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Kommt der Zwei-Billionen-Euro-Hebel?

Zeitungsberichte: EFSF soll massiv gestärkt werden

Der Euro soll gerettet werden - koste es, was es wolle? (dpa / picture alliance / Julian Stratenschulte)
Der Euro soll gerettet werden - koste es, was es wolle? (dpa / picture alliance / Julian Stratenschulte)

Vor dem EU-Gipfel zur Schuldenkrise am Sonntag kursieren Berichte über eine mögliche Aufstockung des Euro-Rettungsfonds. Wie die britische Zeitung "The Guardian" unter Berufung auf EU-Diplomaten berichtete, haben sich Deutschland und Frankreich geeinigt, den Rettungsschirm EFSF mittels einer Hebelung auf zwei Billionen Euro heraufzusetzen.

Für den EU-Gipfel in Brüssel am kommenden Sonntag steht eine mögliche Erhöhung des Eigenkapitals der Banken und eine Antwort auf die Frage, wie die Eurozone mit der Schuldenkrise Griechenlands umgehen sollauf der Agenda der Staats- und Regierungschefs. Zudem will man darüber reden, wie die Schlagkraft des Rettungsschirms verstärkt werden kann.

Wie die britische Zeitung "The Guardian" unter Berufung auf EU-Diplomaten am Dienstag berichtete, haben sich Deutschland und Frankreich geeinigt, den Rettungsschirm EFSF mittels einer Hebelung auf zwei Billionen Euro heraufzusetzen. Derzeit umfasst das Kreditvolumen 440 Milliarden Euro und das Garantievolumen 780 Milliarden Euro.

Kredithebel und Versicherungslösung

Ein sogenannter Kredithebel soll die Kraft des EFSF deutlich verstärken. Der EFSF würde demnach nicht mehr nur Kredite an klamme Euro-Staaten vergeben oder deren Staatsanleihen aufkaufen. Vielmehr soll er zu einer Art Versicherung werden und dadurch seinen Einsatz verfielfachen, erklärte Brigitte Scholtes im Deutschlandradio Kultur. Grundlage dafür wären etwa 330 Milliarden Euro, da bereits etwa 110 Milliarden Euro für die Rettung Irlands, Portugals und das zweite Rettungspaket Griechenlands geflossen sind.

Der Hilfsfonds sichert Neuemissionen von Staaten gegen einen Kreditausfall ab. Bei einem Zahlungsausfall würde der Fonds garantieren, Investoren für einen Teil des Verlustes - die Rede ist von 20 bis 30 Prozent - zu entschädigen. In diesem Fall können die Länder, die von den Rettungsleistungen profitieren wollen, etwa vier bis fünf Mal mehr Anleihen als zuvor ausgeben.

Die deutschen Garantien von 211 Milliarden Euro würde dies nicht berühren. Diese würden nur infrage gestellt, wenn die Bonität eines der wichtigen Garantiegeberländer herabgestuft werden sollte.

Ob der Rettungsschirm EFSF und der mögliche Hebel zur Lösung der Eurokrise wirklich beitragen wird, ist für Martin Faust, Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance and Management, nicht ausgemacht. Es sei ungewiss, ob Garantien, die bis zu 30 Prozent eines möglichen Verlustes abdecken als Anreiz für Investoren zum Kauf von Anleihen eines kriselnden Staates reichen, sagte Faust im Deutschlandfunk.

Mehr zum Thema in den DLF-Sendungen Wirtschaft am Mittag, Wirtschaft und Gesellschaft, den Informationen am Abend sowie im Deutschlandradio Kultur in der Ortszeit.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

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