. Juli Co-Vorsitzender der Deutschen Bank, auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2011. (AFP / Sebastian Derungs)

Die Deutsche Bank steht mächtig unter Druck. Nun gibt es erste Spekulationen über Staatshilfen. Vorstandschef John Cryan hat aber klargestellt, dass es keine Gespräche mit der Bundesregierung über einen Rettungsplan gebe.

Kriegsmüdes KolumbienFrieden nach fünf Jahrzehnten Bürgerkrieg

Drei Männer in weißen Händen schütteln sich die Hände, umgeben von vielen anderen Männern und Frauen, die Fahnen schwingen und auch in Weiß gekleidet sind.  (imago / Xinhua)

Es war weltweit der längste Bürgerkrieg mit mehr als 220.000 Todesopfern. Nach 50 Jahren Krieg scheint in Kolumbien eine Zeit des Friedens anzubrechen. Viele hoffen jetzt auf einen Prozess der Auseinandersetzung, Reflexion und Versöhnung.

VegetarierFleischersatz weniger gesund als gedacht

Ein Mann hält verschiedene vegetarische Fleischersatzprodukte nach oben. (picture alliance/ dpa/ Daniel Karmann)

Fleischersatzprodukte- mittlerweile gibt es sie in vielen Formen. Allerdings sind die Fleischalternativen weniger gesund als gedacht. Die Stiftung Warentest hat in ihrer jüngsten Untersuchung sogar festgestellt, dass sich gesundheitsschädliche Mineralöle in den Produkten befinden.

Pflegekräfte aus OsteuropaWa(h)re Engel

Viele mobile Pflegedienste sind am Markt tätig und bieten ihre Leistungen an. (dpa / picture alliance / Volkmar Heinz)

In Osteuropa gibt es nicht genügend Jobs, und in Deutschland fehlen Pflegekräfte. Deshalb kommen viele Frauen aus osteuropäischen Ländern nach Deutschland, um alte Leute zu versorgen. Entstanden ist dadurch ein System der Ausbeutung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  Ausnahmezustand soll verlängert werden | mehr

Kulturnachrichten

Wim-Wenders-Stipendium vergeben  | mehr

Wissensnachrichten

Blackberry  Schluss mit eigenen Smartphones | mehr