Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kommandozentrale der NATO-Raketenabwehr soll nach Ramstein

Verteidigungsminister de Maizière betont, dass sich dass System nicht gegen Russland richte

Nach wie vor umstritten: das geplante Raketenabwehrsystem für Mitteleuropa (AP Archiv)
Nach wie vor umstritten: das geplante Raketenabwehrsystem für Mitteleuropa (AP Archiv)

US-Soldaten bleiben Südwestdeutschland erhalten: Trotz Truppenreduzierung bauen die USA ihren Militärflughafen Ramstein bei Kaiserslautern aus. Er soll auch Standort für die Zentrale der geplanten Raketenabwehr werden.

Ein Sprecher des Alliierten Luftwaffen-Hauptquartiers in Ramstein bestätigte, dass diese Entscheidung gefallen ist. Das Kommandosystem soll schrittweise bis 2020 aufgebaut werden. Ursprünglich waren zwei Kommandozentralen in Ramstein und im türkischen Izmir geplant.

Nicht Aufrüstung, sondern Neuorganisation

Die aktuellen Pläne für das Raketenabwehr-System sehen weniger die Schaffung neuer Einheiten vor, als die bessere Zusammenfassung bestehender Potentiale der Mitgliedsstaaten. So bot Verteidigungsminister Thomas de Maizière an, die 24 Patriot-Batterien der Bundeswehr in das künftige System einzubringen und begrüßte die Standortentscheidung.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) (picture alliance / dpa)Thomas de Maizière lädt Russland ein, an der Raketenabwehr mitzuwirken. (picture alliance / dpa)Das System sei keinesfalls gegen Russland gerichtet, sondern diene dem Schutz vor Bedrohungen aus Staaten wie dem Iran, machte der Verteidigungsminister klar. Er bekräftigte die Einladung der NATO an Moskau, an dem Raketenschirm mitzuwirken. Über das Wie müsse noch entschieden werden.

Moskau bezweifelt Begründung

Russland schenkt den Argumenten der NATO über den Zweck der Raketenabwehr allerdings keinen Glauben. Es vermutet dahinter den Versuch, die russischen Atomwaffen zu neutralisieren und so für die NATO eine Erstschlagsfähigkeit zurückzugewinnen. Den russischen Vorschlag, für die Abwehr von Bedrohungen aus dem Iran auf alte sowjetische Radarstationen im Kaukasus zurückzugreifen, haben die USA vor einiger Zeit zurückgewiesen.

Neuer Vorschlag zur strategischen Kooperation

Auf der morgen beginnenden Münchener Sicherheitskonferenz soll ein Kompromisspapier diskutiert werden, um den Konflikt zwischen Russland und der NATO über die Raketenabwehr zu entschärfen. Es sieht im Kern vor, dass beide Seiten ihre eigenen Raketenabwehr-Systeme behalten, aber ihre Beobachtungsdaten austauschen. Die westliche Seite hofft, auf diese Weise russische Bedenken zu zerstreuen und gleichzeitig der amerikanischen Bedingung zu genügen, keine eigene Militärtechnologie in russische Hände gelangen zu lassen. An der Erstellung des Vorschlags waren der frühere Sekretär des russischen Nationalen Sicherheitsrates, Sergej Iwanow, und der Abrüstungs-Spezialist und ehemalige US-Senator Sam Nunn beteiligt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:05 Uhr Musik-Panorama

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 21:30 Uhr Kriminalhörspiel

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Reaktionen auf die SaarlandwahlEs gibt nur einen Sieger

Kramp-Karrenbauer schüttelt lachend die Hände von Parteifreunden. (Boris Roessler / dpa)

Richtig Grund zum Jubeln hatte nach der Wahl im Saarland nur einer: Die CDU, die die SPD überraschend deutlich auf Distanz halten konnte. Alle anderen Parteien versuchten danach mit Blick auf die nächsten Wahlen, die Bedeutung nicht allzu hoch zu hängen. Das gilt auch die AfD, die erstmals ins saarländische Parlament einziehen konnte.

Die Linke nach der Saarlandwahl"Ein rot-rot-grünes Bündnis gewinnt an Attraktivität"

Klaus Ernst (Die Linke) spricht am 28.01.2016 im Plenarsaal im Bundestag in Berlin. (dpa / picture alliance / Michael Kappeler)

Die Wahl im Saarland sei keine Absage an ein rot-rotes Bündnis gewesen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Klaus Ernst, im DLF. Zusammen hätten beide Parteien schließlich mehr Stimmen bekommen als die CDU. Zudem stünden auf Bundesebene ganz andere Themen an, etwa in der Sozialpolitik.

AntiislamismusDer Orient ist Europas Schicksal

Europa auf einem geografischen Globus (picture-alliance / dpa / Felix Hörhager)

Europa und der Orient bilden seit Urzeiten eine geistige und kulturelle Einheit. Wenn Europa nicht ein entsprechendes geopolitisches Narrativ entwickelt und in praktische Politik umsetzt, wird es untergehen.

Vor 110 Jahren öffnete das KaDeWeDas Schaufenster des Westens

Besucher und Kunden am Eingang zum KaDeWe (picture alliance / dpa / Manfred Krause)

1905 beschloss der Unternehmer Adolf Jandorf, im Berliner Westen ein Kaufhaus im Stil des berühmten Harrods in London zu bauen. Auf fünf Etagen lockte er ein begütertes Publikum mit Luxus-Artikeln in die weitläufigen Hallen des KaDeWE. Am 27. März 1907, vor 110 Jahren, öffnete das berühmteste Kaufhaus Deutschlands seine Tore.

Predigten in deutschen MoscheenImmer entlang der roten Linie

Das Bild zeigt das weiße Gebäude vor blauem Himmel.  (Thomas Frey / dpa)

Acht Monate lang hat der Journalist Constantin Schreiber Freitagspredigten in deutschen Moscheen besucht. Was dort gepredigt wird, ist offenbar oft antidemokratisch und auch sonst problematisch. Schreibers Fazit ist ernüchternd.

Verein "Gefangene helfen Jugendlichen"So geht Knast!

Ein Mann schaut aus einer Zelle der Strafanstalt Hamburg-Fuhlsbüttel.  (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)

Knapp 65.000 Menschen sitzen in Deutschland im Gefängnis, viele von ihnen sind schon als Jugendliche kriminell geworden - so wie Volkert Ruhe. Heute nimmt er junge Menschen für einen Tag mit in den Knast. Jugendliche sollen so davor abgeschreckt werden, auf die schiefe Bahn zu geraten.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Saarland  CDU und SPD wollen über Fortsetzung ihres Bündnisses verhandeln | mehr

Kulturnachrichten

Uni Freiburg bekommt riesiges Rolling Stones-Archiv  | mehr

 

| mehr