Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Königin Beatrix dankt ab

Niederländische Königin verzichtet nach 33 Jahren auf den Thron

Königin Beatrix hat kurz vor ihrem 75. Geburtstag ihre Abdankung angekündigt (picture alliance / dpa / Stephen Morrison)
Königin Beatrix hat kurz vor ihrem 75. Geburtstag ihre Abdankung angekündigt (picture alliance / dpa / Stephen Morrison)

Die niederländische Königin Beatrix will abdanken. Am 30. April werde sie den Thron an ihren Sohn, Kronprinz Willem Alexander, übergeben, sagte die Monarchin in einer Fernsehansprache. Am Donnerstag feiert Beatrix ihren 75. Geburtstag.

Fast 33 Jahre lang saß sie auf dem Thron. Nun hat Königin Beatrix der Niederlande ihre Abdankung verkündet, kurz vor ihrem 75. Geburtstag. In einer Rundfunk- und Fernsehansprache hat sie sich an ihre Landleute gewandt. Es sei an der Zeit "die Verantwortung für das Land in die Hände einer neuen Generation zu geben", sagte die Königin. Medien hatten schon seit längerer Zeit spekuliert, dass Beatrix im Zusammenhang mit ihrem 75.Geburtstag den Thron an ihren Sohn übergeben werde.

Prinz Willem-Alexander Claus George Ferdinand van Oranje-Nassau mit seiner Gattin Máxima (picture alliance / dpa - Patrick van Katwijk)Prinz Willem-Alexander mit seiner Gattin Máxima (picture alliance / dpa - Patrick van Katwijk)Wenn der 45-jährige Prinz Willem-Alexander seine Mutter beerbt, wird er der erste niederländische König seit Willem III. sein, der 1890 starb. In den Niederlanden hat der Monarch bei der Regierungsbildung eine wichtige Rolle. Wiederholt oblag es Beatrix, bei schwierigen Mehrheitsverhältnissen im Parlament über einen sogenannten "Informateur" (Berichterstatter) in das Geschehen einzugreifen. Willem Alexander und seine Frau, Prinzessin Máxima, seien sehr gut auf ihre neue Aufgabe vorbereitet, sagte Beatrix.

Die "Geschäftsführerin der Niederlande"

In ihrer beinahe 33-jährigen Regentschaft wurde Beatrix zu einer weithin beliebten Symbolfigur für die Einheit der Niederlande. Beatrix wird am Donnerstag 75 Jahre alt. Sie hatte am 30. April 1980 den Thron bestiegen, mit 42 Jahren. Auch ihre Mutter war nicht bis zu ihrem Lebensende Königin geblieben, sondern hatte zugunsten von Beatrix abgedankt.

Obwohl der Monarch in den Niederlanden laut Verfassung Mitglied der Regierung ist, sind seine Befugnisse stark beschränkt und er spielt nur eine formelle Rolle in der Regierungsarbeit. Dennoch schaltete sich Beatrix wiederholt in die Politik und in gesellschaftliche Debatten ein, was sie deutlich von ihrer Mutter unterschied. Sie ließ einen Palast in der Regierungsstadt Den Haag in einen "Arbeitspalast" umgestalten, um dort mit Ministern, Botschaftern und Vertretern der Zivilgesellschaft zusammenzukommen. Ihre vielfältigen Aktivitäten trugen Beatrix den Spitznamen "Geschäftsführerin der Niederlande" ein.

Die Tochter von Königin Juliana und Prinz Bernhard hatte am 30. April 1980 den Thron bestiegen. Aus der Ehe mit dem 2002 verstorbenen Prinz Claus stammen drei Söhne, von denen Willem-Alexander mit 45 Jahren der älteste ist.


Mehr zum Thema:

Votum für Europa und den Euro - Rechtsliberale gewinnen Wahl in den Niederlanden



Mehr bei deutschlandradio.de

 

Externe Links:

Königshaus der Niederlande

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 18:40 Uhr Hintergrund

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 18:05 Uhr Feature

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Cityleaks Urban Art FestivalMeine, Deine - unsere Stadt

Beim Cityleaks Urban Art Festival bespielen internationale Streetart-Künstler den Kölner Stadtraum. Zum Festival gibt es einen Kongress, der sich damit beschäftigt, wie im Zuge von Urban Gardening, spontanen Interventionen oder Bürgerinitiativen die Stadt "von unten" mitgestaltet wird.

HeidenauDie hässliche Fratze des Mobs bekämpfen

Polizeikräfte kesseln am 28.08.2015 in Heidenau (Sachsen) etwa 100 Rechte ein. Diese hatten sich am Abend, nach einem friedlichen Willkommensfest für Flüchtlinge, gegenüber dem Notquartier für Asylsuchende an einem Supermarkt versammelt. (dpa / picture-alliance / Sebastian Willnow)

So beschämend die ausländerfeindliche Hetze in einigen sächsischen Orten auch ist - die Empörung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in der Asylpolitik der letzten Jahre erhebliche Versäumnisse gegeben habe, kommentiert der Chefredakteur der Dresdner Neuen Nachrichten, Dirk Birgel.

Aus den FeuilletonsJonathan Franzen verschlägt es in die DDR

Jonathan Franzen (Imago)

Alle werden irgendwie überwacht: In seinem neuen Roman "Purity" bringt Jonathan Franzen die DDR und das Internet zusammen. Und Dresden leidet wegen Pegida an einem Besucherrückgang. Das und mehr in unserer Kulturpresseschau.

Eine Recherche in acht FolgenMehr als ein Mord – Das Ende einer Flucht aus Eritrea

Flüchtlinge, Migranten und Deutsche demonstrieren am 17.01.2015 in der Innenstadt in Dresden (Sachsen), um auf den gewaltsamen Tod von Khaled Idris Bahray aus Eritrea aufmerksam zu machen. (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Der 20-jährige Asylbewerber Khaled Idris Bahray überlebt die Flucht aus Eritrea. Vier Monate nach seiner Ankunft wird er im Januar 2015 in Dresden ermordet. Der Fall hat die Journalistin Jenni Roth nicht losgelassen.

Ungesundes JoggenDicke Luft in deutschen Städten

Wer glaubt, etwas für seine Gesundheit zu tun, indem er mitten durch unsere Städte joggt, erweist sich damit einen Bärendienst. Durch das tiefe Einatmen passiert so allerhand im Körper, nur nicht das, was sich vermeintlich gesundheitsbewusste Jogger davon versprechen. 

KurdenkonfliktKollateralschaden: Die Kultur der Aramäer

Das Kloster Mor Gabriel im Südosten Anatoliens ist das geistige Zentrum der aramäisch sprechenden christlichen Minderheit. Auch in dem Dorf Kafro sollen sakrale Bauten in neuem Glanz erstrahlen. (dpa / picture alliance / AKTION MOR GABRIEL)

Das christliche Volk der Aramäer, das seine Heimat in Südostanatolien hat, lebt heute überwiegend in Deutschland. Im letzen Jahrzehnt hatte eine Rückkehr der Aramäer in ihre historische Heimat begonnen. Doch die Hoffnung auf Frieden ist durch die erneute Eskalation des Kurdenkonflikts in der Türkei zerstört.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Heidenau  Bundesverfassungsgericht kippt Versammlungsverbot | mehr

Kulturnachrichten

Filmfest in Venedig ohne Scorsese  | mehr

Wissensnachrichten

Lernen  Vier-Tage-Woche bringt bessere Noten | mehr